Softwarekonzern: SAP-Chefs haben vieles richtig gemacht

ThemaSAP

KommentarSoftwarekonzern: SAP-Chefs haben vieles richtig gemacht

von Michael Kroker

Die heutige Vorlage der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 ist eine Demonstration der Stärke – eine Bilanz, die maßgeblich den beiden CEOs Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott zu verdanken.

Bild vergrößern

Am Mittwoch stellt der Softwarekonzern SAP in Frankfurt seine Bilanz für das Jahr 2011 vor.

Die wichtigsten Kennziffern haben sie schon vor rund zwei Wochen preisgegeben, als sie überraschend die vorläufigen Zahlen für 2011 präsentierten:  So wuchs der Umsatz im Gesamtjahr währungsbereinigt um 15 Prozent auf knapp 14,3 Milliarden Euro, die wichtigen Softwareerlöse gar um 25 Prozent auf fast vier Milliarden Euro. „Wir haben die besten Ergebnisse in der 40-jährigen Geschichte der SAP erzielt“, frohlockten die Vorstandschefs Snabe und McDermott.

Anzeige

Bei der heutigen Jahrespressekonferenz des Softwaregiganten aus Walldorf legen Snabe und McDermott gemeinsam weitere Details zu den Kennzahlen vor. Demnach kletterte im Jahr 2011 der Nettogewinn von SAP ohne Sondereffekte durch den TomorrowNow-Rechtsstreit mit US-Rivale Oracle um 23 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Auch beim Ausblick auf 2012 bleibt Snabe zuversichtlich: Bei den Software-Lizenzen sowie den Wartungserlösen erwartet SAP auch in diesem Jahr ein zweistelliges Wachstum. „Unser Geschäft entwickelt sich hervorragend“, so Snabe.

Kehrtwende bei SAP ist gelungen

Um zu ermessen, welche wirklich dramatisch zu nennende Kehrtwende den beiden SAP-Topmanagern gelungen ist, lohnt ein Blick in die Vergangenheit: Es war Ende Januar 2010, fast auf den Tag genau vor zwei Jahren, als ein mürrischer und wie so oft schlecht gelaunter Léo Apotheker, der damalige SAP-Chef, vor die Presse tritt. Im Gepäck hat er Zahlen, die auf breiter Front einen Rückgang ausweisen: Der Umsatz 2009 ist währungsbereinigt um neun Prozent auf 10,6 Milliarden Euro geschrumpft, der Nettogewinn um vier Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Geradezu dramatisch sieht es damals vor allem bei den Software-Erlösen aus, die von 3,6 auf 2,6 Milliarden Euro um fast 30 Prozent einbrechen. Dies wiegt umso schwerer, weil jene Kennziffer ein Indikator fürs künftige Geschäft ist, schließlich ziehen Software-Verkäufe in der Folge weitere Umsätze durch Wartungserlöse nach sich. Mit den Zahlen bekommt Apotheker gewissermaßen die Quittung für seinen rüden Kurs gegenüber Kunden wie Mitarbeitern  – die Unternehmen sind geradezu in einen Käuferstreik gegen SAP getreten.

Die Folge: Anfang Februar 2010, keine zwei Wochen später, muss Apotheker seinen Hut nehmen. Mitgründer und Aufsichtsratsboss Hasso Plattner installiert mit McDermott und Snabe die heutige Doppelspitze – ein Schachzug, der viele überraschte, intern wie extern. Ich bekenne, auch ich sah die beiden damals eher als eine Verlegenheitslösung, als Übergangskandidaten.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%