Silicon Valley: CIA und NSA umgarnen die Hacker-Szene

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Silicon Valley: CIA und NSA umgarnen die Hacker-Szene

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Herr der Daten: NSA-Chef Keith Alexander schmeichelt sich bei den Hackern ein.

von Matthias Hohensee

Im Silicon Valley ist ein eng vernetzter Komplex aus High-Tech-Unternehmen, US-Militär und Geheimdiensten entstanden - von dem alle Beteiligten profitieren.

Jeff Moss triumphierte. Dem Sicherheitsexperten war es gelungen, erstmals einen amtierenden Chef der US-Lauschbehörde NSA als Gastredner für seine Hacker-Konferenz Defcon zu gewinnen. Statt in ordengeschmückter Uniform erschien NSA-Chef Keith Alexander in Jeans und schwarzem T-Shirt. "Ihr werdet oft missverstanden", schmeichelte sich der Vier-Sterne-General bei seinem Publikum ein. "Dabei ist das Entdecken von Schwachstellen wichtig." Dann tat er es als "Unsinn" ab, dass die NSA "Dossiers über Millionen von Amerikanern" pflegt.

Doch das war offensichtlich gelogen. Der inzwischen legendäre Auftritt fand im Juli vergangenen Jahres statt.

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Bei der diesjährigen Defcon, die am 1. August in Las Vegas beginnt, sind Regierungsmitarbeiter nicht willkommen. "Wir brauchen eine Auszeit", begründet Moss seine Empfehlung mit Verweis auf die emotionale Debatte über den NSA-Spähskandal. Die Bitte hat eine gewisse Ironie. Der in Hacker-Kreisen als Dark Tangent bekannte Unternehmer dient der US-Heimatschutzbehörde als Berater.

Mehr als die symbolische Bitte um etwas Abstand ist auch nicht drin. Denn die Bande zwischen Regierungsapparat, High-Tech-Branche und Spitzenuniversitäten sind viel zu eng, zu wichtig und seit Jahrzehnten gewachsen. Manager, Wagnisfinanzierer und Top-Forscher sind an guten Beziehungen zu Washington interessiert - an höheren Visa-Quoten für ausländische Spezialkräfte, Kreditgarantien oder Exportgenehmigungen für kritische High-Tech-Güter.

Im Silicon Valley, dem Zentrum der US-High-Tech-Branche, lebt man zudem gut vom Militär und den Sicherheitsbehörden. Analysten schätzen, dass jedes Jahr mindestens zehn Milliarden Dollar ins High-Tech-Tal fließen, nicht nur von der NSA, sondern auch vom Auslandsgeheimdienst CIA, Armee und Marine. Der Löwenanteil fließt in Wartung, Betreuung und Modernisierung von IT-Infrastruktur. Allein das US-Militär hat ein jährliches IT-Budget von rund 40 Milliarden Dollar.

Washington wiederum will nicht nur die eigene High-Tech-Branche stärken, sondern auch frühzeitig Zugriff auf die im Silicon Valley entwickelten Technologien haben.

Dazu stellen US-Behörden Forschungsgelder bereit und investieren in Startups. Derzeit sind das vor allem Unternehmen, die sich mit Cloud Computing und dem damit verbundenen Big Data beschäftigen - also dem Sammeln, Zusammenführen und gezielten Auswerten von Daten.

Das Internet und damit das Silicon Valley würden ohne Staatsgelder in der heutigen Form nicht existieren. Denn die Keimzelle des Internets wurde in den Sechzigerjahren von DARPA finanziert, dem Forschungsarm des Pentagons. Es sollte in Kriegsfällen den Austausch von Informationen beim Ausfall von Teilen des Netzes sicherstellen. Zugleich entstand eine viel potentere Waffe: die Vorherrschaft über die Kommunikationsinstrumente der Neuzeit.

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