Technik gegen Einbrüche: Wie wir uns das Sicherheitsgefühl zurückholen

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Technik gegen Einbrüche: Wie wir uns das Sicherheitsgefühl zurückholen

von Katja Joho

Wer nicht zum Opfer von Einbrechern werden will, sorgt am besten selbst vor. Das empfiehlt sogar die Polizei. Beim Schutz des eigenen Zuhauses hilft die richtige Technik. Ein Blick auf die Dinge, die uns ruhiger schlafen lassen.

Alle zwei Minuten versucht in Deutschland ein Einbrecher in eine Wohnung einzudringen. Die Zahl der erfolgreichen Wohnungseinbruchdiebstähle ist in in den vergangenen Jahren stetig gestiegen – auf zuletzt 152.123 Fälle in 2014.

Die Gangster machen dabei häufig fette Beute. Alleine im vergangenen Jahr betrug die Einbruchbilanz laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft rund 490 Millionen Euro. Die wirkliche Schadenssumme liegt noch höher. Denn Einbruchsopfer, die keine Hausratversicherung haben, sind nicht miteingerechnet.

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Die wichtigsten Fragen rund um Einbrüche

  • Wann passieren die meisten Einbrüche?

    Die meisten Einbrüche finden in den sogenannten „dunklen Monaten“ statt. Das heißt zwischen Oktober und Februar. Bevorzugte Uhrzeiten sind die Dämmerungszeiten.

  • Wie gehen die Täter zumeist vor?

    Im Grunde ganz einfach: Die meisten benutzen laut Polizei einen Schraubenzieher. Zumeist nähern sich Einbrecher von der Gartenseite und hebeln Fenster oder Fenstertüren auf. Dreiviertel aller Einbrüche laufen so ab, heißt es.

  • Wie schützt man sich effektiv?

    Einbruchssichere Fenster und Türen sind wohl der effektivste Einbruchsschutz. Wer persönlich zugeschnittene Infos sucht, kann sich kostenlos und neutral von Beamten der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle beraten. Dort werden auch geprüfte Handwerksbetriebe empfohlen.

  • Helfen elektronische Meldesysteme?

    Laut Polizei gilt: Erst muss die Außenhaut gesichert sein, dann kann man über weitere Schutzmechanismen nachdenken. „Meldeanlagen melden den Einbruch, verhindern aber keinen“, heißt es bei der Polizei.

  • Nach einem Einbruch: Was tun?

    Polizei anrufen und abwarten. Am besten nichts anfassen oder gar aufräumen. Alle weiteren Schritte lassen sich dann mit den Beamten besprechen.

Die Entwicklung sorgt für Angst. Wenn die Deutschen die Wahl haben, ob sie ins Erdgeschoss oder in eine der oberen Etagen ziehen, entscheiden sich die meisten für letzteres. Höhe bringt Sicherheit. Doch für die kann man auch selbst sorgen.

Grundlegende Verhaltensregeln helfen

„Wir haben in den deutschen Haushalten eine gewisse Unterversorgung an Sicherheit zum Schutz vor Wohnungseinbruch”, sagt Reinhold Hepp vom Deutschen Forum für Kriminalprävention.

Aktiv werden muss jeder selbst: „Seit einigen Jahren macht die Polizei deutlich, dass die Menschen ihre Wohnungen selber schützen müssen“, sagt Frank Scheulen, Kriminalhauptkommissar und Sprecher des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen.

Polizei und Sicherheitsexperten werben für verschiedene Konzepte, die am besten in Kombination wirken. Grundlegende Verhaltensregeln, wie Haustür-Abschließen und dafür sorgen, dass der Briefkasten nicht überquillt, helfen, um Einbrüchen vorzubeugen, heißt es bei der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!”.

Den besten Einbruchsschutz biete aber mechanische und elektronische Sicherheitstechnik. Dass die funktioniert, bestätigen nicht nur Expertenmeinungen sondern auch die Zahlen: Rund 41,4 Prozent der versuchten Einbrüche scheiterten laut Polizei mehrheitlich daran, dass die Wohnungen und Häuser mit Sicherheitstechnik ausgestattet waren.

Kriminalstatistik

  • Straftaten

    Insgesamt registrierte die Polizei 2014 rund 6,082 Millionen Straftaten, das sind zwei Prozent mehr als 2013. Die Polizei konnte 54,9 Prozent der Fälle aufklären, eine etwas bessere Quote als im Vorjahr. Über ein Viertel der Tatverdächtigen sind „alte Bekannte“, die auch wegen anderer Delikte schon im Visier waren.

  • Tatverdächtige

    Fast jeder fünfte Tatverdächtige ist nicht-deutscher Herkunft. „Das will ich nicht verschweigen“, sagte de Maizière. Allerdings hinke hier das Zahlenwerk, weil auch Touristen Straftaten begehen oder Asylbewerber auffällig werden. „Trotzdem: Die Ausländerkriminalität ist alles in allem betrachtet höher als im Durchschnitt der Bevölkerung.“

  • Schwere Gewaltkriminalität

    Die schwere Gewaltkriminalität mit Körperverletzungen und Raub geht seit 2009 stetig zurück. Auch die Jugendkriminalität sank im Vorjahr um 9,3 Prozent: „Man kann nicht sagen, dass die Jugendlichen immer gewalttätiger werden“, so de Maizière. Allerdings würden junge Menschen Gewalt immer intensiver ausleben.

  • Sexueller Missbrauch

    Die Zahl der Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern, die die Behörden mitbekommen, verringerte sich um 2,4 Prozent. Auch Autodiebstähle und Sachbeschädigungen werden seltener beobachtet. 2014 gab es aber mehr Diebstähle (+2,4 Prozent), Rauschgiftdelikte (+9,2) und Taschendiebstähle (+2,5).

  • Wohnungseinbrüche

    Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist um 1,8 Prozent auf 152 123 gestiegen, so viel wie seit rund 15 Jahren nicht mehr. De Maizière warnte, herumreisende Einbrecherbanden seien nur schwer in den Griff zu bekommen. Bund und Länder würden an neuen Ermittlungskonzepten arbeiten.

  • Hasskriminalität

    Besorgniserregend sei, dass fremdenfeindliche, antisemitische oder rassistisch motivierte Hasskriminalität im Sog von Flüchtlings- und Asyldebatte einen Höchststand erreicht habe. Kirchen, Synagogen und Moscheen werden gezielt angegriffen, auch Unterkünfte von Asylbewerbern und Flüchtlingen: „Das muss gestoppt werden“, sagte de Maizière.

  • Gewalt gegen Polizisten

    Nicht hinnehmen wollen Bund und Länder, dass täglich mehr als zehn Polizisten massiv angegriffen werden. „Das ist erschütternd und zeugt von großer Brutalität und Menschenverachtung dieser Täter“, so der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow.

Man müsse nicht unbedingt viel Geld investieren, betont Kriminalhauptkommissar Scheulen: „Natürlich – Sicherheit kostet, aber die Folgen eines Wohnungseinbruchs sind deutlich schlimmer und der Schaden zumeist höher als die Ausgaben für Sicherheitstechnik.“ Im Schnitt seien das pro Einbruch 3.500 bis 4.500 Euro. „Mit deutlich weniger Geld kann man sich davor schützen.“

Den Riegel vorschieben

Die Grundlage für ein sicheres Zuhause bilden auch im digitalen Zeitalter zunächst die mechanischen Sicherungssysteme. Wer seine Fenster und Türen mit speziellen Schlössern und Verriegelungen ausstattet, macht dem Einbrecher seine Tat deutlich schwerer.

Bei Fenstern und Balkontüren empfehlen Experten in erster Linie die sogenannte Pilzkopfverriegelung. Diese verhindert das Aufhebeln des Fensters oder der Tür.

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