Suchmaschine: Yahoo steuert in eine ungewisse Zukunft

KommentarSuchmaschine: Yahoo steuert in eine ungewisse Zukunft

von Michael Kroker

Der angeschlagene Internet-Pionier kommt nicht zur Ruhe: Firmengründer Jerry Yang verlässt das Unternehmen.

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Der neue CEO bei Yahoo Scott Thompson erbt die Probleme seines Vorgängers Jerry Yang.

Jerry Yang legt mit sofortiger Wirkung seinen Sitz im Verwaltungsrat und alle sonstigen Posten beim von ihm mitgegründeten Internet-Portal Yahoo nieder, so die am gestrigen Abend verbreitete Meldung. Einmal mehr eröffnet das angeschlagene Unternehmen damit Tür und Tor für Spekulationen um seine Zukunft.
Seit dem Rauswurf der einstigen Chefin Carol Bartz im September 2011 kommt Yahoo nicht zur Ruhe: Im Oktober heißt es erst, Yang wolle Yahoo von der Börse nehmen; dann, dass der Partner im Suchmaschinen-Geschäft Microsoft eine Übernahme plane. Ende November kommen derartige Gerüchte erneut auf, offenbar weil Microsoft und Yahoo eine Stillschweige-Vereinbarung abgeschlossen haben.

Yahoo hinter Microsoft
So oder so steht der erst Anfang Januar neu auf den Chefposten berufene ehemalige Paypal-Chef Scott Thompson vor einer Herkulesaufgabe: Bis heute schlingert der Internet-Konzern weitgehend konzept- und strategielos hin und her. Mal will er Internet-Portal sein, dann wieder Online-Medienhaus oder digitaler Werbevermittler. Wirklich genutzt haben all die Strategieschwenks bisher nicht; Yahoo verliert kontinuierlich Marktanteile und damit Umsätze im Online-Geschäft an Google.

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Mehr noch: Laut den erst kürzlich veröffentlichten Zahlen des Marktforschungshauses Comscore ist Yahoo im Dezember im US-Suchmaschinenmarkt sogar erstmals hinter Partner Microsoft zurückgefallen. Der kommt mit seiner Suchmaschine Bing nun auf 15,1 Prozent, während Yahoo auf 14,5 Prozent zurückgefallen ist.

CEO Thompson braucht einen Gini, nicht Alibaba
Sollte der Schwund anhalten, dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der neue Yahoo-CEO Thompson gezwungen sein wird, sich in die Arme eines Übernehmers zu begeben – egal, ob der nun Microsoft, Alibaba oder Softbank heißt. Die beiden asiatischen Partner haben ihr Interesse an Yahoo jedenfalls bereits öffentlich bekundet.

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Ärgern dürfte man sich am Yahoo-Firmensitz im kalifornischen Sunnyvale aber vor allem über eins: Dass das Unternehmen – nicht zuletzt wegen des Widerstandes von Jerry Yang – vor drei Jahren ein Kaufangebot von Microsoft abgelehnt hat. Im Februar 2008 hat Microsoft-Boss Steve Ballmer den Yahoo-Aktionären umgerechnet rund 44,5 Milliarden Dollar geboten. Zum Vergleich: Heute liegt die Marktkapitalisierung von Yahoo bei unter 20 Milliarden Dollar.

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