Telekom: Timotheus Höttges legt die Latte höher

Telekom: Timotheus Höttges legt die Latte höher

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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges

von Jürgen Berke

Auf der Telekom-Hauptversammlung loben die Aktionäre Chef Timotheus Höttges in den höchsten Tönen. Der kündigte an, für die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga mitbieten zu wollen.

Den Aktionären wird die Deutsche Telekom offenbar zu langweilig. Nur knapp 2000 T-Aktionäre haben die Reise in die Kölner LanxessArena angetreten. Viele Stühle in Kölns größter Konzert- und Sporthalle bleiben leer. Aber die, die gekommen sind, machen dort weiter, wo sie im vergangenen Jahr aufgehört haben: Sie loben Timotheus Höttges und den Telekom-Vorstand in den höchsten Tönen. "Sie haben die T-Aktionäre aus der Depression geholt", fasst Marc Tümmler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) die Stimmung zusammen - und bekommt dafür starken Beifall.

Ganz gemütlich hatte sich Höttges zu Beginn seiner Rede in ein vernetztes Wohnzimmer der Zukunft gesetzt, um den Aktionären sein runderneuertes TV-Produkt Entertain zu erklären. "Die Telekom wächst - und zwar kräftig", bilanzierte der Vorstandsvorsitzende das abgelaufene Geschäftsjahr. Konzernumsatz, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern sowie die frei verfügbaren Finanzmittel wuchsen zweistellig. Und das soll so weitergehen. "Ich verspreche Ihnen: Wir ruhen uns nicht aus, sondern legen die Latte jedes Jahr ein Stück höher."

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Telekom will Bundesliga-Übertragungsrechte

Offen spricht Höttges aber auch die Problemzonen an. An oberster Stelle stehen dabei die Tochtergesellschaften im europäischen Ausland. "Noch läuft das Geschäft nicht in all unseren Märkten gleich gut", sagte Höttges. Der Trend gehe eindeutig zu Anbietern mit Festnetz und Mobilfunk. Zu den Sorgenkindern zählen vor allem die Geschäfte in Ländern wie zum Beispiel in den Niederlanden, wo die Telekom ausschließlich als Mobilfunk-Betreiber aktiv ist. Nach dem Scheitern der ersten Verkaufsverhandlungen sucht Höttges nun nach alternativen Lösungen. Er wollte aber noch nicht verraten, wohin die Reise im Nachbarland geht.

Comeback des Giganten Der wundersame Wiederaufstieg der Telekom

Höttges hat geschafft, woran andere scheiterten: Nach Jahren der Tristesse steigen Umsatz, Gewinn und Börsenkurs wieder. Die Telekom kommt ohne Skandale aus – und hat ihr Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft.

Telekom-Konzernchef Tim Höttges lässt Umsatz, Gewinn und Börsenkurse steigen. Quelle: Laif

Klar ist dagegen, dass die Deutsche Telekom bei der in den nächsten Tagen anlaufenden Versteigerung der Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga mitbieten wird. Das bestätigte Höttges am Rande der Hauptversammlung. Die Telekom sucht ein starkes Zugpferd für ihr digitales TV-Produkt Entertain, das bisher erst 2,7 Millionen Haushalte in Deutschland nutzen. Die Telekom besitzt zwar mit 400.000 Kilometern die größte Glasfaser-Infrastruktur in Deutschland.

Doch bei superschnellen Internet-Anschlüssen mit mehr als 100 Megabit pro Sekunde gewinnen die TV-Kabelnetzbetreiber deutlich mehr Kunden als die Telekom. Von den 2,3 Millionen Haushalten, die heute einen 100-Megabit-Anschluss nutzen, sind 1,9 Millionen bei einem TV-Kabelnetzbetreiber wie Vodafone, Unitymedia oder Tele Columbus, teilte kürzlich die Bundesnetzagentur mit. Die Live-Übertragung von Bundesligaspielen könnten helfen, diesen Rückstand aufzuholen.

Ausgerechnet in der Stadt Köln, in der die Telekom schon lange die Marktführerschaft an den lokalen Konkurrenten Netcologne verloren hat, sollen künftig auch keine Hauptversammlungen mehr stattfinden. 2018 zieht die Telekom nach Bonn ins neue World Conference Center (WCCB) um. Mehr als 2000 Aktionäre werden auch künftig nicht zu Hauptversammlungen kommen, heißt es bei der Telekom. Das reiche der Platz im WCCB völlig aus.

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