Twitter-Managerexodus: China-Chefin geht ohne Begründung

Twitter-Managerexodus: China-Chefin geht ohne Begründung

, aktualisiert 03. Januar 2017, 12:02 Uhr
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Nach acht Monaten räumt die ehemalige Staatsmitarbeitern ihren Posten in der chinesischen Twitter-Niederlassung.

Quelle:Handelsblatt Online

Zahlreiche hochrangige Mitarbeiter haben Twitter bereits verlassen. Nun ist auch das schwierige China-Geschäft ohne Führung. Der Ausbau des Dienstes ist in der Volksrepublik seit jeher umstritten.

New York/PekingDer Exodus in der Twitter-Führung geht weiter. Zum Jahreswechsel gab die Chefin des China-Geschäfts ihren Posten nach nur etwas mehr als acht Monaten wieder ab. Eine Begründung für den Schritt lieferte Kathy Chen nicht. Sie deutete lediglich an, dass ein wichtiges Ziel erreicht sei. Da der Kurznachrichten-Dienst mittlerweile direkt mit chinesischen Werbekunden zusammenarbeitet, sei die richtige Zeit für einen Abschied gekommen, erklärte Chen. Das Unternehmen wollte sich nicht konkret dazu äußern und teilte lediglich mit, an dem zuständigen Büro in Hongkong festzuhalten.

Erst Mitte Dezember hatte Technologiechef Adam Messinger seinen Abschied angekündigt. Bereits zuvor verließen unter anderem der für das operative Geschäft zuständige Vorstand Adam Bain und der Leiter des Geschäfts in Indien, Südostasien und Nahost, Parminder Singh, die Firma.

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China ist für Twitter ein Sonderfall. Wegen der Internetzensur hat es das Unternehmen schwer, dort Fuß zu fassen. Der Dienst ist in der Volksrepublik von der kommunistischen Führung gesperrt und lediglich über abgeschirmte private Netzwerke (VPN) zu nutzen. Vor diesem Hintergrund war die Ernennung von Chen im April umstritten, da sie zuvor für mehrere Staatsunternehmen gearbeitet hatte. Ihre Aufgabe war es, mehr Werbekunden anzuziehen.

Twitter durchläuft eine Schwächephase. Der Kurznachrichtendienst ist zwar beliebt, wächst aber immer langsamer und kann nicht mit Konkurrenten wie Facebook mithalten. In den vergangenen Jahren hat Twitter zwar massiv in Produktentwicklung und Marketing investiert. Dies hat sich aber nicht wie erhofft ausgezahlt. Daher steht ein Umbruch an. Neun Prozent der Belegschaft sollen gehen, um die Kosten zu senken.

Quelle:  Handelsblatt Online
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