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Telekommunikation: Telekom ringt um Kundenzufriedenheit

von Meike Lorenzen

Probleme bei Umzügen, schlechter Kundenservice und skurrile Patzer. Negativ-Schlagzeilen um die Telekom häufen sich seit einiger Zeit wieder. Dabei sollte das mit der großen Service-Offensive vor einigen Jahren möglichst ausgeschlossen werden. Wie es um die Kundenzufriedenheit steht.

Schwäche1: Bereinigte Kennzahlen verzerren das Bild

Wie fast kein anderes Unternehmen ist die Deutsche Telekom dafür bekannt, in ihren Zahlen ständig irgendwelche Sondereinflüsse auszuweisen. Berichtete und bereinigte Kennzahlen weichen regelmäßig meilenweit voneinander ab. Der Konzern hat zwar immer zahlreiche Begründungen für die Bereinigungen parat. Gleichwohl ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese die Berichterstattung komplexer und schwerer verständlich machen.

Allein im Geschäftsjahr 2011 liegen berichtetes und bereinigtes Konzernergebnis 2,3 Milliarden Euro auseinander. Aufwendungen, die der Konzern als Sondereffekte deklarierte und somit auch bereinigte, waren unter anderem Ausgaben für den Konzernumbau wie etwa Personalmaßnahmen sowie Firmenwertabschreibungen auf die Tochtergesellschaften T-Mobile in den USA und OTE in Griechenland.

Bild: AP

Im Vorfeld zum Verkaufsstart des iPhone 5 fiel es besonders auf. Bei der Deutschen Telekom läuft es alles andere als rund. Zum einen schickte das Unternehmen an die sogenannten Premium-Kunden, die bevorzugt über Apples neues Telefon informiert werden sollten, per SMS die Nummer für eine Flirt- statt eine zur Bestell-Hotline. Zum anderen wurde das Unternehmen von dem Ansturm auf das neue iPhone regelrecht überrannt. "Wir hatten in Spitzenzeiten das Zehnfache an Anrufen", sagte ein Telekom-Sprecher. "Wir freuen uns natürlich über diese riesige Nachfrage, die führt jetzt aber zu Wartezeiten." Teilweise mussten Kunden dreimal hintereinander anrufen, um mit einem Mitarbeiter verbunden zu werden. Und dann brach die Homepage wegen hoher Zugriffszahlen immer wieder zusammen. Dabei war der Verkaufsstart nicht so stark, wie Analysten dies im Vorfeld prophezeit hatten.

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Apple-CEO Tim Cook betrat pünktlich um 19 Uhr die Bühne.

Bild: REUTERS

Dennoch sei man mit dem Ablauf zum Verkaufsstart des iPhones 5 zufrieden, schließlich habe man aus früheren Apple-Veröffentlichungen gelernt. „Wir hatten mit dem Ansturm gerechnet und in den T-Shops und an den Hotlines mehr Personal zur Verfügung gestellt“, sagt eine Telekom-Sprecherin. "Wir haben teilweise andere Teile der Homepage abgeschaltet, damit für das neue Produkt genug Kapazitäten da sind.“ Die falsche Servicenummer zur iPhone-Bestellung "war ein Zahlendreher, ein menschlicher Fehler, für den wir uns entschuldigt und Kosten erstattet haben." Weitere Konsequenzen hatte er nicht.

Doch die Pannen zum iPhone-Start sind nicht die einzigen, mit denen der rosa Riese klarkommen muss:

Erst Ende August wurde die Geschichte von Rentner Peter Walpurgis aus Flensburg bekannt, der nach einem Umzug mehr als sieben Monate auf seinen Festnetzanschluss warten musste. Zwei Mal musste er einen Antrag für den neuen Anschluss ausfüllen, um dann auf Nachfrage festzustellen, dass der Auftrag auch vier Wochen nach Eingang noch nicht bearbeitet worden war. Die Telekom reagierte zögerlich. Zum Zeitpunkt des Wechsels habe der Kunde noch einen Vertrag mit Mindestlaufzeit bei einem anderen Anbieter gehabt. Laut Walpurgis sei der Vertrag aber bereits Monate vorher gekündigt worden.

Für Beschwerden bei der Verbraucherzentrale und Ärger bei Kunden sorgen auch die "Umzugspraktiken" des Telekom-Konzerns. Wer seinen Wohnort verändert, muss für die erneute Freischaltung der bestehenden Telefonnummer 50 Euro Bearbeitungsgebühr zahlen. Für eine neue Nummer fallen sogar 100 Euro an. Für vermehrte Beschwerden sorgt neben der Bearbeitungsgebühr aber die Vertragspraxis. Der bestehende Vertrag läuft ab Umzugsdatum nämlich wieder 24 Monate - wird also behandelt wie ein Neuabschluss.

Verbraucherzentrale nimmt Beschwerden entgegen

Die Probleme bei Umzügen kommen auch bei den Verbraucherzentralen an. "Vor allem mit der Novellierung des Telekommunikationsgesetzes, gab es etliche Nachfragen", sagt Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die meisten Beschwerden drehten sich um die erneute Vertragslaufzeit von 24 Monaten, obwohl eigentlich schon ein Vertragsverhältnis bestanden hatte. Genau dagegen hilft das seit Mai in Kraft getretene Kommunikationsgesetz, das einen Umzug mit alter Nummer auch ohne neuen Vertrag möglich macht. Anfangs hätten einige Telekom-Mitarbeiter immer wieder behauptet, dass System könne diesen Wunsch noch nicht buchen, heißt es seitens der Verbraucherzentrale. Das gilt aber nur für unveränderte Verträge. Müssen einzelne Komponenten verändert werden (etwa die Internetgeschwindigkeit), darf dies laut Verbraucherzentrale als Neuvertrag mit 24 Monaten Laufzeit behandelt werden.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.12.2012, 13:25 Uhrpedro

    Telekom nie wieder, noch nicht einmal kostenlos.
    Das einzige was hilft ist zu gehen.

  • 16.10.2012, 10:23 Uhrronald-regan

    Also auf dieser Seite von wiwo.de ist doch etwas zuviel Werbung - Spamende Werbung ist auch eine verbreitete Krankheit im Internet.

    Aber nun zur Telekom - ich hatte bei jemandem den herkömmlichen Festnetz Telefon Anschluss mit Internet erweitert, was mit einer Umstellung auf Voice over IP verbunden war, also Telefonie übers Internet.

    Ergebnis: Das Telefon ist nun gestört und läuft nicht. Meine Störungsmeldung bei der Telekom verläuft schon seit 2 Tagen ergebnislos, die Telefonstörung wird von der Telekom einfach nicht beseitigt.

    Wenn man sich im sachlichen Ton beschwert, werden dann Telekom Mitarbeiter teilweise noch patzig und frech.

    Also Service Note mangelhaft für die Deutsche Telekom, die es in meinem Fall nicht schafft, eine Leitungsstörung zu beseitigen.

    Man stellt auch fest, dass die Vorgänge beim Kundenservice innerhalb der Telekom nicht transparent sind, die eine Hand weis nicht was die andere tut. So erhält man bei Betriebsstörung noch nicht einmal eine Auskunft und wird abgewimmelt.

    Die Mitarbeiter sind teilweise schlecht geschult und offensichtlich unerfahren im Umgang mit Kunden, wohl auch weil wie hier schon angesprochen das Personal der Telekom teilweise nur angelernt und nicht kompetent ausgebildet ist.

    Das Bäumchen wechsele Spiel geht nun weiter, da ich jetzt auf einem Telefonanschluss sitze, der nicht funktioniert.

    Notfalls werde ich wohl der Telekom wegen nicht Erfüllung die Kündigung geben müssen und den Telefonanbieter wechseln.

    Also liebe Telekom, was Servicequalität angeht, gibt es bei euch wohl einen Reformstau.

  • 29.09.2012, 04:42 UhrJoselyn

    Was JAP27 schreibt habe ich genau in der Form auch erlebt.

    Meiner Ansicht nach liegt das daran, dass die Telekom zu viele Leiharbeiter und Zeitarbeiter beschäftigt, die sich mit der Materie nicht auskennen. Wahrscheinlich sogar Hartz IV Empfänger, die von der Bundesagentur für Arbeit genötigt wurden dort zu arbeiten, oder irgendwelche Studenten, die dringend Geld brauchen. Die Leute sind nicht ausgebildet oder im Umgang mit Kunden geschult.

    Wenn man mal die Hotline anruft, liest der Betreffende nur die Daten vom Bildschirm ab, kann von nichts eine Ahnung haben. Einen echten ausgebildeten Techniker ans Telefon zu kriegen, ist fast unmöglich.

    Auch in der Kundenbuchhaltung ist es so. Wenn man sich beschweren möchte, in ruhigem und sachlichen Ton, sind es meist die Mitarbeiter der Telekom, die ausfallend und patzig werden und versuchen, den Kunden am Telefon abzuwimmeln, anstatt zu helfen, wofür sie bezahlt werden.

    Bei uns in der Strasse wurde der Verteilerkasten aufgebrochen und die Anwohner hatten allesamt Rechnungen von 200-300 Euro. Es dauerte 4 - 5 Wochen, bis endlich mal ein Techniker kam, trotz mehrfacher Schreiben und Anrufe. Wir weigerten uns, diese Rechnungen zu bezahlen und sollten beweisen, dass wir für das Geld nicht telefoniert hatten. Nach der Reparatur waren unsere Telefonrechnungen wieder normal. Da wir das nicht beweisen konnten und die vorherigen Rechnungen als Beweis nicht anerkannt wurden, haben wir die Rechnungen schließlich bezahlt, nachdem die Telekom uns drohte, unsere Anschlüsse bei Nichtbezahlung stillzulegen. Soviel dazu.

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