Sony-Rivale: Panasonic will zum grünen Riesen werden

Sony-Rivale: Panasonic will zum grünen Riesen werden

von Martin Fritz

Fast acht Milliarden Euro Verlust meldet Elektronik-Reise Panasonic. Der Sony-Rivale versucht, sich mit einem radikalen Schwenk aus der Misere zu retten und setzt auf grüne Verbraucherelektronik.

Der japanische Elektronikriese Panasonic rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit dem höchsten Verlust in seiner Unternehmensgeschichte. Zum Bilanzstichtag am 31. März dürften unter dem Strich ein Fehlbetrag von 780 Milliarden Yen (7,8 Mrd Euro) anfallen. Hohe Kosten für den Konzernumbau brockten dem Unternehmen schon in den Monaten von Oktober bis Dezember einen Quartalsverlust von knapp zwei Milliarden Euro (197,6 Milliarden Yen) ein.

Im selben Vierteljahr 2010 schrieb Panasonic noch schwarze Zahlen. Analysten hatten die Lage weniger dramatisch eingeschätzt: Sie waren von einem Minus im Quartal von 8,4 Milliarden Yen ausgegangen und erwarteten einen Fehlbetrag im Gesamtjahr von 470 Milliarden Yen. Mit dem düsteren Ausblick tut es Panasonic heimischen Wettbewerbern wie Sony und Sharp gleich, die allesamt eine schwache Nachfrage, den starken Yen und einen harten Konkurrenzkampf mit koreanischen Rivalen wie Samsung zu spüren bekommen.

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Panasonic muss Werk schließen

Die Konsequenzen trägt vor allem das Panasonic-Werk in Amagasaki. Nur zwei Jahre lang war die modernste Fabrik der Welt für Plasma-Bildschirme in Betrieb. Unter der Aufsicht von nicht einmal einem Dutzend Menschen spuckte das vollautomatische Werk Nummer 3 des Elektronikriesen Panasonic im westjapanischen Amagasaki vier Millionen TV-Schirme jährlich aus. Doch in wenigen Wochen wird die teure Prestige-Fabrik geschlossen – vor allem die fallenden Preise und der teure Yen ließen Panasonic keine andere Wahl.

Auf den Niedergang seiner Vorzeigesparte hat Japans größter Elektronikhersteller – genau wie Wettbewerber Sony – mit einer Schrumpfkur reagiert: In den drei Jahren bis März 2013 fallen 35 000 Stellen weg, neun Prozent der Belegschaft. Von 350 Fertigungsstandorten machen bis ein Fünftel dicht. Die Verschlankung drückt den Konzern aus Osaka in diesem Geschäftsjahr, das Ende März ausläuft, mit über 4 Milliarden Euro netto in die roten Zahlen.

Die Vision von der grünen Energietechnik
Doch anders als Sony hat Panasonic eine Vision: Das Unternehmen will sich als Anbieter von „grüner“ Energietechnik neu erfinden. Der Umbau verlangt einen radikalen Schwenk weg von Fernsehern, Kameras und anderen digitalen Geräten hin zu Batterien, Solaranlagen, Brennstoffzellen, Leuchtdioden und intelligenter Haustechnik. Das Geschäft mit Privatverbrauchern soll auf ein Drittel vom Umsatz schrumpfen. In seiner Neujahrsansprache sprach Präsident Fumio Otsubo von der „größten Transformation unserer 95-jährigen Geschichte“.

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