Software-Konzern: SAP schraubt Gewinnziel zurück

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Software-Konzern: SAP schraubt Gewinnziel zurück

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SAP wächst etwas langsamer als ursprünglich geplant.

SAP wächst langsamer als erwartet. Der Software-Riese schraubte die mittelfristigen Gewinnziele zurück. SAP-Chef Bill McDermott will dennoch bis 2020 den Umsatz deutlich steigern.

Der Softwarekonzern SAP macht wegen des Ausbaus des Cloud-Geschäfts erneut Abstriche am Gewinnwachstum in den kommenden Jahren. Das Betriebsergebnis werde 2017 zwischen 6,3 und 7,0 Milliarden Euro liegen bei einem Gesamtumsatz von maximal 22 Milliarden Euro, teilte der Konzern am Dienstag in Walldorf mit.

Die Entwicklung von SAP

  • 1972: Der Urknall

    Gründung als SAP Systemanalyse und Programmentwicklung in Weinheim; 1976 Umbenennung in Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung; 1977 Umzug nach Walldorf.

  • 1973: Der Startschuss

    Fertigstellung der ersten Finanzbuchhaltungssoftware namens System RF - Grundstein für das spätere Komplettpaket R/1 als umfassende betriebswirtschaftliche Standardsoftware.

  • 1988: Die Expansion

    Die 1979 erstmals angebotene Software R/2 boomt: Bis Jahresende setzt SAP 245 Millionen Mark um. Im Oktober geht das Unternehmen für umgerechnet 380 Euro je Aktie an die Börse.

  • 1991: Der Megaseller

    Auf der Computermesse Cebit zeigt SAP erstmals die Software R/3, an der die Entwickler seit 1987 arbeiteten. Für den Mittelstand konzipiert, erweist sich R/3 als Megaseller für Konzerne.

  • 1998: Die Globalisierung

    Zur Untermauerung der Auslandsexpansion und zur Eroberung des US-Marktes notiert SAP im August an der New York Stock Exchange. Umsatz 4,3 Milliarden Euro.

  • 2007: Die Beschleunigung

    SAP kauft für 4,8 Milliarden Euro den französischen Softwareanbieter Business Objects. 2010 folgt der Kauf des US-Softwarehauses Sybase für 4,6 Milliarden Euro. Die Basis für neues Wachstum ist geschaffen.

  • 2010: Der Neuanfang

    Nach weniger als einem Jahr muss Léo Apotheker als Chef seinen Hut nehmen. Oberkontrolleur Hasso Plattner beruft Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott als Nachfolger.

  • 2011: Der Angriff

    Dem Chefduo Snabe und McDermott gelingt das beste Jahr der Unternehmensgeschichte. Ende 2011 kündigen sie die Übernahme des US-Anbieters SuccessFactors an. Damit schalten sie um auf neue Produkte im zukunftsträchtigen Mobil- und Cloud-Computing-Geschäft.

  • 2012: Das Durchstarten

    Mit der Milliardenübernahme des US-Anbieters Ariba verstärken die Co-Chefs Snabe und McDermott ihr neues Cloud-Geschäft weiter. Zugleich erhält SAP ein riesiges Internet-basiertes Beschaffungs-Netzwerk für Geschäftskunden.

  • 2013: Die Umwandlung

    Im Frühjahr gibt SAP bekannt, sich in eine europäische Aktiengesellschaft SE umwandeln zu wollen. In der Belegschaft weckt das Befürchtungen, der Konzern könne mittelfristig seinen Firmensitz weg von Walldorf verlagern.

  • 2014: Der Alleinherrscher

    Auf der Hauptversammlung im Mai wird McDermott alleiniger SAP-Chef. Sein bisheriger Kompagnon Snabe rückt in den Aufsichtsrat. McDermott will SAP noch schlanker und flexibler machen sowie das Unternehmen ganz auf die Cloud trimmen.

Ein Margenziel nannte SAP nicht mehr, doch entspräche dies einem operativen Gewinn von höchstens 31,8 Prozent vom Umsatz. Bisher war das Ziel für 2017 eine operative Rendite von 35 Prozent bei einem Umsatz von mehr als 22 Milliarden Euro.

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Grund ist die Umstellung des Produktangebots auf Mietsoftware aus dem Internet. Viele Kunden steigen auf Cloud-Software um, dabei verteilen sich die Einnahmen für SAP auf mehrere Jahre. Das geht zum Teil auf Kosten des traditionellen Geschäfts mit Lizenzen für Software, die bei den Kunden fest installiert und beim Erwerb komplett bezahlt wird.

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Im vergangenen Jahr steigerte der Weltmarktführer für Firmensoftware das um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsergebnis um drei Prozent auf 5,64 Milliarden Euro, wie SAP schon am 12. Januar bekannt gegeben hatte. Das entsprach bei einem Umsatz von 17,6 Milliarden Euro einer Umsatzrendite von 32,1 Prozent. Abzüglich der Sonderfaktoren wie Abschreibungen auf erworbene Firmen sank der operative Gewinn um drei Prozent auf 4,33 Milliarden Euro.

Bis 2020 soll der Umsatz des Softwarekonzerns zwar nun auf 26 bis 28 Milliarden Euro anwachsen, sagte SAP-Chef Bill McDermott am Dienstag in Walldorf. 7,5 bis 8 Milliarden Euro sollen dann aus dem Geschäft mit Abo-Modellen stammen.

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