Social Media: Gefahr für Facebooks Börsengang?

Social Media: Gefahr für Facebooks Börsengang?

Dunkle Wolken am Facebook-Himmel? Kaum gibt es Gerüchte um verpasste Umsatzzahlen, klagt auch noch Yahoo wegen Patentverletzungen.

Kurz vor dem Börsengang soll und darf nichts mehr schiefgehen. Doch ausgerechnet jetzt kommt es für Facebook von allen Seiten.

In Deutschland droht Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner mit dem Kartellamt: „Wenn eine so große Marktmacht aufgebaut wird, dass ich als Gewerbetreibender an einem Medium nicht mehr vorbeikomme, stellt sich irgendwann die Frage: Ist es ein Monopol?“, sagte sie.

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Zahlen und Fakten zu Facebook

  • Umsatz und Gewinn

    Facebook ist schon seit Jahren profitabel. 2011 gab es eine Milliarde Dollar Gewinn, im Jahr davor 606 Millionen und 2009 auch schon 229 Millionen Dollar. Im Jahr 2008 lag der Verlust bei 56 Millionen Dollar und 2007 bei 138 Millionen Dollar. Facebook ist inzwischen ein außerordentlich lukratives Geschäft.

    Den Milliardengewinn 2011 schaffte das Online-Netzwerk mit nur 3,7 Milliarden Dollar Umsatz.

  • Werbung

    Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. 2011 lag der Anteil bei 85 Prozent.

  • Zynga

    Die virtuellen Welten des Onlinespiele-Spezialisten Zynga sind ein wichtiges Element des Facebook-Geschäfts. Im vergangenen Jahr steuerte der Anbieter von Games wie „Farmville“ oder „Cityville“ zwölf Prozent der Facebook-Umsätze bei.

  • Mitglieder

    Facebook hat mehr aktive Mitglieder als man bisher dachte. In den Börsenunterlagen spricht das Online-Netzwerk von 845 Millionen aktiven Nutzern im Monat Ende 2011. Und 483 Millionen nutzen Facebook jeden Tag. Von mobilen Geräten greifen im Monat 425 Millionen Menschen auf Facebook zu. Sie bekommen aktuell keine Werbung zu sehen.

  • Wachstum wird langsamer

    Das Wachstum von Facebook im Heimatmarkt USA hat sich abgebremst, wenn auch auf hohem Niveau. Von September auf Dezember 2011 stieg die Zahl der täglich aktiven Nutzer lediglich von 124 auf 126 Millionen.

  • Facebook in Deutschland

    Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Mehr als 22 Millionen Nutzer seien beim Marktführer aktiv, berichtete das Blog Allfacebook.com kürzlich unter Berufung auf den Facebook AdPlanner, ein Werbe-Tool des Unternehmens. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 10 Millionen.

  • Stimmanteile

    Mark Zuckerberg wird Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff haben. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen werden. Damit wird Zuckerberg auch in Zukunft ein geringer Anteil reichen, um sein Unternehmen zu kontrollieren. Mark Zuckerbergs Vater, der Facebook 2004 und 2005 finanziell unterstützt hat, bekam im Dezember 2009 zwei Millionen Aktien der Klasse B.

  • Mitarbeiter

    Facebook hat 3200 Mitarbeiter. Die Zahl der Beschäftigten stieg im vergangenen Jahr um 50 Prozent.

  • Probleme in China und Russland

    Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Online-Netzwerk - nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren. Über einen Markteintritt in China hat Facebook laut Börsenprospekt noch nicht entschieden. Am russischen Konkurrenten Vkontakte ist der Investor DST beteiligt, der auch ein großer Facebook-Anteilseigner ist.

Patentklage von Yahoo

Zudem will Konkurrent Yahoo Geld: Im Online-Werbemarkt kann Yahoo zwar mit Facebook nicht mithalten. Dafür wirft der Internet-Pionier dem Rivalen Patentverletzungen vor. Es gehe um zehn bis 20 Patente, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf informierte Personen. Sie deckten Bereiche wie Funktionen von Online-Netzwerken, Werbung und Personalisierung ab.

Der Moment ist geschickt gewählt: Eine laufende Patentklage wäre für Facebook ein erhebliches Hindernis auf dem Weg an die Börse. Entsprechend groß ist der Druck für eine Einigung. „Wir müssen darauf bestehen, dass Facebook ein Lizenzabkommen eingeht. Oder wir werden gezwungen sein, Schritte zu ergreifen, um unsere Rechte zu schützen“, erklärte Yahoo.

Investment Jetzt schon Facebook kaufen

Erst in einigen Monaten wird Facebook an die Börse gehen. Doch schon jetzt können sich Anleger an dem sozialen Netzwerk beteiligen. Wie das geht.

Illustration: WirtschaftsWoche-Redakteur hat Facebook am Haken Quelle: Torsten Wolber

Vor dem Google-Börsengang 2004 schlug Yahoo ähnlich zu. Damals hatte das Unternehmen Overture, einen Spezialisten für Suchmaschinenwerbung, gekauft, der eine Klage gegen Google startete. Damals bekam Yahoo bei der Einigung 2,7 Millionen Google-Aktien. Wenige Wochen später war das Paket mit dem Börsengang rund 230 Millionen Dollar wert. Zum heutigen Aktienkurs wären es sogar 1,6 Milliarden Dollar. Im Fall Facebook könnte eine Patentklage ebenfalls sehr lukrativ werden: Nach bisherigen Plänen will das Unternehmen mit der Aktienplatzierung rund fünf Milliarden Dollar einnehmen. Konkrete Details sind noch offen. Schon seit Monaten wird aber über einen angepeilten Börsenwert von bis zu 100 Milliarden Dollar spekuliert.

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