Telekom schließt trust2core: Krypto-Handys verkaufen sich zu schlecht

Telekom schließt trust2core: Krypto-Handys verkaufen sich zu schlecht

, aktualisiert 08. Oktober 2014, 10:37 Uhr
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Das Sicherheits-Smartphone SiMKo 3 der Deutschen Telekom basiert auf dem Samsung Galaxy S3.

Das abhörsichere Handy SiMKo 3 sollte der Bundesregierung abhörsichere Kommunikation ermöglichen - doch das Interesse an dem Gerät ist gering. Die Telekom bestätigte, dass die Unternehmenstochter geschlossen wird.

Lahme Handhabung, wenig Speicherplatz: Die sogenannten Krypto-Handys der Telekom sind unbeliebt. Laut dem Radiosender "NDR Info" wurden bisher lediglich 600 der Geräte, die von einem Tochterunternehmen der Telekom hergestellt werden, verkauft.

Nun zieht der Konzern die Konsequenzen. Das für das "Merkel-Handy" zuständige Tochterunternehmen, das Berliner Start-Up "trust2core", soll geschlossen werden. Die Mitarbeiter würden aber an anderer Stelle in das Unternehmen integriert, sagte ein Telekom-Sprecher unserer Redaktion. "Wir halten die Lieferfähigkeit für Simko 3 aufrecht", betonte der Sprecher, und widersprach damit dem Bericht des "NDR", die Produktion würde eingestellt. Dies sei aufgrund der bestehenden Verträge gar nicht möglich.

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Infolge der NSA-Spionageaffäre hatte die Telekom 2013 einen Rahmenvertrag mit dem Innenministerium abgeschlossen, nach dem der Konzern gemeinsam mit Secusmart die Bundesregierung mit Sicherheits-Handys ausstatten sollte. Das Volumen sollte 10.000 Geräte umfassen. Laut NDR-Recherchen wurde hiervon jedoch nur ein Bruchteil verkauft.

Die Nutzer der auf Microkernel-Technik basierenden Telefone beklagen, dass die alten Galaxy-Smartphones zu langsam seien und über zu wenig Speicherplatz verfügten. Die abhörsicheren Handys von Secusmart, die auf dem nachgerüsteten Typ Z10 von Blackberry basieren, seien hingegen stärker nachgefragt. In einem Interview mit der "Rheinischen Post" sprach Secusmart-Gründer Hans-Christoph Quelle im August dieses Jahres von knapp 3000 an den Bund verkauften Handys. Dies sei aber "zu wenig, um diese Firma am Leben zu halten".

Damit begründete er den Verkauf an Blackberry. Dieser stellt die Bundesregierung vor Probleme: Durch die Übernahme erhält Blackberry Großbritannien Zugriff auf die Technik, mit der sich deutsche Politiker eigentlich vor ausländischen Abhörangriffen schützen wollen.

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Laut dem "NDR"-Bericht prüft das Bundeswirtschaftsministerium derzeit, ob eine Übernahme durch Blackberry die Sicherheitsinteressen der Regierung gefährden würde. Denn Großbritannien gehört unter anderen mit den USA zu einer Allianz, die Geheimdienstinformationen untereinander austauschen.

Deutschland will auch künftig mit der Telekom zusammenarbeiten, doch wie das genau aussehen soll, ist noch unklar. Zunächst will die Telekom alle Sicherheits-Aktivitäten in der Geschäftseinheit Cybersicherheit bündeln - dazu zählt auch die Integration der "trust2core"-Mitarbeiter und deren Know-how. Künftig solle die Entwicklung von Angeboten auch für Mittelstands- und Privatkunden vorangetrieben werden. Hierzu zähle unter anderem die E-Mail Made in Germany.

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