Schrumpfender IT-Riese: Hewlett-Packard droht die Zerschlagung

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Schrumpfender IT-Riese: Hewlett-Packard droht die Zerschlagung

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HP-Chefin Meg Whitman: Statt bisher 27.000 Jobs wird sie nun 29.000 Stellen streichen.

von Michael Kroker und Matthias Hohensee

Die einstige Ikone der IT-Branche ist ein Schatten ihrer selbst.Der Börsenwert von HP fiel weit unter den wichtiger Konkurrenten. Bereitet Chefin Meg Whitmann mit dem Abbau von nun 29.000 Stellen den Ausverkauf von Hewlett-Packard vor?

Politische Ambitionen hegt Meg Whitman, die langjährige Lenkerin von Ebay und derzeitige Chefin von Hewlett-Packard (HP), schon lange. Zwar scheiterte die 56-Jährige, Nachfolgerin von Parteifreund Arnold Schwarzenegger im Amt des kalifornischen Gouverneurs zu werden. Doch die Milliardärin wird in republikanischen Kreisen weiterhin heiß gehandelt, auch wenn sie einen Posten im Schattenkabinett von Obama-Herausforderer Mitt Romney kürzlich mit den Worten ablehnte: „Ich stehe absolut zu HP.“

Fragt sich nur, wie lange noch. Denn der amerikanische IT-Tanker, gemessen am Umsatz noch immer Branchenprimus weltweit, ist nicht mehr nur vom Kurs abgekommen. Die einstige IT-Ikone und eines der Vorzeigeunternehmen im kalifornischen Silicon Valley, muss sich allmählich die Frage nach ihrer Existenzberechtigung gefallen lassen. Mit einem Kurs unter 17 Dollar notiert die Aktie auf einem Acht-Jahres-Tief. Das Unternehmen mit zuletzt 127 Milliarden Dollar Umsatz kostet an der Börse nur noch rund 34 Milliarden Dollar – für Angreifer ein Schnäppchen.

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Damit wird unausweichlich, dass Experten erstmals das Ungeheuerliche denken und sich fragen, ob HP in der heutigen Form vielleicht überflüssig ist. Oder ob nicht die schrittweise Aufspaltung des Konzerns, der Verkauf von Teilen des Geschäfts oder sogar die Komplettübernahme durch einen Rivalen auf die Tagesordnung gehören. „Wir bezweifeln, ob HP als Einheit wirklich besser dran ist; möglicherweise wäre es stattdessen viel intelligenter, auseinanderzugehen“, sagt Steven Milunovich, renommierter Kenner der IT-Industrie und Analyst bei der Investmentbank UBS in New York.

Unrühmliche Ära

Das Motto „Better together“ – zu Deutsch: besser zusammen – hat HP-Chefin Whitman dem Konzern bei ihrem Amtsantritt Ende 2011 verschrieben. Damit wollte sie eigentlich das turbulente Jahr davor vergessen machen. Denn unter der unrühmlichen Ära ihres Vorgängers Léo Apotheker hatte sich die Lage von HP dramatisch verschärft. Der einstige Chef des Softwarekonzerns SAP hatte unter anderem mit der Ankündigung überrascht, die PC-Sparte von HP in ein separates Unternehmen abspalten zu wollen. Dies wäre eine Abkehr vom Pfad als Komplettanbieter gewesen. Nach mehreren Strategieschwenks und internen Machtkämpfen musste Apotheker im September des vergangenen Jahres schließlich seinen Stuhl räumen.

Brandindex HP und Dell unter Druck

Hewlett-Packard und Dell sind immer noch die größten der Branche. Doch ihr Image leidet - die asiatische Unternehmen legen zu.

Schwächelnde Platzhirsche - Dell und Hewlett Packard haben aktuell in der Computer-Hardware-Branche mit Marktanteil- und Imageverlust zu kämpfen Quelle: REUTERS

Während HP weitgehend mit sich selbst beschäftigt ist, hat sich der Markt dramatisch gewandelt. Vor zwei Jahren war der Konzern mit Marktanteilen um 20 Prozent noch der unumschränkte Weltmarktführer im PC-Geschäft. Inzwischen verdrängen Tablets und Smartphones klassische Computer immer mehr – ein Segment, in dem HP bis heute nichts zu melden hat. Zudem knabbern aggressive Wettbewerber aus Asien an Margen und Marktanteilen im Stammgeschäft. Im zweiten Quartal 2012 hat HP laut Zahlen des Marktforschungshauses Gartner gerade mal 14,9 Prozent aller PCs verkauft – nur ein hauchdünner Vorsprung vor dem chinesischen Konkurrenten Lenovo mit 14,7 Prozent, der 2005 die PC-Sparte des HP-Wettbewerbers IBM übernommen hatte. Bereits in diesem Quartal dürfte Lenovo den langjährigen Marktführer HP vom Thron stürzen.

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