Südkorea: Samsung-Erbe wird wegen Korruption angeklagt

Südkorea: Samsung-Erbe wird wegen Korruption angeklagt

, aktualisiert 28. Februar 2017, 15:05 Uhr

Der ausufernde Schmiergeldskandal um Südkoreas Präsidentin Park und ihre Vertraute Choi droht auch den Erben und De-facto-Chef des größten und erfolgreichsten Unternehmen des Landes zu Fall zu bringen.

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Samsung-Erbe Lee Jae Yong.

Der De-facto-Chef des südkoreanischen Samsung-Konzerns soll vor Gericht gestellt werden. Die Sonderstaatsanwaltschaft wirft dem 48-jährigen Lee Jae Yong im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um die suspendierte Präsidentin Park Geun Hye Bestechung, Veruntreuung und weitere Vergehen vor und erhob am Dienstag Anklage gegen Lee und vier weitere Führungskräfte. Samsung gab kurz darauf bekannt, mehrere Spitzenmanager hätten ihren Rücktritt erklärt. Lee wurde dabei nicht genannt. Er weist die Vorwürfe zurück.

Im Mittelpunkt des Skandals steht Parks frühere Vertraute Choi Soon Sil, der die Präsidentin Einfluss auf die Regierungsarbeit ermöglicht haben soll. Choi soll ihre Nähe zu Park genutzt haben, um von namhaften Unternehmen Millionensummen einzustreichen, darunter auch Samsung.

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Lee soll Choi und Park Bestechungsgelder im Umfang von umgerechnet rund 34 Millionen Euro gezahlt haben, damit die Regierung Samsung bei der Übernahme des Unternehmens Cheil Industries unterstützt. Die Regierung ist über einen staatlichen Pensionsfonds Teilhaber von Samsung. Mit der Übernahme verstärkte die Familie Lee ihren Zugriff auf Samsung und erleichterte so die Übertragung der Unternehmensführung auf Lee Jae Yong.

Der Vater Lees ist nach einem Herzinfarkt 2014 schwer krank, doch trägt er immer noch den Titel des Samsung-Präsidenten. Der jüngere Lee leitet als Vizepräsident seither das Unternehmen. Er präsentierte sich als das Gesicht eines neuen Samsung und versprach das Unternehmen wie ein Startup zu führen, um Kreativität und Einfallsreichtum der Mitarbeiter zu fördern.

Lee wird von den Ermittlern auch vorgeworfen, Geld illegal im Ausland versteckt, Erlöse aus kriminellen Geschäften verschleiert und Meineid geleistet zu haben. Gegen den 48-jährigen Milliardär war deshalb am 17. Februar Haftbefehl erlassen worden.

Neben ihm sollen auch noch vier weitere Führungskräfte von Samsung angeklagt werden. Sie gehörten demnach dem geheim agierenden Strategiebüro von Samsung an. Dieses soll die Bestechungsgelder an Choi verantwortet haben und besteht aus engen Vertrauten der Familie Lee. Dieses Büro werde nun aufgelöst, teilte Samsung mit.

Südkoreas Präsidentin Park ist wegen des Schmiergeldskandals im Dezember vorläufig des Amtes enthoben worden. Das Verfassungsgericht soll in Kürze entscheiden, ob sie endgültig abgesetzt wird. Zudem drohte die Opposition zuletzt auch mit einer möglichen Amtsenthebung von Regierungschef Hwang Kyo Ahn, der im Moment auch die Aufgaben Parks übernommen hat. Grund ist, dass Hwang die Arbeit der Sonderermittler in dem Fall nicht über den Dienstag verlängern, sondern den Fall an die reguläre Staatsanwaltschaft übergeben wollte.

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