Stellenabbau bei Blackberry: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

KommentarStellenabbau bei Blackberry: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

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Blackberry-Chef Thorsten Heins bei der Vorstellung des neuen Betriebssystems Blackberry 10. Der Marktstart wurde zu lange verschoben.

von Michael Kroker

Dass der kanadische Smartphone-Pionier bis zu 40 Prozent der Beschäftigten abbauen will, wundert nicht: Blackberry hat bei seinem neuen Flaggschiff-Produkt leichtfertig eine Verspätung von fast einem Jahr hingenommen – im Mobilgeschäft eine kleine Ewigkeit.

Schon vor etwas mehr als einem Jahr haben Analysten den kanadischen Smartphone-Pionier Blackberry in drastischer Form dargestellt als tickende Zeitbombe, die gerade explodiert sei. Grund dafür war der damals schon dramatische Einbruch von Umsatz, Gewinn und Marktanteilen.

Dennoch versuchte Blackberry-Chef Thorsten Heins die Situation positiv darzustellen: „Ja, die nächsten Quartale werden eine Herausforderung für das Unternehmen“, sagte Heins im Juli 2012 Gespräch mit der „WirtschaftsWoche“. „Als Todesspirale bewerte ich die Situation nicht.“ Heute, gut anderhalb Jahre später, zeigt sich: Genau darin befindet sich Blackberry. Denn Heins ist es bis heute nicht gelungen, die Abwärtsspirale aus bröckelnden Erlösen und schrumpfenden Marktanteilen zu durchbrechen.

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Ganz im Gegenteil sogar: Laut einer Anfang August veröffentlichten IDC-Studie ist der weltweite Marktanteil von Blackberry im Smartphone-Geschäft von gut fünf Prozent vor einem Jahr auf nur noch 2,9 Prozent im zweiten Quartal 2013 eingebrochen. Damit ist Blackberry erstmals auf Platz vier der mobilen Ökosysteme hinter Android von Google, Apple und Windows Phone zurückgefallen.

Berichte, dass Blackberry jetzt bis zu 40 Prozent der Belegschaft streichen will, kommen daher nicht wirklich überraschend. Denn die Kanadier haben den vielleicht größten Fehler gemacht, den man in dieser so äußert schnelllebigen Mobilindustrie machen kann: Sie sind mit ihrem wichtigsten Produkt zu spät am Markt – und zwar fast ein ganzes Jahr zu spät.

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Die Rede ist vom neuen Betriebssystem Blackberry 10, das inklusive neuer Smartphones eigentlich Mitte des vergangenen Jahres veröffentlicht werden sollte. Doch Heins musste den Marktstart auf Anfang 2013 verschieben. Bis die neuen Geräte dann in den Läden standen, war es Mai. Bis dahin hatte selbst der lange abgeschlagene Softwarekonzern Microsoft mit seiner Mobilplattform Windows Phone die Kanadier überholt.

Die Verzögerung sei ärgerlich, aber kein Problem, beteuerte Heins noch im Juli 2012: „Ich glaube nicht, dass bei der Einführung einer komplett neuen Plattform für das mobile Computing zwei Monate letztlich kriegsentscheidend sind.“  Heute kann das Fazit über Blackberry dagegen nur lauten: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

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