Smartwatches: Warum die Technikwelt auf die Apple Watch wartet

Smartwatches: Warum die Technikwelt auf die Apple Watch wartet

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Apple-Chef Cook und seine Smartwatch: Die Apple Watch soll den Durchbruch für intelligente Uhren bedeuten.

Apple kündigt für Anfang März eine Neuheiten-Konferenz an und versetzt die Konkurrenz in Aufregung: Stellt der Konzern nun seine Apple Watch vor? Warum eine ganze Branche auf  die Uhr wartet.

Die Nachricht schlug in Tech-Kreisen hohe Wellen: Am 9. März lädt Apple zu einer geheimnisvollen Konferenz ein, Details zum Inhalt nannte der Konzern nicht. Nun wird gemunkelt, dass Apple hier seine erste Smartwatch vorstellen wird, die im April auf den Markt kommen soll. Die Erwartungen an das Gerät sind enorm: Seit Monaten heißt es in der Branche, die Apple Watch werde den Durchbruch der intelligenten Uhren bedeuten.

Fakt ist: Bisher sind Smartwatches noch ein vergleichsweise kleines Segment. Im vergangenen Jahr verkauften laut Marktforschungsunternehmen Smartwatch Group 89 Hersteller weltweit etwa 6,8 Millionen Uhren. Zum Vergleich: Das iPhone 6 ging allein am ersten Verkaufswochenende zehn Millionen Mal über den Ladentisch.  

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Die bisherigen Modelle eint ein großes Problem: „Viele Nutzer fragen sich noch, was sie überhaupt mit einer Smartwatch anfangen sollen“, sagt Pascal Koenig, Geschäftsführer der Smartwatch Group. „Bisher fehlen noch Anwendungen, die die Uhren zu unentbehrlichen Begleitern machen.“

Das sind Apples fünf größte Konkurrenten

  • Samsung

    Samsung ist einer von Apples größten Konkurrenten, nicht nur auf dem Gebiet der Datenuhren. Der südkoreanische Konzern ist laut Smartwatch Group zurzeit führend im Segment mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent. Samsung brachte bereits 1999 eine intelligente Uhr auf den Markt, war damals aber seiner Zeit voraus. Heute verkauft der Konzern die „Galaxy Gear“-Reihe, von der im vergangenen Jahr gleich fünf neue Modelle an den Start gingen. Etwa 1,2 Millionen Exemplare konnte Samsung davon 2014 absetzen.

    Quelle: Smartwatch Group

  • Lenovo/Motorola

    Motorola-Uhren machten im vergangenen Jahr vor allem durch ihr Design auf sich aufmerksam: Die Ende 2014 erschienene Moto 360 ist eine der ersten Smartwatches, die ein rundes Display hat und auch mit einem Metall-Armband erhältlich ist. Das Gerät läuft mit Android Wear, dem Smartwatch-Betriebssystem von Google. Motorola hatte mit 10 Prozent den zweitgrößten Anteil am Smartwatch-Markt im vergangenen Jahr.

  • LG

    LG setzt sowohl auf Fitness-Armbänder als auch auf Luxus-Modelle: Anfang 2014 kam das Lifeband Touch auf den Markt, das unter anderem die Schrittzahl und verbrannte Kalorien des Trägers anzeigt. Als Antwort auf die Apple Watch soll in diesem Jahr die LG Watch Urbane folgen, die vom Design an herkömmliche Uhren angelehnt ist. Im vergangenen Jahr verkaufte LG 420.000 Smartwatches und hat damit einen Marktanteil von etwa sieben Prozent.

  • Pebble

    Der Erfolg des Herstellers Pebble ist bemerkenswert: 2012 mithilfe von Crowdfunding finanziert, hat sich der Konzern des Kanadiers Eric Migicovsky mit einem Marktanteil von sieben Prozent auf dem Markt etabliert. Für seine neue Uhr „Pebble Time“ sammelt der Konzern zurzeit wieder Spenden auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter ein: Bereits am ersten Tag unterstützen 40.000 Menschen Pebble mit acht Millionen Euro und kriegen das neue Gerät nun als erste Kunden zugestellt. Der Vorteil der Pebble-Uhren: Sie sind leicht zu bedienen und haben eine längere Batterie-Laufzeit als die Modelle der Konkurrenz.

  • Garmin

    Der Schweizer Hersteller Garmin liefert Smartwatches für Freizeitaktivitäten: Seine Zielgruppe sind unter anderem Läufer, Piloten und Golfer, für die Garmin maßgeschneiderte Uhren herstellt. Unter anderem bieten die Smartwatches ein GPS-System, einen Kompass und ein Altimeter. 2014 verkaufte Garmin 400.000 Uhren und hat einen Marktanteil von sieben Prozent.

Das zeigt auch eine Studie der Consulting Firma Endeavour Partners, die das Nutzerverhalten bei Smartwatches in den Vereinigten Staaten untersuchte: Demnach legt rund ein Drittel der Käufer seine Smartwatch nach spätestens sechs Monaten wieder ab. Der Grund: Sie verlieren das Interesse am Gerät.

Fitness-Armbänder dominieren den Markt

Der Markt wird bisher vor allem von Fitnessarmbändern dominiert, die zum Beispiel den Puls oder die Schrittzahl messen können. Die Fitness-Tracker sind simpel zu bedienen - gelten jedoch als eher klobig.

Apples neue Uhr soll das Segment nun fit für den Massenmarkt machen. „Ich glaube, dass die Apple Watch ein Meilenstein für Smartwatches wird“,  sagt Experte Koenig. „Darauf deuten alle Anzeichen hin.“ Für dieses Jahr rechnet Smartwatch Group mit weltweit 30 Millionen verkauften intelligenten Uhren – die Hälfte davon soll von Apple kommen.

Grund für diese Annahme sind vor allem die angekündigten Funktionen der Uhr: Die Apple Watch soll nicht nur Pulsmesser und Schrittzähler sein, sondern auch mobiles Bezahlen ermöglichen.

Außerdem baut der Konzern aus Cupertino auf die Unterstützung von App-Entwicklern weltweit: Wie schon bei iPhone und iPad soll es einen App-Store geben, in dem Drittanbieter zusätzliche Anwendungen verkaufen können. Welche Apps die Uhr aber konkret bieten wird, ist noch unklar. Trotzdem bietet Apple seinen Nutzern spannendere Ansätze als viele seine Mitbewerber, glauben Experten.

Was schon sicher ist: Die Apple Watch soll leichter und flacher sein als viele Smartwatches der Konkurrenz. „Bisher sind die Uhren noch ziemlich hässlich und eher was für Nerds“, sagt Pascal Koenig. „Apples Smartwatch soll ein Design-Objekt sein und dadurch neue Zielgruppen ansprechen.“

Drei unterschiedliche Versionen will Apple auf den Markt bringen: Das Standard-Modell, eine Sportversion aus Aluminium und eine goldene Luxus-Variante. Vor wenigen Tagen bestellte Apple die ersten fünf Millionen Exemplare bei seinem Zulieferer in Taiwan, im April soll die Uhr dann auf den Markt kommen. „Apple bietet sehr spannende Ansätze, um den Nutzen einer Smartwatch zu erhöhen“, sagt Florian Schumacher, Wearables-Experte und Gründer der Self-Tracking-Gruppe Quantified Self Deutschland. „Damit definiert die Firma das Segment neu.“

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Für die anderen Smartwatch-Hersteller bedeutet der Markteintritt Apples natürlich mehr Konkurrenz – aber auch eine Chance. „Andere Anbieter werden sich natürlich genau anschauen, was Apple macht und ihre Lehren daraus ziehen“, sagt Pascal Koenig. Wenn der Markt erstmal offen sei, werde es auch für andere Hersteller leichter. „Das wird ein ähnlicher Effekt sein, wie ihn das  iPhone auf Smartphones hatte.“

Seiner besonderen Rolle am Markt ist sich Apple offenbar bewusst: Mit 349 Euro ist die Apple Watch fast doppelt so teuer wie eine durchschnittliche Smartwatch der Konkurrenz. Den finanziellen Erfolg von iPhone und iPad wird Apple mit seiner Uhr aber wohl nicht wiederholen können. „Eine Smartwatch ist nun mal nicht so essenziell wie ein Smartphone oder ein Computer“, sagt Florian Schumacher. „Die Uhren sind eher etwas für Leute, die viel kommunizieren oder besonders viele Apps nutzen.“

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