Smartphone-Marktführer: Gewinn von Samsung bricht ein

Smartphone-Marktführer: Gewinn von Samsung bricht ein

, aktualisiert 31. Juli 2014, 15:22 Uhr

In China wird rund jedes dritte Smartphone der Welt verkauft. Doch die Konkurrenz wird stärker. Das bekommt jetzt auch der koreanische Marktführer Samsung zu spüren.

Smartphone-Marktführer Samsung hat unter dem Druck verschärfter Konkurrenz in China einen Gewinneinbruch erlitten. Der Gewinn des südkoreanischen Technologieriesen fiel im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 19,5 Prozent auf 6,3 Billionen Won (rund 4,6 Milliarden Euro). Auch der starke Won trug zu dem Rückgang bei, wie Samsung am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz sank um 8,9 Prozent auf 52,4 Billionen Won. Samsung ist der weltgrößte Hersteller von Handys, Fernsehern und Speicherchips.

In der Handy-Sparte, die mehr als die Hälfte des Samsung-Geschäfts ausmacht, fiel der Umsatz um gut 21 Prozent auf 27,5 Billionen Won. Der operative Gewinn brach sogar um fast 30 Prozent ein. Samsung verlor im vergangenen Quartal laut Marktforschern viel Geschäft im China an einheimische Anbieter wie Huawei und Lenovo. Zugleich räumte Apple im Oberklasse-Markt ab: Die iPhone-Verkäufe stiegen laut Konzernchef Tim Cook um 48 Prozent. Bei Samsung gab es im vergangenen Quartal nach Berechnungen der Analysefirma IDC sogar einen ungewöhnlichen weltweiten Absatzrückgang um vier Prozent auf 74,3 Millionen Smartphones. Damit fiel der Samsung-Anteil am Smartphone-Markt auf 25 Prozent von rund 32 Prozent vor einem Jahr. Die Südkoreaner selbst veröffentlichen keine Verkaufszahlen mehr.

Samsung will nun im niedrigen und mittleren Preisbereich in China gegen die Rivalen ankämpfen. Das könne zunächst angesichts höherer Marketing-Ausgaben weiter zu Lasten des Gewinns gehen, nach Absatzsteigerungen werde man aber wieder mehr verdienen, hieß es. Außerdem sollen noch in diesem Jahr neue Oberklasse-Smartphones von Samsung auf den Markt kommen. Im Herbst dürfte es mit dem nächsten iPhone von Apple auch in diesem Bereich starke Konkurrenz geben. In China hofft Samsung auf bessere Verkäufe mit dem Ausbau der besonders schnellen LTE-Datennetze.

Samsungs Geschäft mit Unterhaltungselektronik entwickelte sich dagegen etwas besser. Der Umsatz stieg um 1,7 Prozent auf 13 Billionen Won. Der operative Gewinn sprang um 79 Prozent auf 770 Milliarden Won hoch. Samsung profitiert unter anderem davon, dass mehr teure Geräte mit der besonders hohen Ultra-HD-Auflösung gekauft werden. Allein in China sei ihr Absatz von Quartal zu Quartal um 88 Prozent gestiegen, hieß es. Unter anderem in Südamerika habe auch die Fußball-WM die Verkäufe von Fernsehgeräten insgesamt angekurbelt. Samsung hatte zu Monatsbeginn bereits einen deutlichen Gewinnrückgang in Aussicht gestellt. Er fiel jedoch höher aus als von Analysten erwartet. Bei hunderten Managern in der Mobil-Sparte seien die Bonuszahlungen für das erste Halbjahr um ein Viertel gekürzt worden, berichtete das „Wall Street Journal“ am Donnerstag.

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