Turnaround geschafft?: Loewe will wieder Geld verdienen

Turnaround geschafft?: Loewe will wieder Geld verdienen

TV-Hersteller Loewe will in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben. Der Gesellschafter rechnet mit gewaltigen Umsatzsteigerungen - doch das wird schwieriger als erhofft.

Der Fall des Premium-TV-Herstellers Loewe war tief und die Krise lang. Offenbar ist sie aber schneller überwunden, als von vielen Branchenkennern erwartet. Das deutsche Traditions-Unternehmen soll bald wieder schwarze Zahlen schreiben. "Wir werden unser erstes Geschäftsjahr profitabel abschließen", kündigte der geschäftsführende Gesellschafter Mark Hüsges im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung an.

Das wäre ein beeindruckender Turnaround. Nach jahrelangen und hohen Verlusten hatte das Unternehmen vor einem Jahr einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Das Drama ging weiter. Anfang 2014 kündigte die Investorengruppe Panthera die Übernahme des Traditionsunternehmens an. Dann trat der vermeintliche Retter plötzlich vom Kaufvertrag zurück.

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Streichungen und Einsparungen
Im Frühjahr sprang schließlich der Stargate Capital ein. Der Münchner Investor kaufte Loewe für weniger als zehn Millionen Euro, steckte weitere Millionen in den Umbau und die Neuausrichtung des Unternehmens. In den kommenden Jahren seien insgesamt Investitionen im mittleren zweistelligen Millionenbereich geplant, heißt es. Fließen sollen sie vor allem in die Bereiche Forschung und Entwicklung.

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Zugleich sparte Loewe unter Stargate-Führung Kosten ein, strich am Stammsitz in Kronach nochmals knapp 100 der rund 530 verbliebenen Stellen. Auch durch eine Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Hisense und besseren Einkaufskonditionen wurde laut Hüsges "eine wettbewerbsfähige Fertigungskette" aufgebaut, die eine Fernseherproduktion wirtschaftlich ermögliche.

Jetzt sieht Investor Hüsges Loewe im Aufwind und gibt gleich die Marschrichtung vor: "Wir wollen in fünf Jahren das Umsatzniveau erreichen, das Loewe in guten Zeiten hatte: etwa 400 Millionen Euro." Damit liegt die Latte enorm hoch. Branchenkenner gehen laut SZ davon aus, dass der Umsatz derzeit bei weniger als 100 Millionen liegt.

Angreifer aus Asien
Und so leicht wie Hüsges es darstellt, wird der Durchmarsch zu alter Größe kaum werden. Der TV-Markt ist hart umkämpft. Vor allem asiatische Hersteller bringen immer neue Geräte heraus – häufig wahre Preisbrecher. Daran war Loewe zuvor in erster Linie gescheitert: Das Unternehmen konnte den Kunden nie begreiflich machen, warum sie für ein gleichgroßes TV-Gerät der Marke Loewe viel mehr zahlen mussten als bei der Konkurrenz. Wie das in Zukunft gelingen soll, ist bislang unklar.

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Mit einer neuen Premiummarke für TV-Geräte will sich Loewe weiter in der Nische profilieren. Zudem soll erstmals ein eigenes Home-Entertainment-System produziert werden. Der Weg geht offenbar in Richtung Smart-TV. Doch dort sind schon andere Anbieter im Geschäft. Marken wie Samsung, Panasonic oder auch Apple bestimmen die Trends und vor allem den Preis.

Dem Preisdruck hält Loewe deshalb auch nicht Stand. Günstiger sollen die Geräte in Zukunft sein, aber "keine Billigmarke", wie es Hüsges ausweichend beschreibt. Details will das Unternehmen offenbar erst auf der Internationalen Funkausstellung im September bekanntgeben. Dann werden auch die neuen Geräte vorgestellt – unter anderem ein hochauflösender Ultra-HD-Fernseher. Um auf dem Markt zu überzeugen und Kunden für die Marke Loewe zu begeistern, wird es aber weiterer Alleinstellungsmerkmale bedürfen.

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