SAP: SAP-Quartalszahlen: Die offenen Fragen in Walldorf

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SAP: SAP-Quartalszahlen: Die offenen Fragen in Walldorf

von Michael Kroker

Investoren richten ihr Hauptaugenmerk beim Softwarekonzern SAP auf die steigenden Währungsbelastungen sowie die Zukunft im Cloud Computing.

Ein erster Blick auf die heute veröffentlichen Quartalszahlen macht einen glauben, die Verkaufsmaschine bei SAP laufe weiter auf Hochtouren. So wuchs der Umsatz währungsbereinigt um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr auf knapp 4,1 Milliarden Euro; das Ergebnis vor Zinsen und Steuern gar um 15 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Ein genauerer Blick offenbar indes: In manchen Bereichen sind die Probleme zuletzt deutlich gewachsen – und dementsprechend die Fragen ans Management rund um die SAP-Vorstandschefs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe.

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Zum einen wäre da das Thema Währungen. So war der asiatische Markt und darunter insbesondere Japan in den vergangenen Jahren ein wichtiger Wachstumstreiber für SAP. Angesichts der Währungsturbulenzen um den japanischen Yen erweist sich die gestiegene Abhängigkeit als Pferdefuß.

Denn zu aktuellen Währungskursen hat der Umsatz nur um zwei und das Betriebsergebnis nur um fünf Prozent gelegt. Mehr noch: Sollte die Schwäche des Yen anhalten, könnte das Betriebsergebnis in diesem Jahr um sieben Prozentpunkte weniger stark wachsen als ursprünglich geplant.

Wie SAP unabhängiger werden will vom Einfluss schwankender Währungen, die einen guten Teil der geschäftlichen Zuwächse wieder aufzufressen drohen, ist eine der wichtigen Frage, die das Management jetzt beantworten muss.

Eine andere betrifft das wichtige Wachstumssegment Cloud Computing. Zwar vermeldete SAP hier weiterhin dreistellige Wachstumsraten. Die kommen jedoch vor allem von einem bunten Portfolio zugekaufter Cloud-Lösungen wie etwa SuccessFactors oder Ariba. Mit diesen nicht-integrierten Einzellössungen können die Walldorfer aber weiterhin kaum gegen US-Anbieter wie Netsuite oder Workday mit ihren Cloud-basierten Komplettpaketen konkurrieren.

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Die Weiterentwicklung des eigenen Cloud-Pakets Business By Design hat SAP gerade gestoppt, wie die "WirtschaftsWoche" am Wochenende exklusiv vermeldet hat. Offenbar auch deshalb, weil die Walldorfer gemerkt haben, dass die eigene Lösung trotz gigantischer Entwicklungsauswendungen von rund drei Milliarden Euro in der vergangenen Dekade weiterhin keine Chance gegen Workday und Netsuite hat.

Dem Vernehmen nach will SAP daher jetzt noch einmal neu beginnen – trotz des jetzt schon gigantischen Rückstands auf die US-Rivalen. Vor diesem Hintergrund müssen die Walldorfer nun vor allem die Frage beantworten, wie sie dieses beinahe aussichtslose Rennen doch noch gewinnen wollen.

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