Stellenabbau: Blackberry wird allein kaum überleben können

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Stellenabbau: Blackberry wird allein kaum überleben können

von Matthias Hohensee

Endlich haben die Kanadier zeitgemäße Produkte. Die will allerdings kaum jemand kaufen. Zu stark färbt das Verliererimage ab. Die nächste Woche verheißt neue Hiobsbotschaften. Eine Komplettübernahme kann das Unternehmen noch retten.

Als Gründer des Technik-Blogs Übergizmo nimmt Hubert Nguyen regelmäßig die aktuellen Smartphones unter die Lupe. Der ehemalige Ingenieur des Grafikspezialisten Nvidia ist im Silicon Valley für seine ausführlichen und kompetenten Kritiken bekannt. Sein eigentliches Fachgebiet sind die Modelle von Samsung. Doch die aktuellen Flaggschiffe von Blackberry – das Z10 und Q10 – findet er interessant, vor allem gut verarbeitet. „Mit ihnen hätte Blackberry Maßstäbe setzen und richtig glänzen können – allerdings vor anderthalb oder zwei Jahren“, sagt Nguyen.

Ähnlich verhält es sich mit Blackberry Messenger. Mit denen fürs Wochenende erwarteten Apps fürs iPhone und Android öffnet sich der bislang exklusive Kommunikationsdienst endlich anderen Plattformen. Allerdings wieder viel zu spät. Die Rolle des plattformübergreifenden Kommunikationsdienstes hat mit Whatsapp inzwischen ein Startup aus dem Silicon Valley übernommen, dessen weltweite Nutzerzahl 300 Millionen betragen soll. Blackberrys Messenger Nutzer werden auf höchstens 70 Millionen geschätzt.

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Auch ist nur wenigen bekannt, dass Blackberrys neues Betriebssystem mit Android-Programmen zurechtkommt. Nicht immer stabil, aber es ist eine Zwischenlösung. Doch macht es für Blackberry überhaupt noch Sinn, das groß zu kommunizieren?

Der ehemalige Smartphone-Pionier scheint die Rolle des Verlierers nicht mehr abstreifen zu können. Er kommt noch ins Ziel. Aber die anderen sind schon da, nicht mehr nur Samsung und Apple, sondern auch Nokia.

Stellenabbau bei Blackberry Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

Dass Blackberry massiv Stellen kürzen will, wundert nicht: Der Konzern hat bei seinem neuen Flaggschiff-Produkt leichtfertig eine Verspätung von fast einem Jahr hingenommen – im Mobilgeschäft eine kleine Ewigkeit.

Blackberry-Chef Thorsten Heins bei der Vorstellung des neuen Betriebssystems Blackberry 10. Der Marktstart wurde zu lange verschoben. Quelle: REUTERS

Für Blackberry bleiben die Negativ-Nachrichten. Am kommenden Freitag wird es wieder reichlich davon geben. Dann müssen Blackberry CEO Thorsten Heins und sein Finanzchef Brian Bidulka die Bilanz des dritten Kalenderquartals verkünden. Die meisten Analysten erwarten miese Verkaufszahlen. Und weitere Abgänge bei den Blackberry-Nutzern, deren konkrete Zahl das Management inzwischen nicht mehr offenlegt. Alles andere wäre eine Überraschung.

Die Glaubwürdigkeit von Heins, ein ehemaliger Siemens-Manager, ist schwer erschüttert. Viele Analysten waren von den verheerenden Ergebnissen des vorangegangen Quartals überrascht worden, die die ohnehin angeschlagene Aktie um weitere 30 Prozent abrutschen ließ. Im Frühjahr sah es noch so aus, als ob Heins die Ideenlosigkeit von Apple nutzen könnte, um Blackberry wieder Respekt zu verschaffen. Selbst Entwickler nahmen die Plattform wieder ernst. Das Tastaturhandy Q10 hätte der große Wurf sein können. Doch er kam zu spät. Mobiltelefongesellschaften wie AT&T vermarkteten die neuen Blackberry Smartphones zwar. Aber längst nicht so aggressiv wie Nokias Lumia Reihe oder das iPhone 5.

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