Sinkende Margen: Boom der Cloud drückt den SAP-Gewinn

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Sinkende Margen: Boom der Cloud drückt den SAP-Gewinn

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SAPs starkes Geschäft mit Abo-Modellen drückt auf den Gewinn.

von Michael Kroker

Die Cloud ist stark, die Software schwach, demzufolge wird der Gewinnausblick reduziert – so lässt sich das dritte Quartal von SAP zusammenfassen. Reicht das Sparprogramm, um die schwindenden Margen auszugleichen?

Das dritte Geschäftsquartal von SAP ist eher ein schwächeres im Jahresvergleich. Dennoch benötigt der Softwaregigant aus Walldorf am Montag bei der Vorlage seiner Finanzzahlen für die Monate Juli bis September dieses Mal besonders lang, um den Zustand seiner Geschäftsmaschinerie zu erläutern.

Die nackten Zahlen vorab: Der Umsatz stieg im dritten Quartal leicht um knapp fünf Prozent auf fast 4,3 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern auf 881 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 16 Prozent. So weit, so solide – und erst einmal wenig überraschend.

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SAP-Aktie

  • Stärken

    Gute Strategie; große, stabile Kundenbasis, wachsende Umsätze in Schwellenländern

  • Schwächen

    Höhere Kosten als die Konkurrenz, Stammgeschäft betriebliche Standardsoftware wächst weltweit nur noch schwach; weiterhin Notwendigkeit, neue Umsatztreiber zu entwickeln

  • Chancen

    Marktposition wird noch nicht voll in Gewinn und Cash-Flow umgemünzt, hier schlummert noch Potenzial

  • Risiken

    Hohe Bewertung und lange Erfolgsserie machen die Aktie anfällig für Enttäuschungen

  • Empfehlung

    Halten

Aufschlussreicher ist da der Blick auf die Details. Denn der zeigt ein Unternehmen, dessen ohnehin rasanter Wandel sich gerade noch einmal beschleunigt hat. So legten die Cloud-Umsätze von SAP (Subskriptions- und Supporterlöse) im Jahresvergleich währungsbereinigt um satte 42 Prozent zu. Gleichzeitig ‎sanken die reinen Software-Lizenzerlöse – sie sind der Kern des wichtigen Bestandsgeschäfts – um drei Prozent. Nur die gut sprudelnden Supporterlöse sorgen dafür, dass das Stammgeschäft aus Lizenzen und Support insgesamt wächst – wenn auch mit fünf Prozent nur noch einstellig.

"Mit einem Wachstum der Cloud-Umsätze von über 40 Prozent ‎beschleunigen wir den Wandel zum Cloud-Anbieter", lässt sich SAP-Vorstandschef Bill McDermott in der Quartalsmeldung zitieren. Dementsprechend hat SAP seine Prognose fürs Gesamtjahr angepasst: So erwarten die Walldorfer nun bis Jahresende Cloud-Umsätze zwischen 1,04 und 1,07 Milliarden Euro (bisher 1,0 bis 1,05 Milliarden Euro).

Korrigierte Prognose rechnet mit leichtem Plus

Gleichzeitig senken die Walldorfer aber ihre Erwartungen beim Betriebsergebnis: Nunmehr soll der operative Gewinn zwischen 5,6 und 5,8 Milliarden Euro liegen (vorher 5,8 bis 6,0 Milliarden Euro). Zwar würden die Walldorfer auch nach der Korrektur noch ein leichtes Plus gegenüber 2013 (5,48 Milliarden) erzielen.

Dennoch: Der Boom des margenschwächeren Cloud-Geschäfts bei der gleichzeitigen Schwäche des Stammgeschäfts schlägt erstmals nennenswert auf die Bottom-Line von SAP durch.

Genau mit jenen Entwicklungen – Cloud stark, Software schwach, Gewinnausblick reduziert – erklären sich auch zwei der jüngsten Schachzüge von SAP: So schnappte sich SAP-Chef McDermott erst Ende September den Anbieter von Cloud-basierten Reisemanagement-Lösungen Concur für satte 6,5 Milliarden Dollar. Ein teurer, aber vermutlich doch richtiger Schritt: Wie die SAP-Zahlen wieder einmal zeigen, beschleunigt sich der Wandel in Richtung Cloud gerade; künftige Zukäufe werden da eher noch teurer.

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Zugleich hat SAP-Finanzchef Luka Mucic in einem internen Rundschreiben an die Führungskräfte Anfang Oktober den Konzern auf strenge Kostendisziplin eingeschworen und darüber hinaus einen Einstellungsstopp bis 2015 verfügt. Ein Indiz, dass sich SAP der Gewinnbelastung bewusst ist, den der schnellere Anstieg des Cloud-Geschäfts zulasten herkömmlicher Lizenzumsätze mit sich bringt.

Eine Alternative haben die Walldorfer ohnehin nicht. Schließlich sind es die Kunden, die immer stärker in die Cloud drängen. Bleibt bloß die Frage, ob die Walldorfer im kommenden Jahr nicht sogar noch viel stärkere Einschnitte bei der Belegschaft vornehmen müssen, um die schwindende Marge auszugleichen.

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