Softwareunternehmen: SAPs neuer, dunkler Partner in China

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Softwareunternehmen: SAPs neuer, dunkler Partner in China

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Wie viel Skepsis ist bei Huawei angebracht? SAP wagt eine Kooperation.

von Philipp Mattheis

SAP will wachsen in China. Um den Markt besser zu erschließen, geht das Unternehmen mit dem Telekommunikationsausrüster Huawei eine Partnerschaft ein. Dem Unternehmen werden immer wieder Sicherheitslücken in seinen Produkten vorgeworfen.

Eine Mauer umgibt die Arbeitersiedlung in Shenzhen. Doch einen ausschließenden oder gar bedrohlichen macht das Gelände deswegen nicht. Die Wohngebäude dahinter wirken gepflegt und haben - das ist ungewöhnlich für China - sogar einen gewissen ästhetischen Reiz. Dort, vor den Toren Hongkongs hat eine der erfolgreichsten chinesischen Firmen ihren Sitz. Dem Telekommunikationsausrüster Huawei scheint die jüngst etwas schwächelnde Konjunktur in China wenig auszumachen.

Großes Potenzial

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Ebenso wenig wie der deutschen Software-Firma SAP. Vergangene Woche gaben die Walldorfer bekannt, die Belegschaft in China bis Ende 2013 verdoppeln zu wollen. Momentan beschäftigt SAP 3500 Mitarbeiter in China. „Das Land ist im zweiten Quartal unter den Top-zehn-Märkten von SAP gewesen“, sagte SAP-Manager Alex Atzberger am vergangenen Donnerstag. Um 30 Prozent sei der Umsatz im zweiten Quartal gewachsen. Langfristig soll das sogar Land der drittwichtigste Markt für SAP werden.

Die Entwicklung von SAP

  • 1972: Der Urknall

    Gründung als SAP Systemanalyse und Programmentwicklung in Weinheim; 1976 Umbenennung in Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung; 1977 Umzug nach Walldorf.

  • 1973: Der Startschuss

    Fertigstellung der ersten Finanzbuchhaltungssoftware namens System RF - Grundstein für das spätere Komplettpaket R/1 als umfassende betriebswirtschaftliche Standardsoftware.

  • 1988: Die Expansion

    Die 1979 erstmals angebotene Software R/2 boomt: Bis Jahresende setzt SAP 245 Millionen Mark um. Im Oktober geht das Unternehmen für umgerechnet 380 Euro je Aktie an die Börse.

  • 1991: Der Megaseller

    Auf der Computermesse Cebit zeigt SAP erstmals die Software R/3, an der die Entwickler seit 1987 arbeiteten. Für den Mittelstand konzipiert, erweist sich R/3 als Megaseller für Konzerne.

  • 1998: Die Globalisierung

    Zur Untermauerung der Auslandsexpansion und zur Eroberung des US-Marktes notiert SAP im August an der New York Stock Exchange. Umsatz 4,3 Milliarden Euro.

  • 2007: Die Beschleunigung

    SAP kauft für 4,8 Milliarden Euro den französischen Softwareanbieter Business Objects. 2010 folgt der Kauf des US-Softwarehauses Sybase für 4,6 Milliarden Euro. Die Basis für neues Wachstum ist geschaffen.

  • 2010: Der Neuanfang

    Nach weniger als einem Jahr muss Léo Apotheker als Chef seinen Hut nehmen. Oberkontrolleur Hasso Plattner beruft Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott als Nachfolger.

  • 2011: Der Angriff

    Dem Chefduo Snabe und McDermott gelingt das beste Jahr der Unternehmensgeschichte. Ende 2011 kündigen sie die Übernahme des US-Anbieters SuccessFactors an. Damit schalten sie um auf neue Produkte im zukunftsträchtigen Mobil- und Cloud-Computing-Geschäft.

  • 2012: Das Durchstarten

    Mit der Milliardenübernahme des US-Anbieters Ariba verstärken die Co-Chefs Snabe und McDermott ihr neues Cloud-Geschäft weiter. Zugleich erhält SAP ein riesiges Internet-basiertes Beschaffungs-Netzwerk für Geschäftskunden.

  • 2013: Die Umwandlung

    Im Frühjahr gibt SAP bekannt, sich in eine europäische Aktiengesellschaft SE umwandeln zu wollen. In der Belegschaft weckt das Befürchtungen, der Konzern könne mittelfristig seinen Firmensitz weg von Walldorf verlagern.

  • 2014: Der Alleinherrscher

    Auf der Hauptversammlung im Mai wird McDermott alleiniger SAP-Chef. Sein bisheriger Kompagnon Snabe rückt in den Aufsichtsrat. McDermott will SAP noch schlanker und flexibler machen sowie das Unternehmen ganz auf die Cloud trimmen.

Außerdem, das hieß es bereits im November, will das Unternehmen bis 2015 zwei Milliarden US-Dollar bis 2015 in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt investieren. In diesem Jahr hat SAP neue Niederlassungen in Peking, Wuhan und Shenzhen eröffnet. Doch noch stammen nur 4000 der knapp 190.000 Kunden weltweit aus China. 80 Prozent davon sind kleinere und mittlere Unternehmen. Positiv formuliert: Das Potenzial ist groß.

Win-Win-Kooperation

Um das anvisierte Ziel zu erreichen, gehen die Walldorfer ausgerechnet mit dem chinesischen Unternehmen Huawei eine Partnerschaft ein. Es ist just dieses Unternehmen, das diese Woche auf der Titelseite des britischen Wirtschaftsmagazin "The Economist" prangt. Titel: "Who's afraid of Huawei? Security threads and China's new world beater". Zu Deutsch in etwa: Wer hat Angst vor Huawei? Sicherheitsgefahren und Chinas neuer Weltschlager.

"Wir halten das für eine Win-Win-Kooperation", heißt es bei Huawei. Die Storage-Systeme, Server- und Cloud-Lösungen würden SAP exzellente Voraussetzungen für den Markt bieten.

Huawei gehört zu den umstrittensten, aber auch erfolgreichsten Konzernen Chinas und das nicht erst seit Kurzem. Immer wieder war das Unternehmen wegen vermeintlicher Sicherheitsmängel in die Kritik geraten. Huawei-Produkte würden als Trojaner fungieren.

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