exklusivSpionage-Schutz: Telekom will innerdeutschen Internetverkehr übers Ausland stoppen

12. Oktober 2013
von Jürgen Berke

Um die Kunden vor Spionage zu schützen, will die Deutsche Telekom den Internetverkehr über die USA und Großbritannien nach Informationen der WirtschaftsWoche reduzieren.

Das sieht ein Vorschlag vor, den die Telekom als deutsche Antwort auf die Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden bei einem Geheimtreffen am 1. Oktober im Bundeswirtschaftswirtschaftsministerium vorgestellt hat. An dem Treffen haben auch Manager anderer Netzbetreiber teilgenommen. Demnach will die Deutsche Telekom für den innerdeutschen Datenverkehr ein so genanntes „National Routing“ einführen.

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E-Mails und andere Datenpakete, die von einem deutschen Ort an einen anderen deutschen Ort geschickt werden, würden dann künftig nicht mehr die sehr häufig genutzten Routen über die in Verruf geratenen Internet-Knotenpunkte in Großbritannien und den USA einschlagen, sondern den direkten Weg durch Deutschland nehmen. „Beim Transport zwischen Sendern und Empfängern in Deutschland wollen wir garantieren, dass kein Byte Deutschland verlässt und auch nicht vorübergehend die Grenze überschreitet“, sagte Thomas Kremer, Telekom-Vorstand für Datenschutz.

Für die Umsetzung benötigt die Telekom die Zustimmung aller Wettbewerber. Vor allem internationale Konzerne wie Vodafone und Telefónica prüfen deshalb derzeit „sehr genau“, ob sie beim so genannten „National Routing“ mitmachen wollen. Selbst bei einem ausschließlich in Deutschland aktiven Netzbetreiber überwiegt die Skepsis. „Im Internet lässt sich nicht zweifelsfrei erkennen, ob Daten national oder international geroutet werden“, sagt Thomas Bösel, Datenschutzbeauftragter beim Kölner IT-Dienstleister QSC AG. Da gäbe es noch einige technische und gesetzliche Hürden. Kommt es zu keiner freiwilligen Übereinkunft, sollte laut Telekom über ein entsprechendes Gesetz nachgedacht werden.

Mittelfristig strebt Kremer eine europäische Lösung an – allerdings ohne Großbritannien. Die Telekom nennt das „Schengen-Routing“ – in Anlehnung an das Schengen-Abkommen zur Abschaffung stationärer Grenzkontrollen. „Wir sollten aber zuerst in Deutschland zeigen, dass dies funktionieren kann“, sagt Kremer.

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Kommentar | 1Alle Kommentare
  • 13.10.2013, 16:11 UhrRobert

    Ja, ja der liebe Deutsche Telekom sucht immer nach neu möglichkeiten das volk noch mehr geld aus der Tasche zu ziehen. Wird bestimmt ein möglichkeit geben die kosten dafür an der Kunde weiter zu leiten.

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