SAP: Spendenvorwürfe an Arbeitnehmervertreter

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Beim Software-Hersteller SAP gibt es Streit um Spendengelder

von Michael Kroker

Die Aufsichtsratswahlen bei Deutschlands größtem Softwarekonzern SAP werden von einem Streit über Millionen-Spenden überschattet.

Die aktuellen Wahlen der Arbeitnehmervertreter für den SAP-Aufsichtsrat werden von Auseinandersetzungen über Millionen-Spenden des Softwarekonzerns an die gemeinnützige Kindergartenfirma family& kids @ work der amtierenden stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden und Arbeitnehmervertreterin Christiane Kuntz-Mayr überschattet. Diese habe für family & kids @ work "erhebliche Geldzuwendungen von der SAP SE erhalten, deren Vorstand sie als Aufsichtsratsmitglied unabhängig kontrollieren und überwachen soll", heißt es in der E-Mail eines SAP-Betriebsrats an die Belegschaft, aus der die "WirtschaftsWoche" zitiert.

Dadurch sei Kuntz-Mayr in einem "Interessenkonflikt"“. Die Spenden seien in einer Zeit geflossen, in der Kuntz-Mayr als Betriebsrätin einer Verringerung der Erfolgsbeteiligung für die SAP-Mitarbeiter zugestimmt habe.

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Die Spenden summieren sich auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag. Für einen Kindergarten am Standort St. Leon-Rot überließ SAP der Betreiberfirma family & kids @ work ein 6000 Quadratmeter großes Grundstück zur kostenlosen Nutzung. SAP-Mitgründer Dietmar Hopp spendete über seine gleichnamige Stiftung 2011 eine Summe von 100.000 Euro. Für einen 2012 errichteten zweiten Kindergarten am Konzernsitz Walldorf fungierte Hopps Stiftung als Bauherr und übernahm Baukosten in Höhe von fünf Millionen Euro. Hinzu kamen weitere 2,9 Millionen Euro, mit denen SAP family & kids @ work laut Geschäftsbericht in den Jahren 2011 und 2012 unterstützte. Im Jahr 2013 zahlte SAP weitere 809.000 Euro. Einer internen Quelle zufolge spart SAP durch die Absenkung der Erfolgsbeteiligung seiner Mitarbeiter seit Anfang 2013 geschätzt 66 Millionen Euro pro Jahr.

SAP bezeichnet die Summe als reine Spekulation und verweist darauf, dass die Änderung bei den Erfolgszahlungen Mitarbeiter absichere, wenn das Unternehmen seine Ziele nicht erreiche. Zum möglichen Interessenkonflikt erklären SAP und Kuntz-Mayr, diese habe "für ihre ehrenamtliche Tätigkeit bei family & kids @ work nie persönlich Geld oder Zuwendungen anderer Art erhalten".

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