Soziale Netze: Facebook startet neuen Angriff auf Google

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Soziale Netze: Facebook startet neuen Angriff auf Google

von Matthias Hohensee

Facebook-Chef Mark Zuckerberg schiebt sein Netzwerk nicht nur stärker zwischen Inhalteanbieter und Werbekunden, sondern versucht sich auch als „Google des mobilen Web“ zu etablieren.

Früher konnte es Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gar nicht schnell genug gehen. „Handle rasch und zerstöre Dinge“ (move fast and break things) war eine der Maximen, die er an die Wände seines Hauptquartiers in Menlo Park pappen ließ. Hauptsache, die Produkte kamen schnell auf den Markt. Doch diese Dynamik hatte ihre Schattenseiten, wie der Facebook-Chef am Mittwoch in San Francisco auf der Entwicklerkonferenz seines Unternehmens freimütig einräumte. „In Wirklichkeit hat uns das nicht geholfen, sondern sogar verlangsamt, weil wir viele Programmierfehler hinterher ausmerzen mussten“, übte Zuckerberg Selbstkritik. Und gab gleich die neue Maxime aus – „Handle rasch, aber mit stabiler Infrastruktur“. Nicht so wohlklingend, wie Zuckerberg witzelte, dafür aber umso sinnvoller. Gleichzeitig versprach er seinen externen Entwicklern stabilere Programmierschnittstellen und Werkzeuge, inklusive der Zusicherung alte Versionen bis zu zwei Jahre zu unterstützen. Dazu gehört auch, dass von Facebook verschuldete Programmierfehler innerhalb von 48 Stunden behoben werden.

In der Vergangenheit hatte Facebook seine sogenannten APIs so kurzfristig geändert, dass etliche Entwickler mit dem Anpassen ihrer Programme nicht schnell genug hinterher kamen und dadurch wiederum ihre Nutzer verärgerten oder sogar verloren. Keine Frage, Facebook wird erwachsen. Im Februar vor zehn Jahren wurde das soziale Netzwerk an der Harvard-Universität gegründet. Seitdem wird es von Zuckerberg geführt. Der feiert in ein paar Wochen seinen dreißigsten Geburtstag, wie er am Mittwoch fast etwas wehmütig bemerkte. Der jugendliche CEO mag älter und weiser geworden sein. An Ehrgeiz, das wurde auf der Entwicklerkonferenz klar, hat er jedoch nicht verloren. Die am Mittwoch bekanntgegebenen Neuigkeiten waren sowohl gut als auch schlecht für die Entwickler, die ihre Produkte über das soziale Netzwerk vermarkten. Aber sie hatten eine Gemeinsamkeit: Sie verschaffen Facebook noch mehr Einfluß. Zum Beispiel die neue Funktion „Anonymous Login“.

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Mehr Kontrolle für die Nutzer – und für Facebook

Mit ihr können Facebook-Nutzer sich über ihr Konto bei anderen Diensten und Anwendungen anmelden, ohne sofort ihre Identität bekanntgeben zu müssen. Mehr Kontrolle erhält der Nutzer auch bei der Entscheidung, welche Informationen er dem Dienste-Anbieter übermitteln will, beispielsweise ob er email-Adresse oder Freundesliste teilen will. Was man früher generell sperren konnte, lässt sich nun für die jeweilige App individuell entscheiden. Zwar ist es schon paradox, dass ausgerechnet Facebook mit mehr „Anonymität“ wirbt.

Facebook Nutzer-Zustrom bringt satte Werbeeinnahmen

Facebook profitiert von florierenden Werbeeinnahmen über Smartphones und Tablets. Zudem knackte das Online-Netzwerk die Marke von einer Milliarde Nutzern. Der Gewinn hat sich nahezu verdreifacht.

Facebook hat überraschend gute Zahlen vorgelegt. Quelle: AP

Doch für die Nutzer des sozialen Netzwerks sind die neuen Funktionen von Vorteil. Sie könnten damit ungezwungener neue Dinge ausprobieren, warb Zuckerberg. Für externe Entwickler bedeutet das allerdings, dass sie – zumindest zunächst - weniger Informationen über ihre Nutzer haben. Ganz im Gegensatz zu Facebook, dass im Hintergrund die Strippen zieht. Das Wissen, dass ein Nutzer einen neuen Dienst zunächst testen will, ist wertvoll. Beispielweise, wenn gezielte Anzeigen oder Sonderangebote ihn dazu bewegen, Vollmitglied zu werden.

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