Telekom Hauptversammlung: Kommen endlich goldene Zeiten?

KommentarTelekom Hauptversammlung: Kommen endlich goldene Zeiten?

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So entspannt wie noch nie: Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG, Timotheus Höttges (l) und der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Lehner.

von Jürgen Berke

Statt mieser Stimmung gibt es auf der Hauptversammlung der Telekom diesmal Beifall: Das Unternehmen hat sich gemacht, der Weg in ruhigeres Fahrwasser scheint geebnet.

Viele T-Aktionäre reiben sich heute verwundert die Augen. Ja, sie sind wirklich auf einer Hauptversammlung der Deutschen Telekom. Dieses Mal ist tatsächlich vieles anders. Statt Pfiffe gibt es Beifall. Konzernchef Timotheus Höttges und sein Vorstandsteam sind so entspannt wie noch nie.

Nichts ist mehr zu spüren von der früher vorherrschenden depressiven Stimmung. Und das hat einen einfachen Grund: Die T-Aktie stieg in den vergangenen Wochen so schnell wie schon lange nicht mehr. Und die Hoffnung ist groß, dass dieser Trend anhält. Denn Konzernchef Höttges stellt für die nächsten Jahre eine höhere Dividende als die zuletzt gezahlten 50 Cent in Aussicht.

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Viel spricht dafür, dass von dem - von der Telekom werbewirksam postulierten - Wirtschaftswunder 4.0 mehr als früher in den eigenen Auftragsbüchern hängen bleibt. Umsatz und operativen Gewinn sollen in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen. Erste Analysten sehen schon "goldene Zeiten" auf die Deutsche Telekom zukommen.

Die zehn umsatzstärksten Telekomkonzerne der Welt

  • AT&T (USA)

    AT&T (USA)
    Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T Inc. war aufgrund seiner Monopolstellung in den USA und Kanada lange Zeit die größte Telefongesellschaft und Kabelfernsehbetreiber der Welt.
    Umsatz: 100 Mrd. Dollar

    Umsatz 2014, Werte gerundet; Quelle: Bloomberg

  • Verizon (USA)

    Verizon (USA)
    Das US-amerikanisches Telekommunikationsunternehmen Verizon Communications mit Hauptsitz in New York landet mit 96 Milliarden Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2014 auf Platz 2.
    Umsatz: 96 Mrd. Dollar

  • NTT (Japan)

    NTT (Japan)
    Die Nippon Telegraph and Telefone Corporation (NTT) ist in Japan der Marktführer unter den Telekommunikationsunternehmen. Mit 81 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2014 ist das Unternehmen der drittumsatzstärkste Telekommunikationskonzern der Welt.
    Umsatz: 81 Mrd. Dollar

  • China Mobile (China)

    China Mobile (China)
    Nach Kundenzahl ist China Mobile Ltd. ist mit mehr als 815 Millionen Kunden (Stand: erstes Quartal 2015, eigene Angaben) der weltweit größte Mobilfunkanbieter der Welt. Im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete das chinesische Unternehmen rund 79 Milliarden Dollar und landet damit auf Platz 4.
    Umsatz: 79 Mrd. Dollar

  • Deutsche Telekom (Deutschland)

    Deutsche Telekom (Deutschland)
    Die Deutsche Telekom AG ist eines der größten europäischen Telekommunikationsunternehmen. Mit über 150,5 Millionen Kunden (Stand: 2014, eigene Angaben) ist der Mobilfunk der größte Unternehmensbereich. Außerhalb Deutschlands bietet der Konzern Mobilfunkdienste in den USA, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Griechenland, Rumänien und Polen an.
    Umsatz: 63 Mrd. Dollar

  • Telefónica (Spanien)

    Telefónica (Spanien)
    Das global agierende Telekommunikationsunternehmen Telefónica S.A. ist vorwiegend in Europa und Lateinamerika tätig, wo der Konzern vorwiegend unter der Marke Movistar auftritt. In Europa (außerhalb Spaniens) agiert Telefónica vor allem als O2. Auf dem spanischen Heimatmarkt und in Lateinamerika ist der Konzern Marktführer.
    Umsatz: 50 Mrd. Dollar

  • Softbank

    Softbank
    Die Softbank K.K. ist ein führender japanischer Telekommunikations- und Medienkonzern. Das Unternehmen ist vor allem im Bereich Telekommunikation tätig und verkauft damit einhergehend auch Mobilfunkgeräte und –Zubehör. Zum breiten Portfolio zählen aber auch die Entwicklung und Vermarktung von Online-Spielen, verschiedenen Internetdienstleistungen sowie Breitband-Technologien oder E-Commerce.
    Umsatz: 50 Mrd. Euro

  • Vodafone (Großbritannien)

    Vodafone (Großbritannien)
    Die Vodafone Group (ein Akronym aus voice, data und fone) ist ein international agierendes, britisches Mobilfunkunternehmen mit Hauptsitz in Newbury (Berkshire). Der Konzern ist auf fast allen europäischen Märkten präsent und erzielte einen Umsatz von 45 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2014.
    Umsatz: 45 Mrd. Dollar

  • América Móvil (Mexiko)

    América Móvil (Mexiko)
    Das mexikanische Unternehmen mit Firmensitz in Mexiko-City ist mit 289 Millionen Kunden (Stand: viertes Quartal 2014, eigene Angaben) der größte Mobilfunkanbieter in Lateinamerika. Mit insgesamt 48 Milliarden Dollar Umsatz landet es weltweit auf Platz 8.
    Umsatz: 48 Mrd. Dollar

  • China Telecom

    China Telecom
    China Telecom Corp. Ltd. war einst ein staatseigener Monopolbetrieb und ist heute der größte Telekommunikationsanbieter in China. Mit 40 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2014 landet die China Telecom auf Platz 10.
    Umsatz: 40 Mrd. Euro

In solch einer Atmosphäre verstummt sogar die Kritik der Aktionärsschützer. "Das war super", lobt Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) die Arbeit des Vorstands. Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft für Kapitalanleger bläst in das gleiche Horn: "Das ist einfach schön, das bereitet große Freude."

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Der Stimmungswechsel zeigt: Die Deutsche Telekom ist auf dem Weg zu einem ganz normalen Unternehmen. Vorbei sind die turbulenten Zeiten mit permanenten Führungs- und Strategiewechseln. Vorstand und Aufsichtsrat fahren nicht mehr Zickzack, sondern setzen auf Kontinuität. Selbst aus langjährigen Sorgenkindern wie T-Mobile in den USA entwickeln sich plötzlich Wachstumstreiber, die den gesamten Konzern wertvoller machen. Noch vor wenigen Jahren hätte das niemand für möglich gehalten.

In so einem entspannten Ambiente nimmt sich sogar Konzernchef Höttges die Zeit, den T-Aktionären Nachhilfe in Sachen Internet-Technik zu geben. Demonstrativ ließ er neben dem Rednerpult eine riesige, alte ISDN-Vermittlungsstelle und eine kleine, neue All-IP-Anlage aufstellen. Vor dem offiziellen Teil seiner Rede erklärte Höttges ausführlich, was derzeit weitgehend unsichtbar in den Netzen der Telekom passiert.

Ein Vorstandschef als Repetitor - auch daran müssen sich die T-Aktionäre noch gewöhnen. So viel Nähe und Transparenz hat es früher nicht gegeben.

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