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Telekom: Schlimmer geht immer

von Christof Schürmann

Die Zahlen der Deutschen Telekom sind wahrlich desaströs. Hoffnungen auf Kurszuwächse in den kommenden Jahren sollten sich Aktionäre lieber nicht machen.

Die Geschichte der Volksaktie Telekom

Ron Sommer, damaliger  Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, managte den Börsengang der Telekom. Die Aktie startete am 18. November 1996 im Frankfurter Börsenhandel.  Zuvor war die „T-Aktie“ nach einer omnipräsenten Werbekampagne für 28,50 DM (14,57 €) vor allem Privatanlegern angeboten worden und erreichte breite Bevölkerungsschichten – was ihr den Beinamen „Volksaktie“ einbrachte. Durch den Börsengang erlöste die Telekom umgerechnet etwa  zehn Milliarden Euro. Später folgten noch eine zweite und dritte Tranche (28. Juni 1999, Stückpreis 39,50 €, Erlös 10,88 Mrd. € und 19. Juni 2000, Stückpreis 63,50 €, Erlös 15 Mrd. €). Insgesamt sammelte die Telekom durch die Aktienemissionen also mehr als 35 Milliarden Euro von Anlegern ein.

Quelle: dpa

Würden Sie eine Aktie von einem Unternehmen kaufen, dessen Umsätze und Gewinne schrumpfen? Die derzeit mit einem Verhältnis aus letztjährigem Jahresgewinn zum derzeitigen Börsenwert mit dem Faktor 68 bewertet wird, während der Markt nur den Faktor 11 kostet? Wahrscheinlich nicht.

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Dennoch gibt es auch heute wieder Tausende, die ein solches Papier wollen, wenn auch gegenüber dem Vortagsschluss zu einem um rund zwei Prozent verringerten Kurs. Die Zahlen, die die Deutsche Telekom heute morgen vorgelegt hat, sind wohl immer noch nicht schockierend genug, um alle Anleger zu vertreiben.

Nicht auf der Rechnung

1,3 Milliarden Euro Verlust schrieb die Telekom im vierten Quartal. Für das Gesamtjahr 2011 rutschte der Jahresüberschuss um zwei Drittel auf nur noch 557 Millionen Euro. Gemessen am Umsatz, der um sechs Prozent auf 58,65 Milliarden Euro einbrach, schafften die Bonner eine Nettoumsatzmarge von 0,9 Prozent – damit überlebt kein Zeitungskiosk auch nur ein­ Jahr.

Mal wieder schlugen vor allem Milliarden-Abschreibungen auf Auslandstöchter ins Kontor, die – mal wieder – kein Analyst auf der Rechnung hatte.

Auf knapp drei Milliarden Euro Nettogewinn wurde die Telekom noch gestern von der Analystengilde taxiert, herausgekommen sind am Ende gut 80 Prozent weniger. Solche Zielverfehlungen drohen auch in die kommenden Jahren. Knapp 17,2 Milliarden Euro an Übernahmeprämien stehen immer noch in der Bilanz.

Insgesamt macht sogenanntes immaterielles Vermögen (als Vermögen ausgewiesene Prämien auf erworbene Töchter, im Fachjargon Goodwill genannt, Mobilfunk- und sonstige Lizenzen sowie Patente) noch gut 50 Milliarden Euro aus.

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