Taxi-App: Uber weitet Finanzierungsrunde um weitere Milliarde aus

Taxi-App: Uber weitet Finanzierungsrunde um weitere Milliarde aus

Der umstrittene Fahrdienst Uber schwimmt in Geld: Die laufende Finanzierungsrunde wird einfach mal so um eine Milliarde Dollar aufgestockt. Darüber, wie schnell Uber die Mittel ausgibt, weiß man kaum etwas.

Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber hat seine aktuelle Finanzierungsrunde nach einem Ansturm der Investoren um eine weitere Milliarde Dollar ausgebaut. Das Startup aus San Francisco bestätigte die Aufstockung auf insgesamt 2,8 Milliarden Dollar der „New York Times“. Die Gesamtbewertung der Firma bleibe bei 40 Milliarden Dollar, schrieb die Zeitung.

Uber hatte sich in der aktuellen Finanzierungsrunde zunächst im Dezember 1,2 Milliarden Dollar bei Investoren besorgt und bot weiteren Geldgebern an, noch mit 600 Millionen Dollar einzusteigen. Das Interesse war aber so groß, dass dieses Fenster jetzt weiter geöffnet wurde.

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Warum Uber so umstritten ist

  • Was ist Uber überhaupt?

    Uber startete vor rund vier Jahren in San Francisco als Alternative zu Taxis, die in der kalifornischen Metropole notorisch schwer zu kriegen sind. Anfangs ging es nur darum, für etwas mehr Geld einen Chauffeur-Service mit Oberklasse-Wagen anzubieten. Inzwischen nutzt Uber seine Vermittlungsplattform auch für Dienste, bei denen Privatleute Fahrgäste mit ihren eigenen Autos mitnehmen können. Vor allem um solche Angebote entzünden sich die Streitigkeiten mit Taxi-Gewerbe und Behörden in verschiedenen Ländern.

  • Wie funktioniert Uber?

    Es ist eine Smartphone-App, wie man sie auch von den Taxi-Anwendungen kennt. Der Abholort wird automatisch ermittelt, der Kunde sieht die Uber-Fahzeuge in der Nähe. Der Fahrweg wird mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet.

  • Was stört die Taxifahrer?

    Das Taxi-Geschäft überall ist vielen Regeln unterworfen. Es gibt Vorschriften für die technische Kontrolle der Fahrzeuge, die Überprüfung des Gesundheitszustands der Fahrer, spezielle Versicherungen und die Beförderungspflicht. Außerdem wird die Größe des Marktes über die Vergabe von Konzessionen eingeschränkt. So kann eine Taxi-Lizenz in New York mehr als eine Million Dollar kosten. Uber platzt mit seinen Dienstes in dieses über Jahrzehnte gewachsene Geflecht von Regeln und wirtschaftlichen Interessen.

  • Wie will Uber den Taxis Kunden abjagen?

    Beim ursprünglichen Chaufferdienst UberBLACK waren die Argumente vor allem der Komfort einer Smartphone-App, ein schickes Auto und die automatische Abrechnung. Bei den Mitfahrdiensten in Privatautos ist Uber aber auch günstiger als herkömmliche Taxis. So kostet der Service UberPOP in Hamburg einen Euro pro Kilometer bzw. 25 Cent pro Minute. Laut Hamburger Taxentarif zahlt man dagegen jeweils 2,20 Euro für die ersten vier Kilometer, je 1,90 für die nächsten fünf Kilometer und 1,40 ab dem 10. Kilometer.

  • Wie stehen deutsche Behörden zu Uber?

    Behörden und auch Landesregierungen sehen den Dienst skeptisch. In Berlin und Hamburg erließen die Behörden Unterlassungsverfügung gegen Uber. Gerichte erlaubtem dem Fahrdienst aber vorläufig die Weiterfahrt. In NRW erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums zu Uber: "Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich bei den Fahrten um genehmigungspflichtige Personenbeförderungen." Über eine solche Genehmigung verfügen die Uber-Fahrer aber offenbar nicht. Das Verkehrsministerium warnt deshalb vor hohen Bußgeldern.

Mit über fünf Milliarden Dollar hat Uber bereits eine außergewöhnlich hohe Summe für ein Start-up angelockt. Üblicherweise sind solche Dimensionen für junge Unternehmen ohne einen Börsengang nicht zu stemmen. Die Finanzierung soll für den internationalen Ausbau verwendet werden. Uber stößt jedoch in vielen Ländern auf massiven Widerstand von Taxi-Branche und Behörden, die dem Fahrten-Vermittler unfairen Wettbewerb vorwerfen. Uber-Chef Travis Kalanick kündigte Anfang des Jahres an, man wolle stärker ins Gespräch mit europäischen Großstädten kommen. Partnerschaften mit Uber könnten Verkehrsprobleme lösen helfen, warb er. Bisher sind keine solchen Partnerschaften bekanntgeworden.

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Wie schnell Uber das Geld verbraucht und wofür es genau verwendet wird, ist kaum etwas bekannt. In Medienberichten gab es lediglich im vergangenen Jahr Hinweise, das Startup hole sich neue Milliarden schneller als es sie ausgeben könne. Die Investoren setzen darauf, dass Uber mit seiner Plattform, die Kunden und Dienstleister zusammenbringt, auch das Logistik-Geschäft umkrempeln kann.

Mit einer Bewertung von 40 Milliarden Dollar gehört Uber zu den wertvollsten Startups. Höher bewertet wurde zuletzt nur der chinesische Smartphone-Aufsteiger Xiaomi mit 45 Milliarden Dollar. Die bei einer Finanzierungsrunde ausgehandelte Bewertung entscheidet darüber, welchen Anteil an dem Startup ein Investor für sein Geld bekommt. Sie gilt auch als grobe Orientierung für einen späteren Börsengang.

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