SAP-Konzernumbau: Bill McDermott erntet erste Früchte

KommentarSAP-Konzernumbau: Bill McDermott erntet erste Früchte

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Der Walldorfer Softwarekonzern SAP profitiert zunehmend von Strategieschwenk hin in Richtung Internet-Wolke.

von Michael Kroker

Die SAP-Zahlen für das dritte Geschäftsquartal zeigen: Der energische Kursschwenk Richtung Cloud war richtig - und Konzernchef Bill McDermott sollte ihn beherzt weiterführen.

Der Softwarekonzern SAP hat am Dienstagmorgen seine finalen Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt: Demnach kletterte der Umsatz zwischen Juli und September um 17 Prozent auf fast fünf Milliarden Euro. Wachstumstreiber waren dabei sowohl das Stammgeschäft mit dem Verkauf herkömmlicher Unternehmenssoftware als auch das neue und von Vorstandschef Bill McDermott als besonders aussichtsreich vorangetriebene Software-Mietgeschäft, Neudeutsch Cloud Computing genannt.

So wuchsen in dem betrachteten Vierteljahr die Umsätze mit Software-Lizenzen und –Support um elf Prozent auf gut 3,5 Milliarden Euro – allein dies ein Grund zur Freude bei den Walldorfern. Noch deutlich stärker legte die Cloud-Sparte zu: Um satte 116 Prozent kletterten die Umsätze auf nunmehr 600 Millionen Euro. Damit kommt das Geschäft mit Internet-Wolke immerhin bereits auf einen Anteil von 12 Prozent am SAP-Gesamtumsatz. Im dritten Quartal des Vorjahres waren es erst 6,5 Prozent.

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SAP könnte Cloud-Jahresprognose sogar übertreffen

Insbesondere diese Zahlen belegen eindrucksvoll: McDermott erntet mittlerweile erste Früchte des von ihm persönlich im Frühjahr 2014 angestoßenen Schwenks in Richtung Cloud. Dazu tragen zum einen die Übernahmen von Cloud-Anbietern wie etwa SuccessFactors, Ariba und zuletzt Concur bei. Immerhin laufen die Geschäfte der akquirierten Cloud-Töchter aktuell so gut, dass McDermott bei der Vorlage der Zahlen sogar durchblicken ließ, SAP könne bis Ende 2015 mehr Cloud-Umsätze erzielen als Anfang des Jahres prognostiziert: „Wir haben die Chance, das zu übertreffen“, so der SAP-Chef am Morgen in einem Analysten-Call.

Zum anderen hilft inzwischen aber auch der beherzte Umbau innerhalb von SAP selber: Zwar ist die Restrukturierung intern nicht unumstritten – und zudem sehr kostenintensiv. Wie die „WirtschaftsWoche“ Anfang August exklusiv gemeldet hat, wollen allein in Deutschland 1200 Beschäftigte das umfangreiche Freiwilligen- und Vorruhestandsprogramm des Konzerns wahrnehmen.

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Damit kommt der Personalumbau SAP noch teurer als gedacht – der vielleicht einzige Wermutstropfen der aktuellen Geschäftszahlen. So stieg der Nettogewinn im dritten Quartal nur um zwei Prozent auf knapp 900 Millionen Euro. So rechnet SAP-Finanzchef Luka Mucic nun in diesem Jahr mit Kosten zwischen 585 und 615 Millionen Euro; zuvor lag die Prognose nur bei einer Spanne zwischen 470 und 530 Millionen Euro. Das Programm sei bis zum Schluss besser angenommen worden als gedacht, so Mucic am Dienstagmorgen.

Trotz dieser Belastungen dürfte sich der für SAP vergleichsweise radikale Schritt mittelfristig weiter auszahlen: Denn McDermott baut die Stellen vor allem in alten, wenig wachstumsträchtigen Bereichen ab. Zugleich stellt er weiter Leute ein – dies aber vor allem in den Boom-Segmenten wie Cloud Computing, aber auch der Hochleistungsdatenbank Hana.

Die positiven Zahlen vermitteln unterschwellig eine weitere Botschaft: Konzernchef McDermott ist guten Mutes und gewillt, das Tempo bei dem deutschen Weltmarktführer weiter hochzuhalten – trotz seines dramatischen Unfalls Anfang Juli und seines zwischenzeitlichen Ausfalls.

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