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Telekommunikationskonzerne: Die Finanzierung wird schwieriger

von Tino Andresen Quelle: Handelsblatt Online

Europas Telekommunikationskonzerne bekommen die Schuldenkrise schmerzhaft zu spüren. Das verschlechtert ihre Kreditwürdigkeit – und macht die Finanzierung teurer.

Zentrale von Portugal Telecom in Lissabon: Der Konzern hat von der Ratingagentur Standard & Poor's einen negativen Ausblick bekommen. Quelle: AP
Zentrale von Portugal Telecom in Lissabon: Der Konzern hat von der Ratingagentur Standard & Poor's einen negativen Ausblick bekommen. Quelle: AP

DüsseldorfMit Blick auf das Jahr 2012 hat die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) davor gewarnt, dass die Kreditwürdigkeit von Unternehmen besonders leiden wird, auf die Staaten großen Einfluss ausüben – beispielsweise als Anteilseigner. Denn wenn südeuropäische Staaten die Schuldenkrise zu spüren bekommen, schlägt das etwa auf die nationalen Telekommunikationskonzerne durch.

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So zählt S&P die Holding des irische Telekomanbieter ERC Ireland Preferred Equity Ltd. zu den am wenigsten kreditwürdigen Unternehmen Europas. Das Rating CC stellt es auf eine Stufe mit Griechenland und bedeutet, dass die Agentur einen Zahlungsausfall innerhalb von sechs Monaten für sehr wahrscheinlich hält oder das Unternehmen bereits ein Insolvenzverfahren beantragt hat, aber noch nicht in Zahlungsverzug ist.

Mit einem negativen Ausblick hat S&P auch die Telekommunikationskonzerne in Griechenland und erst kürzlich in Italien, Portugal und Spanien versehen. Insgesamt droht einem Viertel aller von der Agentur in Europa, Afrika und im Nahen Osten bewerteten Unternehmen der Branche die Herabstufung der Kreditwürdigkeit, welche die niederländische KPN diese Woche bereits hinnehmen musste. Aussicht auf eine bessere Bewertung haben hingen nur sechs Prozent der Telekommunikationskonzerne.

Der zuständige S&P-Analyst Matthias Raab begründet die insgesamt skeptische Einschätzung mit der sich abschwächenden Konjunktur in Europa und mit den Sparmaßnahmen der besonders verschuldeten Staaten. „Vor allem die Mobilfunkumsätze sind unter Druck.“

Dies werde zusätzlich verstärkt durch negative Preiseffekte aus Entscheidungen von Regulierungsbehörden zum Beispiel durch die Absenkung von Mobilfunk-Terminierungsentgelten oder Roaminggebühren. Er beobachtet aber bereits ein Gegensteuern der Konzerne, etwa durch das Kürzen von Dividenden, so wie heute von France Télécom angekündigt, oder das Aussetzen von Aktienrückkaufprogrammen.

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