Stellenabbau bei HP: Hewlett-Packard verkommt zur seelenlosen Sparmaschine

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KommentarStellenabbau bei HP: Hewlett-Packard verkommt zur seelenlosen Sparmaschine

von Michael Kroker

Der IT-Konzern Hewlett-Packard baut insgesamt 50.000 Jobs ab – ein Fünftel seiner Belegschaft. Sparen verkommt bei den Amerikanern immer mehr zum Selbstzweck.

Und täglich – ok, vierteljährlich – grüßt das Murmeltier: Der amerikanische IT-Konzern Hewlett-Packard (HP) musste gestern Abend bei der Vorlage der Finanzzahlen fürs zweite Geschäftsquartal 2014 einen Umsatzrückgang einräumen. Bei der Gelegenheit hat HP-Chefin Meg Whitman angekündigt, zwischen 11.000 und 16.000 Jobs kappen zu wollen.

Stellenabbau bei HP – mal wieder: Selbst kontinuierliche Beobachter des angeschlagenen IT-Giganten kommen beim Aufzählen und Addieren der diversen Abbaurunden langsam ins Schlingern. Whitman, die seit September 2011 als HP-Chefin fungiert, hat Hewlett-Packard in eine gigantische Dauerbaustelle verwandelt, bei der Sparen immer mehr zum Selbstzweck verkommt.

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Anfang 2012 wollte Whitman 27.000 Stellen weltweit abbauen, um den schlingernden Riesen endlich wieder fit für die Zukunft zu machen. Im Laufe des Jahres 2012 hob sie diese Zahl heimlich, still und leise auf 29.000 Jobs an. Ende 2013 dann das neuerliche Eingeständnis: Auch jener Abbau reicht noch nicht – wegen der anhaltenden Schwäche im PC-Markt müssen weitere 5000 Mitarbeiter dran glauben. Macht insgesamt ein Minus von 34.000 Jobs
Nun setzt Whitman bei weiteren 16.000 HPlern den Rotstift an. Damit entledigt sie sich insgesamt also rund 50.000 Mitarbeitern. Die seit gut zweieinhalb Jahren amtierende Whitman kann damit den wenig ruhmreichen Superlativ für sich reklamieren, jeden fünften der einst 250.000 Arbeitsplätze bei HP abgebaut zu haben.

Zugegeben: HP war schon unter Whitmans glücklosem Vorgänger Léo Apotheker nur noch ein Schatten seiner selbst; der Aktienkurs hatte sich in den elf Monaten seiner Ägide fast halbiert. Erst Whitman aber hat den einstmals stolzen und innovativen US-Riesen so richtig zu einer ideen- und seelenlosen Sparmaschine verkommen lassen.

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In welche Richtung der Riesentanker steuert, ist völlig offen. Managemententscheidungen betreffen nur Einzelfälle und bleiben insgesamt Flickwerk. Apotheker stieg seinerzeit aus dem Tablet-Geschäft aus – genau dann, als jenes im Vergleich zu PCs boomte. Unter Whitman hat HP wieder eigene Rechenflundern auf den Markt geworfen – zu einem Zeitpunkt, als der Markt schwächelt.

Eine Strategie, eine Zukunftsvision ist hinter alledem nicht zu erkennen. Stellenabbau und alle Umstrukturierungen dienen einem einzigen Zweck: Den Gewinn in die Höhe zu schrauben und HP dank eines steigenden Aktienkurses vor einer feindlichen Übernahme zu schützen. Ersteres immerhin ist Whitman sogar gelungen: Trotz rückläufigem Umsatz stieg der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Dann ist ja alles gut in Palo Alto.

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