SAP-Übernahme von Concur: Nächster Schritt beim Gang in die Cloud

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SAP-Übernahme von Concur: Nächster Schritt beim Gang in die Cloud

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Der Vorstandssprecher des Softwarekonzerns SAP, Bill McDermott

von Michael Kroker

Vorstandschef Bill McDermott hält die Geschwindigkeit beim Softwarekonzern SAP hoch. Er weiß, dass die Preise für Cloud-Anbieter in Zukunft eher noch steigen werden.

Die Überraschung kam in der Nacht zum Freitag: SAP, weltgrößter Hersteller von Software zur Unternehmenssteuerung, schluckt für umgerechnet gut 6,5 Milliarden Euro den US-Anbieter von Reisemangement-Lösungen Concur. Es ist der erste größere Deal nach den Milliarden-Zukäufen SuccessFactors und Ariba im Jahr 2012 – und zugleich die größte Übernahme in der Firmengeschichte von SAP.

„Die Akquisition von Concur verdeutlicht die strategische Bedeutung von Geschäftsnetzwerken,“ lässt sich SAP-Vorstandschef Bill McDermott in der offiziellen Ankündigung zitieren. Der Schritt beweist aber vor allem eins: McDermott will keine Zeit verstreichen lassen bei seinem erklärten Ziel, SAP umzubauen zum führenden Anbieter von Internet-basierten Software-Lösungen, Neudeutsch Cloud Computing genannt.

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Die Entwicklung von SAP

  • 1972: Der Urknall

    Gründung als SAP Systemanalyse und Programmentwicklung in Weinheim; 1976 Umbenennung in Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung; 1977 Umzug nach Walldorf.

  • 1973: Der Startschuss

    Fertigstellung der ersten Finanzbuchhaltungssoftware namens System RF - Grundstein für das spätere Komplettpaket R/1 als umfassende betriebswirtschaftliche Standardsoftware.

  • 1988: Die Expansion

    Die 1979 erstmals angebotene Software R/2 boomt: Bis Jahresende setzt SAP 245 Millionen Mark um. Im Oktober geht das Unternehmen für umgerechnet 380 Euro je Aktie an die Börse.

  • 1991: Der Megaseller

    Auf der Computermesse Cebit zeigt SAP erstmals die Software R/3, an der die Entwickler seit 1987 arbeiteten. Für den Mittelstand konzipiert, erweist sich R/3 als Megaseller für Konzerne.

  • 1998: Die Globalisierung

    Zur Untermauerung der Auslandsexpansion und zur Eroberung des US-Marktes notiert SAP im August an der New York Stock Exchange. Umsatz 4,3 Milliarden Euro.

  • 2007: Die Beschleunigung

    SAP kauft für 4,8 Milliarden Euro den französischen Softwareanbieter Business Objects. 2010 folgt der Kauf des US-Softwarehauses Sybase für 4,6 Milliarden Euro. Die Basis für neues Wachstum ist geschaffen.

  • 2010: Der Neuanfang

    Nach weniger als einem Jahr muss Léo Apotheker als Chef seinen Hut nehmen. Oberkontrolleur Hasso Plattner beruft Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott als Nachfolger.

  • 2011: Der Angriff

    Dem Chefduo Snabe und McDermott gelingt das beste Jahr der Unternehmensgeschichte. Ende 2011 kündigen sie die Übernahme des US-Anbieters SuccessFactors an. Damit schalten sie um auf neue Produkte im zukunftsträchtigen Mobil- und Cloud-Computing-Geschäft.

  • 2012: Das Durchstarten

    Mit der Milliardenübernahme des US-Anbieters Ariba verstärken die Co-Chefs Snabe und McDermott ihr neues Cloud-Geschäft weiter. Zugleich erhält SAP ein riesiges Internet-basiertes Beschaffungs-Netzwerk für Geschäftskunden.

  • 2013: Die Umwandlung

    Im Frühjahr gibt SAP bekannt, sich in eine europäische Aktiengesellschaft SE umwandeln zu wollen. In der Belegschaft weckt das Befürchtungen, der Konzern könne mittelfristig seinen Firmensitz weg von Walldorf verlagern.

  • 2014: Der Alleinherrscher

    Auf der Hauptversammlung im Mai wird McDermott alleiniger SAP-Chef. Sein bisheriger Kompagnon Snabe rückt in den Aufsichtsrat. McDermott will SAP noch schlanker und flexibler machen sowie das Unternehmen ganz auf die Cloud trimmen.

Erst seit der SAP-Hauptversammlung Ende Mai steht McDermott allein an der Spitze des nordbadischen Konzerns. Das bereits klar umrissene Ziel des 53-jährigen Amerikaners: SAP ganz auf die Cloud zu trimmen – und zugleich zu verschlanken und zu vereinfachen.

Der neuerliche Zukauf reiht sich in ebenjene Strategie ein, hat Concur doch eine Cloud-basierte Plattform entwickelt, die Hotels und Mietwagenzentralen mit Unternehmen vernetzt, damit diese einfach ihre Geschäftsreisen abwickeln können.

Ursprünglich wollte McDermott SAPs Cloud-Umsätze von aktuell rund einer Milliarde Euro bis 2017 auf 3,5 Milliarden Euro hochfahren. Mit Concur kann er das Ziel nun schneller erreichen – die Amerikaner erlösen gut 540 Millionen Euro in der Cloud.

SAP-Übernahme von Concur Nächster Schritt beim Gang in die Cloud

Vorstandschef Bill McDermott hält die Geschwindigkeit beim Softwarekonzern SAP hoch. Er weiß, dass die Preise für Cloud-Anbieter in Zukunft eher noch steigen werden.

Der Vorstandssprecher des Softwarekonzerns SAP, Bill McDermott Quelle: dpa

Gewiss, McDermott ist gewillt, einen hohen Preis für die zusätzlichen Einnahmen aus der Internet-Wolke zu bezahlen. Allerdings ist auch klar: Die Cloud ist der Software-Markt der Zukunft. Anbieter in jenem Segment werden daher beim Preis eher noch zulegen. Dementsprechend hält er die Geschwindigkeit bei SAP hoch.

Und spannend bleibt’s auch in Zukunft: Zum einen muss McDermott sein jüngstes Baby nun schnell integrieren, um die erhofften Synergien einzustreichen. Zum anderen steht intern weiterhin der Umbau und die Verschlankung des Kerngeschäfts an. Bleibt zu hoffen, dass er sich bei alledem nicht überhebt. 

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