Softwarekonzern: SAP startet Abfindungsprogramm in Deutschland

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Softwarekonzern: SAP startet Abfindungsprogramm in Deutschland

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Das Logo des Softwarekonzerns SAP.

Drei Prozent seiner Stellen will SAP weltweit streichen. Abfindungen sollen die Mitarbeiter zum Wechseln bewegen. Kommende Woche startet das Abfindungsprogramm in Deutschland.

Hunderte SAP-Mitarbeiter in Deutschland werden nach den Plänen des Softwarekonzerns ihre Stelle aufgeben müssen. Von kommender Woche an werden Teilen der knapp 17.673 Mitarbeiter in Deutschland freiwillige Abfindungsprogramme angeboten, wie der Deutschland-Personalleiter von SAP, Wolfgang Fassnacht, der Deutschen Presse-Agentur vor einer Mitarbeiterversammlung sagte.

Wie viele Stellen in Deutschland damit genau eingespart werden sollen, wollte Fassnacht unter Verweis auf die Freiwilligkeit des Programms nicht sagen. Der Betriebsrat rechnet damit, dass Europa überproportional betroffen sein wird.

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Die Entwicklung von SAP

  • 1972: Der Urknall

    Gründung als SAP Systemanalyse und Programmentwicklung in Weinheim; 1976 Umbenennung in Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung; 1977 Umzug nach Walldorf.

  • 1973: Der Startschuss

    Fertigstellung der ersten Finanzbuchhaltungssoftware namens System RF - Grundstein für das spätere Komplettpaket R/1 als umfassende betriebswirtschaftliche Standardsoftware.

  • 1988: Die Expansion

    Die 1979 erstmals angebotene Software R/2 boomt: Bis Jahresende setzt SAP 245 Millionen Mark um. Im Oktober geht das Unternehmen für umgerechnet 380 Euro je Aktie an die Börse.

  • 1991: Der Megaseller

    Auf der Computermesse Cebit zeigt SAP erstmals die Software R/3, an der die Entwickler seit 1987 arbeiteten. Für den Mittelstand konzipiert, erweist sich R/3 als Megaseller für Konzerne.

  • 1998: Die Globalisierung

    Zur Untermauerung der Auslandsexpansion und zur Eroberung des US-Marktes notiert SAP im August an der New York Stock Exchange. Umsatz 4,3 Milliarden Euro.

  • 2007: Die Beschleunigung

    SAP kauft für 4,8 Milliarden Euro den französischen Softwareanbieter Business Objects. 2010 folgt der Kauf des US-Softwarehauses Sybase für 4,6 Milliarden Euro. Die Basis für neues Wachstum ist geschaffen.

  • 2010: Der Neuanfang

    Nach weniger als einem Jahr muss Léo Apotheker als Chef seinen Hut nehmen. Oberkontrolleur Hasso Plattner beruft Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott als Nachfolger.

  • 2011: Der Angriff

    Dem Chefduo Snabe und McDermott gelingt das beste Jahr der Unternehmensgeschichte. Ende 2011 kündigen sie die Übernahme des US-Anbieters SuccessFactors an. Damit schalten sie um auf neue Produkte im zukunftsträchtigen Mobil- und Cloud-Computing-Geschäft.

  • 2012: Das Durchstarten

    Mit der Milliardenübernahme des US-Anbieters Ariba verstärken die Co-Chefs Snabe und McDermott ihr neues Cloud-Geschäft weiter. Zugleich erhält SAP ein riesiges Internet-basiertes Beschaffungs-Netzwerk für Geschäftskunden.

  • 2013: Die Umwandlung

    Im Frühjahr gibt SAP bekannt, sich in eine europäische Aktiengesellschaft SE umwandeln zu wollen. In der Belegschaft weckt das Befürchtungen, der Konzern könne mittelfristig seinen Firmensitz weg von Walldorf verlagern.

  • 2014: Der Alleinherrscher

    Auf der Hauptversammlung im Mai wird McDermott alleiniger SAP-Chef. Sein bisheriger Kompagnon Snabe rückt in den Aufsichtsrat. McDermott will SAP noch schlanker und flexibler machen sowie das Unternehmen ganz auf die Cloud trimmen.

Der Konzern aus Walldorf ist dabei, sein Angebot von fest installierter Software auf Abo-Modelle (Cloud Computing) umzustellen. Dadurch werden Jobs in bestimmten Bereichen überflüssig. Das Programm greift in Bereichen, in denen SAP kein Wachstum erwartet. Nehmen die Mitarbeiter einen Wechsel in einen anderen Bereich nicht an, können sie eine Abfindung nehmen.

Außerdem wird Mitarbeitern im gesamten Unternehmen, die Jahrgang 1960 oder älter sind, eine Abfindung angeboten. Schon im März hatte SAP angekündigt, dass es für etwa drei Prozent der 74.000 Mitarbeiter weltweit gelten soll - das wären etwa 2000 Arbeitsplätze.

Damit fällt der Stellenabbau deutlich moderater aus als bei anderen globalen IT-Firmen. SAP-Rivale Microsoft hatte im Juli 2014 einen Stellenabbau von 18.000 Jobs beschlossen. Der vor allem von Problemen im Hardware-Geschäft gebeutelte Computerkonzern Hewlett-Packard streicht 50.000 Arbeitsplätze. SAP will am Ende des Jahres in Deutschland - genau wie im Gesamtkonzern - unter dem Strich Stellen aufbauen, wie ein Sprecher betonte.

„Drei Prozent der Stellen sind von dem Umbau betroffen in Bereichen, in denen wir nicht mehr so stark investieren - ausschließlich in vertriebsunterstützenden Tätigkeiten“, sagte Fassnacht. „Im Bereich Cloud Computing werden wir Stellen aufbauen - und dort entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“

SAP-Betriebsratschef Ralf Herzog betonte: „Die drei Prozent werden nicht gleichförmig über die Welt verstreut sein. Die Schwankungen dürften aber nicht allzu groß sein.“ Schon bei der Ankündigung des Programms Anfang März hatte Herzog gesagt, dass Europa wohl überproportional von dem Abbau betroffen sein würde.

Ende März war aus Betriebsratskreisen gedrungen, dass in Europa bis zu 1600 der gut 30.000 Arbeitsplätze wegfallen könnten. Das wären etwa fünf Prozent der Mitarbeiter. „In Europa schätzen wir den Wirkungsgrad derzeit zwischen 3 bis fünf Prozent“, sagte Fassnacht. Weil betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen seien, handele es sich dabei um reine Annahmen.

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Wie hoch der Anteil auf Deutschland in Deutschland sein wird, hängt unter Umständen auch davon ab, wie stark die Abfindungsprogramme in anderen europäischen Ländern angenommen werden, hieß es aus dem Betriebsrat. In Deutschland ist der Altersdurchschnitt der Belegschaft mit etwas mehr als 42 Jahren höher als im übrigen Europa.

Betriebsbedingte Kündigungen soll es diesmal in Europa explizit nicht geben. Im vergangenen Jahr hatte SAP erstmals in der Firmengeschichte diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dann aber zumindest in Deutschland keinen Gebrauch davon gemacht. Diesmal setzt der Konzern wie bei seinem ersten Kürzungsprogramm im Jahr 2009 auf Freiwilligkeit. Der Betriebsrat zeigte sich insgesamt zufrieden.

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