SAP: Vom langweiligen Softwarekonzern zum Wachstumsmotor der IT

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SAP: Vom langweiligen Softwarekonzern zum Wachstumsmotor der IT

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"SAP ist nicht zu stoppen", SAP-Vorstandschef Bill McDermott (rechts) neben Finanzvorstand Luka Mucic auf der Jahrespressekonferenz.

von Michael Kroker

SAP legt bestechend gute Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2016 vor. Der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware aus Nordbaden hebt seine Mittelfristprognose bis 2020 an. Daran muss sich Chef McDermott messen lassen.

Bill McDermott ist kaum zu stoppen an diesem kalten Morgen in der nordbadischen Provinz: Beinahe stakkatohaft rattert der SAP-Vorstandschef auf der Jahrespressekonferenz in Walldorf eine ganze Kanonade Finanzzahlen aus dem vergangenen Geschäftsjahr herunter: Gesamtumsatz im Jahr 2016 plus sechs Prozent auf 22 Milliarden Euro, die so wichtigen Cloud-Erlöse plus 31 Prozent auf drei Milliarden Euro, Betriebsergebnis plus 20 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro.

McDermott, der um knackige und so US-typische Marketingsprüche ohnehin nie verlegen ist, redet sich geradezu in Rage – und schließt seine Einführungsrede mit regelrechtem Pathos: „SAP ist schlichtweg nicht zu stoppen. Wir haben die Zukunft der SAP nie in positiverem Lichte betrachtet als heute“, beschwört der SAP-Chef die anwesenden Pressevertreter. „Jedes unserer Geschäftsfelder ist zukunftsorientiert, mit großen Wachstumsraten und hoher Gewinnmarge.“

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Als er dann an Luka Mucic übergibt, stöhnt der leicht gequält: „Wenn Bill so viel erzählt, wissen Sie, dass die Zahlen wirklich gut waren“, schmunzelt der SAP-Finanzvorstand. „Und für mich bleibt dann eigentlich nicht mehr viel zu ergänzen.“

SAP hebt Wachstumsziele leicht an Mehr Mietsoftware soll SAP unabhängiger machen

Mit dem Umbau seines Geschäftsmodells hin zu mehr Mietsoftware wollte der Softwarekonzern SAP unabhängiger von den schwankenden Lizenzeinnahmen werden. Der Plan scheint aufzugehen.

Der Softwarekonzern SAP traut sich dank weiterhin robusten Wachstums mit Cloud-Produkten bis 2020 etwas mehr Umsatz und Gewinn zu. Quelle: dpa

Mucic lobt SAPs Cloud-Geschäft

Sagt’s und gräbt sich noch ein wenig tiefer in das Zahlenwerk des Weltmarktführers für Unternehmenssoftware, der an diesem Tag nicht nur einen ambitionierten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2017 vorlegt, sondern mindestens ebenso ambitionierte Mittelfristziele bis zum Jahr 2020.

„Unser gesamter Umsatz-Mix befindet sich mitten in einem großen Schwenk hin in Richtung Cloud“, erläutert Mucic. „Und genau deshalb haben wir auch unsere Mittelfristziele angehoben, weil wir so positiv auf unser Cloud-Geschäft blicken.“

Die unterschwellige Botschaft all dessen lautet: Andere traditionelle IT-Konzerne mögen sich mit dem Umbau ihres Geschäfts weg von klassischen Software-Lizenzen hin zu Mietmodellen mit monatlichen Cloud-Subskriptionserlösen noch schwer tun – SAP hat ihn nicht nur angenommen, sondern zieht jetzt und in Zukunft seine Stärke daraus.

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