Tchibo, Simyo, Congstar: Wie Discounter den Mobilfunkmarkt aufmischen

Tchibo, Simyo, Congstar: Wie Discounter den Mobilfunkmarkt aufmischen

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Discounter bleiben auf dem Mobilfunkmarkt auf dem Vormarsch.

Rundumversorgung lautet die Strategie der großen Telekom-Konzerne: Festnetz, Mobil, Internet und TV - alles aus einer Hand. Doch viele Kunden schielen weiterhin auf das Billigsegment im Mobilfunk.

Als vor gut zehn Jahren erstmals die Marken Tchibo mobil und Simyo in der deutschen Mobilfunklandschaft auftauchten, wurden sie noch belächelt: Doch die Discounter haben die Branche aufgerollt und sich mit Billigangeboten einen festen Platz erobert. Zugleich sorgten sie für einen bis dahin nie gekannten Preissturz. Für sechs Cent pro Gespräch oder knapp 13 Euro pauschal im Monat in alle Netze telefonieren, SMS verschicken und ein begrenztes Datenvolumen pro Monat herunterladen - das ist heute keine Seltenheit mehr.

„Durch die Mehrmarkenstrategie können wir unterschiedliche Kundenbedürfnisse und Marktsegmente bedienen“, sagt Ralf Opalka von Telefónica O2. Das Unternehmen beziehungsweise sein fusionierter Partner E-Plus gehören zu den Pionieren auf dem Discountmarkt. Auch in Zukunft setze Telefónica auf eine Mehrmarkenstrategie. Damit widerspricht der kundenstärkste Anbieter in Deutschland immer wieder aufkeimenden Gerüchten, wonach der Zusammenschluss das Ende vieler Marken bedeuten würde. Tatsächlich aber sorgt das Discountsegment für Wachstum in einer Branche mit starkem Verdrängungswettbewerb.

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So hatte das Tarifvergleichsportal teltarif.de unlängst die Quartalszahlen der Mobilfunkriesen genauer unter die Lupe genommen und kam zu dem Schluss: Das Wachstum der Kundenzahlen, das die Unternehmen verbuchten, sei zu einem großen Teil ihrer Discountmarken zu verdanken beziehungsweise den Anbietern, die Kapazitäten der Netzbetreiber unter eigenen Marken an die Kunden weitervertreiben.

Die zehn umsatzstärksten Telekomkonzerne der Welt

  • AT&T (USA)

    AT&T (USA)
    Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T Inc. war aufgrund seiner Monopolstellung in den USA und Kanada lange Zeit die größte Telefongesellschaft und Kabelfernsehbetreiber der Welt.
    Umsatz: 100 Mrd. Dollar

    Umsatz 2014, Werte gerundet; Quelle: Bloomberg

  • Verizon (USA)

    Verizon (USA)
    Das US-amerikanisches Telekommunikationsunternehmen Verizon Communications mit Hauptsitz in New York landet mit 96 Milliarden Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2014 auf Platz 2.
    Umsatz: 96 Mrd. Dollar

  • NTT (Japan)

    NTT (Japan)
    Die Nippon Telegraph and Telefone Corporation (NTT) ist in Japan der Marktführer unter den Telekommunikationsunternehmen. Mit 81 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2014 ist das Unternehmen der drittumsatzstärkste Telekommunikationskonzern der Welt.
    Umsatz: 81 Mrd. Dollar

  • China Mobile (China)

    China Mobile (China)
    Nach Kundenzahl ist China Mobile Ltd. ist mit mehr als 815 Millionen Kunden (Stand: erstes Quartal 2015, eigene Angaben) der weltweit größte Mobilfunkanbieter der Welt. Im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete das chinesische Unternehmen rund 79 Milliarden Dollar und landet damit auf Platz 4.
    Umsatz: 79 Mrd. Dollar

  • Deutsche Telekom (Deutschland)

    Deutsche Telekom (Deutschland)
    Die Deutsche Telekom AG ist eines der größten europäischen Telekommunikationsunternehmen. Mit über 150,5 Millionen Kunden (Stand: 2014, eigene Angaben) ist der Mobilfunk der größte Unternehmensbereich. Außerhalb Deutschlands bietet der Konzern Mobilfunkdienste in den USA, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Griechenland, Rumänien und Polen an.
    Umsatz: 63 Mrd. Dollar

  • Telefónica (Spanien)

    Telefónica (Spanien)
    Das global agierende Telekommunikationsunternehmen Telefónica S.A. ist vorwiegend in Europa und Lateinamerika tätig, wo der Konzern vorwiegend unter der Marke Movistar auftritt. In Europa (außerhalb Spaniens) agiert Telefónica vor allem als O2. Auf dem spanischen Heimatmarkt und in Lateinamerika ist der Konzern Marktführer.
    Umsatz: 50 Mrd. Dollar

  • Softbank

    Softbank
    Die Softbank K.K. ist ein führender japanischer Telekommunikations- und Medienkonzern. Das Unternehmen ist vor allem im Bereich Telekommunikation tätig und verkauft damit einhergehend auch Mobilfunkgeräte und –Zubehör. Zum breiten Portfolio zählen aber auch die Entwicklung und Vermarktung von Online-Spielen, verschiedenen Internetdienstleistungen sowie Breitband-Technologien oder E-Commerce.
    Umsatz: 50 Mrd. Euro

  • Vodafone (Großbritannien)

    Vodafone (Großbritannien)
    Die Vodafone Group (ein Akronym aus voice, data und fone) ist ein international agierendes, britisches Mobilfunkunternehmen mit Hauptsitz in Newbury (Berkshire). Der Konzern ist auf fast allen europäischen Märkten präsent und erzielte einen Umsatz von 45 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2014.
    Umsatz: 45 Mrd. Dollar

  • América Móvil (Mexiko)

    América Móvil (Mexiko)
    Das mexikanische Unternehmen mit Firmensitz in Mexiko-City ist mit 289 Millionen Kunden (Stand: viertes Quartal 2014, eigene Angaben) der größte Mobilfunkanbieter in Lateinamerika. Mit insgesamt 48 Milliarden Dollar Umsatz landet es weltweit auf Platz 8.
    Umsatz: 48 Mrd. Dollar

  • China Telecom

    China Telecom
    China Telecom Corp. Ltd. war einst ein staatseigener Monopolbetrieb und ist heute der größte Telekommunikationsanbieter in China. Mit 40 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2014 landet die China Telecom auf Platz 10.
    Umsatz: 40 Mrd. Euro

Solche Anbieter sind unter anderem Freenet und Drillisch. Beide gehören zu den größeren Discountern und Wiederverkäufern. Freenet ist mit 12,4 Millionen Kunden klar der größere von beiden, wobei der reine Discount-Anteil bei 3 Millionen liegt. Die hessische Drillisch mit rund 2,3 Millionen Kunden profitierte aber stark von der Fusion zwischen Telefónica O2 und E-Plus.

So übernahm das Unternehmen aus Maintal vor gut einem Jahr 20 Prozent der Netzkapazitäten von Telefónica, die das Unternehmen im Zuge des Zusammenschlusses abgeben musste. Im Mai dieses Jahres kamen 300 Shops von Telefónica hinzu. Mit der Zusammenschaltung der Netze von Telefónica und E-Plus erhält der Discounter außerdem einen direkten Zugriff auf die schnelle LTE-Technik. „Drillisch ist der einzige Anbieter, der über die gleichen Möglichkeiten verfügt wie Telefónica“, freut sich Firmensprecher Peter Eggers.

Auf superschnelle Netze würde Martin Knauer auch gerne zugreifen können, wenn er dürfte. Der Marketing-Experte ist Chef des Kölner Discounters Congstar, das zur Deutschen Telekom gehört und mit 3,5 Millionen Kunden inzwischen zu den großen Spielern im Billigsegment aufgestiegen ist. Doch die Telekom wie auch Vodafone reservierten die superschnelle mobile Datenautobahn für ihre direkten Kunden, um sich von der Billigkonkurrenz abzugrenzen und höhere Preise zu rechtfertigen, sagt teltarif-Sprecher Falko Hansen.

Zahlen und Fakten zum Mobilfunk-Markt

  • Rund eine Milliarde...

    Smartphones wurden im vergangenen Jahr weltweit verkauft. Bei den genauen Zahlen gehen die großen IT-Marktforscher etwas auseinander: IDC kam auf etwa 1,001 Milliarden Computer-Handys und Gartner auf knapp 968 Millionen. Die Differenz geht vor allem auf unterschiedliche Schätzungen zum Absatz von Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android zurück.

  • 82 Prozent...

    beträgt der Anteil der Smartphones in Deutschland, schätzt der Branchenverband Bitkom. Am Umsatz mit Handy-Verkäufen dürften die Smartphones in Deutschland sogar 97 Prozent ausmachen.

  • 78 Prozent...

    betrug der laut Marktforschern der Anteil der Software Android weltweit. Damit ist die Google-Software ist mit Abstand das meistverkaufte Smartphone-System.

  • 300 Millionen...

    Smartphones hat Samsung laut Gartner im vergangenen Jahr verkauft. Damit setzt der südkoreanische Konzern weltweit die meisten Computer-Handys ab. Samsung hält einen Marktanteil von 31 Prozent.

  • 150 Millionen...

    Smartphones verkaufte hingegen Apple, die Nummer zwei im Geschäft. Damit kommt der kalifornische Konzern auf einen Marktanteil von gut 15 Prozent. Da die iPhones aber deutlich teurer sind als die durchschnittlichen Telefone der Konkurrenz, bringen sie höhere Gewinne. Experten schätzen, dass ein Löwenanteil der Hersteller-Profite bei Apple landet.

  • Drei Prozent...

    Marktanteil hält Microsofts Windows Phone neben der Dominanz von Android und Apples iOS. Smartphone-Pionier Blackberry rutschte auf nur noch 0,6 Prozent ab, wie IDC ermittelte.

Grund dazu haben sie allemal: Denn inzwischen ist der Anteil der Handynutzer, die bei einem Billiganbieter sind, weiter kräftig gestiegen. Und das knabbert an den Renditen. Sven Ehrmann, Telekom-Experte des Vergleichs-Portals Verivox, schätzt den Anteil auf ein Drittel. Zu diesem Bereich zählt er sowohl Wiederverkäufer, Discounttöchter der Netzbetreiber wie auch Supermarktangebote.

Bei den Preisen gibt er erst einmal Entwarnung, entgegen aller Prophezeiungen, die im Zusammenhang der Großfusion auf dem deutschen Mobilfunkmarkt geäußert wurden. „Der Wettbewerb ist in Deutschland nach wie vor stark genug, um Preisanstieg zu verhindern“. Ob das aber langfristig so bleibt, ist unklar. Denn der Datenhunger der Handynutzer erfordert massive Investitionen in die Infrastruktur und das kostet viel Geld.

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