SAP-Hauptversammlung: McDermott will das Tempo hochhalten

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SAP-Hauptversammlung: McDermott will das Tempo hochhalten

von Michael Kroker

Ein Jahr nach seiner Berufung tritt SAP-Vorstandschef Bill McDermott auf der Hauptversammlung am Mittwoch erstmals allein vor seine Aktionäre. Er hat den Umbau des Softwaretankers aus Walldorf in Richtung Cloud energisch vorangetrieben - und muss nun die Anteilseigner mit weiteren Taten bei Laune halten.

Genau ein Jahr ist es her, dass Bill McDermott auf der vergangenen Hauptversammlung in der Mannheimer SAP-Arena zum neuen Alleinherrscher des Walldorfer Software-Konzerns berufen wurde. „Im jetzt beginnenden Zeitalter des Cloud Computing kommt es vor allem auf die schnelle Umsetzung von Innovationen an, das bedeutet schlanke Strukturen und höhere Beweglichkeit“, sagte McDermott damals vor den Aktionären.

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Was genau der komplette Fokus auf die Cloud bedeutet, hat McDermott den rund 74.400 SAPlern rund um den Globus in den vergangenen zwölf Monaten mehr als deutlich gemacht: Zum einen hat der 53-jährige Amerikaner der SAP ein Rationalisierungsprogramm namens „Simplify & Optimize“ verschrieben. In der Folge hat er vor allem kleinere Standorte geschlossen und allein 2014 rund 2000 Stellen weltweit abgebaut.

Top 10 der Softwareunternehmen nach Umsatz 2013

  • Salesforce.com

    Umsatz: 3,8 Milliarden Dollar

    Wachstum: 33,3 Prozent (gegenüber dem Vorjahr)

    Quelle: Gartner, März 2014

  • CA Technologies

    Umsatz: 4,2 Milliarden Dollar

    Wachstum: -2,6 Prozent

  • VMware

    Umsatz: 4,8 Milliarden Dollar

    Wachstum: 14,1 Prozent

  • HP

    Umsatz: 4,9 Milliarden Dollar

    Wachstum: -2,7 Prozent

  • EMC

    Umsatz: 5,6 Milliarden Dollar

    Wachstum: 4,9 Prozent

  • Symantec

    Umsatz: 6,4 Milliarden Dollar

    Wachstum: -0,8 Prozent

  • SAP

    Umsatz: 18,5 Milliarden Dollar

    Wachstum: 9,5 Prozent

  • IBM

    Umsatz: 29,1 Milliarden Dollar

    Wachstum: 1,4 Prozent

  • Oracle

    Umsatz: 29,6 Milliarden Dollar

    Wachstum: 3,4 Prozent

  • Microsoft

    Umsatz: 65,7 Milliarden Dollar

    Wachstum: 6,0 Prozent

Im September des vergangenen Jahres ist McDermott dann beherzt den nächsten Schritt in Richtung Cloud marschiert: Für umgerechnet gut 6,5 Milliarden Euro schluckte SAP da den US-Anbieter von Reisemangement-Lösungen Concur. Seinerzeit der erste größere Deal nach den Milliarden-Zukäufen SuccessFactors und Ariba im Jahr 2012 – und zugleich die größte Übernahme in der SAP-Geschichte.

Lohn all der McDermott’schen Bemühungen in Sachen Cloud Computing: Der SAP-Umsatz soll schneller wachsen als bisher erwartet – und zwar bis 2020 auf 26 bis 28 Milliarden Euro anwachsen. Freilich mit einem Wermutstropfen: Denn der Boom der Cloud drückt auf die Margen. Aus diesem Grund musste der SAP-Chef denn auch auf der Jahrespressekonferenz Ende Januar das Gewinnziel bis zum Jahr 2017 kassieren.

Bill McDermott, der Straßenkämpfer Was den SAP-Chef antreibt

Bill McDermott versucht an der Spitze des Softwarekonzerns SAP eine Neuauflage seines eigenen Erfolgswegs. Sein Leben ist gezeichnet von einem unbändigen Willen zum Aufstieg und traumatischen Kindheitserlebnissen.

SAP-Chef Bill McDermott Quelle: dpa Picture-Alliance

Genau an dieser Stellschraube dürfte McDermott nun ansetzen, um die Aktionäre auch in Zukunft bei Laune zu halten. SAP hat sie lange Zeit mit einer operativen Rendite von deutlich über 30 Prozent verwöhnt. Das aber gilt bisher nur im Stammgeschäft mit herkömmlicher, im Unternehmen installierter Software. McDermott muss beweisen, dass er auch mit dem neuen Cloud-Geschäft, in dem Unternehmen die Software per Subskription über das Internet mieten, ähnliche Margen erzielen kann.

Wohl auch aus diesem Grund hat McDermott angekündigt, dass in diesem Jahr weitere 2200 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen sollen. Zudem setzt er große Hoffnungen auf die neue Version der Business Suite, wie das Paket von Software für verschiedene Anwendungen in Unternehmen bei SAP heißt. Das erst im Februar vorgestellte S/4Hana ist der designierte Nachfolger des langjährigen Erfolgsprodukts R/3 und basiert auf der von SAP entwickelten Hana-Technologie, mit der große Datenmengen in Echtzeit verarbeitet werden können.

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Wie McDermott bei der Vorlage seiner Finanzzahlen für das erste Geschäftsquartal Ende April verkündet hat, konnte SAP bereits mehr als 370 Kunden für S/4Hana gewinnen. Gemessen an den insgesamt weltweit gut 290.000 Unternehmenskunden ist das jedoch erst ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch an dieser Stelle wird der SAP-Chef das Tempo weiter hochhalten – ebenso wie beim weiteren Umbau in Richtung Cloud. Immerhin: Wenn dem passionierten Verkäufer etwas liegt, ist es der Vertrieb.

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