Snapchat & Co.: Das sind Facebooks junge Verfolger

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Snapchat & Co.: Das sind Facebooks junge Verfolger

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Facebook muss vor Gründern wie dem Snapchat-CEO Evan Spiegel Angst haben. Deshalb versucht das Unternehmen, die Konkurrenz zu kaufen.

Sie sind Anfang, Mitte 20, kommen von renommierten Universitäten und haben Geschäftsideen, die Facebook Milliarden wert sind. Wer sind die neuen Zuckerbergs, die dem sozialen Netzwerk gefährlich werden?

Facebook hat weltweit 1,189 Milliarden aktive Nutzer, binnen eines Jahres kamen ganze 182 Millionen Nutzer hinzu. In Deutschland sind 81 Prozent der 12- bis 19-Jährigen bei dem sozialen Netzwerk aktiv - genau wie ihre Lehrer, Eltern, die Großtante oder die neugierige Nachbarin. Hipp und subversiv geht anders, Facebook ist mittlerweile so cool wie ein Festnetzanschluss. Das muss auch das soziale Netzwerk eingestehen: Das von Mark Zuckerberg geführte Unternehmen hatte jüngst eingeräumt, dass zumindest in den USA weniger Teenager täglich vorbeischauen. Um für die junge Zielgruppe wieder attraktiver zu werden, wenn auch nur indirekt, kauft Facebook deshalb junge Unternehmen dazu. Oder versucht es zumindest. Der Versuch, das Startup Snapchat zu kaufen, dass sich bei jungen Leuten großer Beliebtheit erfreut, ging zumindest gründlich in die Hose. Drei Milliarden Dollar hatte Facebook dem erst 23-jährigen Gründer Evan Spiegel für sein Unternehmen geboten. Doch der lehnte ab. Laut Investorenmeinung sei das Unternehmen mindestens vier Milliarden wert, Spiegel will sich nicht zu billig verkaufen. Und schließlich steige der Wert mit der Zeit. Nun kann man sich fragen, wie gierig Spiegel, der noch bei seinem Vater lebt, sein mag, drei Milliarden Dollar auszuschlagen.

Auf der anderen Seite liefe sein Unternehmen, dass er mit Kommilitonen von der Stanford Universität gegründet hat, Gefahr, nach einer Übernahme einfach zu verschwinden. So wie es vielen Unternehmen ging, die Facebook geschluckt hat. Facebook übernimmt ein Start-up, das dazugehörige Personal und schließt daraufhin den ursprünglichen Dienst. Von der übernommenen Firma bleibt oft nicht mehr als der Blogeintrag: "Tschüss Leute, wir sind dann mal bei Facebook." So geschehen bei Spool, Friendfeed, Face.com, Snaptu oder drop.io - Konkurrenten kaufen und dicht machen, lautet die Devise. Erfreuliche Ausnahme ist bisher Instagram geblieben, das Anfang 2012 von Facebook für eine Milliarde Dollar übernommen wurde. Einer der jetzigen Snapchat-Investoren, die Finanzfirma Benchmark, war übrigens auch bei Instagram an Bord. Sie sei enttäuscht gewesen von der Entscheidung der Gründer, schon bei einer Milliarde Dollar zu verkaufen.

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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg muss Spiegels Ablehnung bekannt vorgekommen sein. Schließlich hatte er selbst einst nicht verkauft als der Internet-Riese Yahoo in den Anfangszeiten von Facebook eine Milliarde Dollar geboten hatte. Inzwischen ist Facebook nach dem Börsengang rund 120 Milliarden Dollar wert, etwa drei Mal so viel wie Yahoo. Das ändert aber nichts daran, dass Facebook eine Verjüngungskur bei seinen Nutzern braucht. Nach der Gründung von Snapchat 2011 versuchte das soziale Netzwerk bereits selbst, eine eigene Plattform für von selbst verschwindende Fotos mit der App Poke aufzubauen. Es gibt aber keine Angaben darüber, wie rege sie genutzt wird. Bei Snapchat läuft es dagegen rund: Über die App lassen sich Fotos und Videos an Freunde schicken. Die Bilder sind allerdings nur ein bis zehn Sekunden lang zu sehen. 350 Millionen Schnappschüsse wurden zuletzt pro Tag verschickt, nach 200 Millionen im Juni.
Wer Facebook noch gefährlich werden kann

Neben Evan Spiegel dürften auch Brian Acton und Jan Koum Facebook Sorgen bereiten. Acton und Koum sind ehemalige Yahoo-Mitarbeiter und bezeichnen sich selbst als Computerfreaks. Sie sind die Erfinder der Nachrichtenapp "What'sApp", die Facebook angeblich im Dezember letzten Jahres zu übernehmen versucht hat. In Anbetracht der Tatsache, dass What'sApp zu einer der meist genutzten Anwendungen gehört, ist das nicht weiter verwunderlich.

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Statt dessen versucht Facebook jetzt mit einem eigenen Messenger, die jungen Kunden an sich zu binden. Seit Ende 2012 kann jeder Android-Nutzer in dem Messenger ein Konto starten, in dem lediglich seinen Namen und seine Telefonnummer hinterlässt. Eine Verknüpfung des Messengers mit einem bestehenden Facebook-Konto ist nicht mehr notwendig. Genau mit dieser Strategie hat What's App weltweit schätzungsweise rund 300 Millionen Nutzer gewonnen. Und auch Line hat das Zeug zum Facebook-Nachfolger: Hinter der japanischen What'sApp-Alternative steckt zwar kein junger Kopf, aber die Anwendung läuft Facebook im asiatischen Raum den Rang ab. Nach dem Erdbeben im Jahr 2011 entwickelte der japanische Konzern Naver die App "Line". Mehr als 100 Millionen Nutzer - vor allem aus der jungen Zielgruppe - nutzt den Nachrichtendienst. Mittlerweile ist die Anwendung auch außerhalb Japans vertreten und schafft es in gut 20 Ländern unter die Top 25 der Gratis-iPhone-Apps. Was die App anderen Diensten überlegen macht, ist dass Nutzer ihre Handynummer nicht angeben müssen, um die App zu nutzen. Stattdessen lassen sich Kontakte auch über Benutzernamen oder Standortabgleichung finden. Wer seinem Sitznachbarn in der U-Bahn seine Kontaktdaten, nicht aber seine Nummer geben möchte, kann das somit tun.

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