Telekom im Höhenflug: Wachstumsstark, aber im Mobilfunk schwach

Telekom im Höhenflug: Wachstumsstark, aber im Mobilfunk schwach

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Konzernchef Timotheus Hoettges führt die Deutsche Telekom auf den Wachstumspfad zurück.

von Jürgen Berke

Konzernchef Timotheus Höttges führt die Deutsche Telekom auf den Wachstumspfad zurück. Das Flaggschiff, das Mobilfunkgeschäft auf dem Heimatmarkt Deutschland, offenbart aber plötzlich Schwächen.

Wenn ein Telekom-Vorstandsvorsitzender mit strahlenden Augen eine Bilanzpressekonferenz eröffnet, dann muss schon etwas Außergewöhnliches passiert sein. Timotheus Höttges genoss es jedenfalls in vollen Zügen, den Geschäftsbericht 2015 zu erläutern. Stagnation war gestern. Wachstum ist heute. Der Umsatz und der operative Gewinn stiegen sogar zweistellig. Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen deshalb am Vortag, die Dividende auf 55 Cent pro T-Aktie zu erhöhen. Besonders wichtig ist dem Konzernchef, dass dieser Trend anhält und es der Telekom jedes Jahr ein bisschen besser geht. "2014 war ein gutes Jahr, aber 2015 war ein noch besseres Jahr", sagte Höttges. Er hätte nichts dagegen, wenn es "so weitergehen könnte".

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Telekom-Logo. Quelle: handelsblatt.com

Dabei ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Nach dem Amtsantritt von Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter am 1. Oktober 2015 sind die Zahlen für das heftig umkämpfte Weihnachtsgeschäft besonders interessant. Auf dem ersten Blick sieht es so aus, als gäbe es keine nennenswerten Veränderungen. Mit einem Plus von 481.000 Mobilfunkkunden und dem erstmaligen Sprung über die magische Marke von 40 Millionen Teilnehmern baute die Deutsche Telekom ihre Position als Marktführer weiter aus. Erzrivale Vodafone fand in Ametsreiters Start-Quartal nach vier Minus-Jahren wieder zurück in die Wachstumsspur und konnte immerhin rund 170.000 Kunden dazugewinnen. Telefónica, der Dritte im Bunde, zählt nach dem Weihnachtsgeschäft wegen einer Bereinigung bei E-Plus sogar 200.000 Kunden weniger. An der alten Hackordnung auf dem deutschen Mobilfunkmarkt hätte sich demnach nichts geändert. 1.: Telekom, 2.: Vodafone, 3.: Telefónica.

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Auf dem zweiten Blick offenbart die Telekom aber eine bislang nicht gekannte Schwäche. Die Zahl der Mobilfunk-Vertragskunden, die die Telekom selber mit ihrer omnipräsenten Marke über ihr dichtes Filialnetz und ihre Online-Kanäle gewinnt, ist seit zwölf Monaten rückläufig. Im ersten Quartal 2015 demonstrierte die Telekom noch mit imposanten 483.000 Nettoneuzugängen bei den Mobilfunkverträgen richtig Stärke. Danach sackte der Zuwachs erst auf 172.000, anschließend auf 144.000 Verträge ab. Im wichtigen Weihnachtsquartal erreichte die Telekom mit einem eher dürftigen Plus von 78.000 Nettoneuverträgen den vorläufigen Tiefpunkt.

Das Abrutschen der eigenen Vertriebserfolge geht einher mit einem ständig steigenden Marktanteil von Discountern wie ja!mobil von Rewe oder oder Nischenanbieter wie Lebara, die auf dem Netz der Telekom ihre Produkte anbieten. Vier von fünf Neukunden entschieden sich im Weihnachtsgeschäft für diese oft unterschätzten Drittanbieter. Sie haben der Telekom das Kundenwachstum beschert, für das sich Konzernchef Höttges jetzt feiern lässt.

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