Smartphone-Boom: Microsoft und Google hinken Apple hinterher

Smartphone-Boom: Microsoft und Google hinken Apple hinterher

Die letzten Quartalszahlen von Microsoft und Google waren enttäuschend. Dabei legen beide Unternehmen bei den Marktanteilen von Smartphones beziehungsweise deren Betriebssystemen kräftig zu. Gewinne macht in diesem Segment aber nur Apple.

Vergangene Woche haben die Internetriesen Microsoft und Google enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt: Der Suchmaschinenbetreiber Google schwächelte im Werbegeschäft und hatte mit höheren Verlusten bei seiner neuen Smartphone-Tochter Motorola zu kämpfen. Umsatz und Gewinn stiegen zwar insgesamt deutlich, das Ergebnis blieb allerdings weit unterhalb der Erwartungen. Entsprechend ging es am Freitag auch mit dem Aktienkurs um 1,5 Prozent bergab.

Jetzt herrscht Zweifel, ob Google mit seinem geänderten Werbemodell mehr Geld aus Reklame auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablet-PCs herausholen und die Mobilfunksparte Motorola auf Kurs bringen kann. Der Handyhersteller, der im Wettbewerb mit Apple, Samsung und Co. weit abgeschlagen zurückliegt, wies vor Sonderposten einen Verlust von 218 Millionen Dollar aus nach einem Minus von 49 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Motorola drückt damit die operative Gewinnmarge von Google, was Analysten Sorgen bereitet. Sie sank auf 28 Prozent von 33 Prozent im Vorjahreszeitraum. Google baut Tausende Stellen bei Motorola ab, um das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu bringen. Google-Chef Larry Page will zudem mit besseren Geräten und neuen Diensten - etwa einem Musikdienst - punkten.

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Wer den Markt der Smartphones regiert

  • Apple

    Platz 1: Mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent führte Apple im zweiten Quartal des Jahres den Smartphone-Markt an. Insgesamt 20, 34 Millionen Smartphones lieferte der Hersteller in diesem Zeitraum an den weltweiten Handel. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von über neun Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr konnte Apple damit sogar eine Steigerung von über 140 Prozent erzielen.

  • Samsung

    Platz 2: Direkt hinter Apple reiht sich der südkoreanische Rivale Samsung mit einem Marktanteil von 17,8 Prozent ein. Insgesamt 19,6 Millionen Smartphones brachten die Koreaner im zweiten Quartal in den weltweiten Handel. Damit hat sich der Hersteller selbst übertroffen: Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von fast 56 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar eine 600-prozentige Steigerung.

  • Nokia

    Platz 3: Mit einem Marktanteil von 15,1 Prozent hat es Nokia trotz der Verluste bei den Smartphones im zweiten Quartal noch unter die drei Besten geschafft. 16,7 Millionen Modelle lieferte der Hersteller aus - das sind 31 Prozent weniger als noch im ersten Quartal.

  • RIM

    Platz 4: Ebenfalls Verluste machte RIM im zweiten Quartal des Jahres. Mit 13,2 Millionen ausgelieferten Smartphones erreichte der Hersteller einen Marktanteil von 12 Prozent, musste im Vergleich zum Quartal zuvor aber einen Rückgang von fast 11 Prozent in Kauf nehmen.

  • HTC

    Platz 5: Der Marktanteil der HTC-Smartphones lag im zweiten Quartal bei 10,8 Prozent. Insgesamt fast 12 Millionen Modelle brachte der Hersteller in den Handel und steigerte damit sein Ergebnis aus dem Quartal zuvor um fast 25 Prozent.

  • Motorola

    Platz 6: Motorola-Smartphones erreichten im zweiten Quartal einen Marktanteil von 4 Prozent. 4,4 Millionen Modelle brachte der Hersteller in diesem Zeitraum in den weltweiten Handel und steigerte sein Ergebnis aus dem ersten Quartal damit um mehr als sieben Prozent.

  • Sharp

    Platz 7: Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat mit 1,48 Millionen ausgelieferten Smartphones im zweiten Quartal einen Marktanteil von 6,8 Prozent erreicht. Im Vergleich zum ersten Quartal konnte der Konzern sein Ergebnis um 1,3 Prozent steigern.

  • Andere

    Unter ferner liefen: Alle anderen, weniger nennenswerten Hersteller machten im zweiten Quartal mit rund 22,7 Millionen ausgelieferten Smartphones zusammengenommen einen Marktanteil von 20,6 Prozent aus. Im Vergleich zum Quartal zuvor entspricht das einer Steigerung von fast 31 Prozent. Betrachtet man den gesamten Markt, so wurden im zweiten Quartal weltweit über 1,1 Milliarden Smartphones der verschiedenen Hersteller ausgeliefert. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von 7,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist es sogar eine Steigerung um rund 82 Prozent.

Bei Microsoft sah und sieht es noch düsterer aus: Der Konzern musste einen Rückgang des Betriebsgewinnes um 24 Prozent hinnehmen. Das Unternehmen hadert mit der Ablösung klassischer PCs durch Smartphones und Tablets. Auf seinen eigenen Tablet-PC Surface musste das Unternehmen 900 Millionen Dollar abschreiben. Die Aktie stürzte um über elf Prozent ab. "Wir werden nicht aus dem Tablet-Markt herausgehen", sagte Microsofts Deutschland-Chef Christian Illek. Die Hoffnung ruht jetzt auf einem Nachfolge-Modell. Details nannte er nicht. Das Surface vermarktet Microsoft seit dem Start von Windows 8 im vergangenen Oktober. Doch auch bei den Smartphones kommt Microsoft nicht weiter: Der Konzern hat in diesem Segment einen schweren Stand gegenüber Apple mit iPhone und iPad sowie den zahlreichen Android-Geräten wie Samsungs Galaxy-Baureihe.

Kaum jemand verdient an Android

Dabei legen beide Unternehmen - sowohl Google als auch Microsoft - anteilsmäßig bei den Smartphone-Betriebssystemen zu. So ist beispielsweise Googles Betriebssystem Android weltweit auf mehr als 70 Prozent der mobilen Geräte installiert. Davon kann Apple mit seinem iOS nur träumen. Trotzdem reicht es für die Internetriesen nicht, um mit der Smartphone-Sparte Geld zu verdienen.

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Der Grund dafür, dass Apple die Konkurrenz zumindest finanziell immer noch abhängt ist, dass niemand so richtig am Betriebssystem Android verdient: Google selber hat den Einstieg ins Smartphone-Geschäft verpennt und vergibt die Software kostenlos. Dafür profitiert Microsoft, weil alle Firmen, die Android nutzen, Microsoft Gebühren in Höhe von rund zehn Dollar pro Gerät zahlen müssen. Daher kommen - zumindest größtenteils - Microsofts 222 Millionen Euro Smartphone-Umsatz, obwohl das eigene Betriebssystem nur rund fünf Prozent Marktanteil bei den Smartphones erreicht. Auch Apple bekommt Lizenzgebühren für jedes verkaufte Android-Gerät. Weil Microsoft aber Probleme mit der PC-Sparte hat, reichen die Lizenzgebühren nicht, um die Verluste auszugleichen. Für Google kommt hinzu, dass immer mehr Menschen überwiegend mobil surfen und sich mobile Anzeigen deutlich schlechter verkaufen lassen.

Apples Erfolgsmodell, ein exklusives Betriebssystem für seine Geräte plus passende Apps im Store anzubieten, rechnet sich also nicht nur unter Imageaspekten.

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