Twitter: Mitgründer Dorsey soll Twitter-Chef bleiben

Twitter: Mitgründer Dorsey soll Twitter-Chef bleiben

Bild vergrößern

Einem Medienbericht zufolge bleibt Übergangschef Jack Dorsey an der Spitze des Konzerns.

Das haben die Vöglein bei Twitter schon von den Dächern gezwitschert: Der als Übergangslösung eingesprungene Twitter-Mitgründer Jack Dorsey soll angeblich ständiger Chef werden.

Die Twitter-Aktie hat mit einem Kurssprung auf einen Medienbericht reagiert, wonach der Mitgründer und amtierende Chef Jack Dorsey dauerhaft im Amt bleiben solle. Der Verwaltungsrat des Kurzmitteilungsdienstes neige zu dieser Lösung, die Entscheidung könne bereits am Donnerstag bekanntgegeben werden, schrieb das Technologie-Blog „Recode“ am Mittwoch unter Berufung auf informierte Personen. Der 38-jährige Dorsey werde dabei auch den Mobil-Bezahldienst Square weiterhin führen dürfen. Der Twitter-Verwaltungsrat hatte anfangs erklärt, man Suche einen Chef, der sich nur einem Unternehmen widme.

Seit der langjährige Firmenchef Dick Costolo Ende Juli den Posten aufgab, führt Dorsey Twitter kommissarisch. Vor einigen Tagen hatte bereits die „New York Times“ geschrieben, im Verwaltungsrat zeichne sich eine Entscheidung für Dorsey ab. Nach dem „Recode“-Bericht sprang die Aktie am Mittwoch um über fünf Prozent auf knapp 27 Dollar hoch. Noch im April hatte sie mehr als 50 Dollar gekostet, bevor Zweifel an den Wachstumsaussichten von Twitter den Kurs fallen ließen.

Anzeige

Zahlen und Fakten zu Twitter

  • Nebenprodukt mit Erfolg

    Twitter war zunächst nicht mehr als ein Nebenprodukt der Firma Odeo, die eine (allerdings wenig erfolgreiche) Podcasting-Plattform entwickelte. Die Macher suchten 2006 nach Alternativen – und entwickelten den Dienst mit seinen 140 Zeichen kurzen Texthäppchen. In den ersten Monaten gewann er zwar kaum Nutzer, doch nach einem erfolgreichen Auftritt auf der Technologiekonferenz SXSW hob Twitter ab.

  • Idee von vier Freunden

    Anfangs standen vier Freunde hinter Twitter: Evan Williams, der dank des Verkaufs seiner Plattform Blogger.com an Google auch Geldgeber war; außerdem Jack Dorsey, Biz Stone sowie Noah Glass. Letzterer wurde allerdings wegen seiner schwierigen Art schon bald aus der Firma gedrängt.

  • Intrigen und Machtkämpfe

    Die kurze Geschichte der Firma ist geprägt von Machtkämpfen zwischen den einstigen Freunden. Der erste Chef Jack Dorsey musste auf Veranlassung des Mitgründers Evan Williams sowie des Verwaltungsrates seinen Posten verlassen. Williams selbst hielt sich auch nicht dauerhaft an der Spitze – bei seiner Entmachtung im Oktober 2010 hatte Dorsey seine Finger im Spiel. Seitdem lenkte Dick Costolo, zuvor bei Google tätig, die Firma. Nach der Warnung des Unternehmens im ersten Quartal 2015, dass die angepeilten Umsätze nicht erreicht würden, und die Aktie weit unter den Ausgabekurs rutschte, war die Luft für ihn dünn geworden. Nach Monaten der Kritik von der Wall Street, Anteilseignern, Mitarbeitern und Kunden wurde Costolo am 1. Juli 2015 durch Twitter-Mitgründer Jack Dorsey ersetzt.

  • Durchweg in den Miesen

    Twitter hat noch nie Gewinn gemacht. Im zweiten Quartal 2015 lag der Verlust bei unterm Strich 137 Millionen Dollar - immerhin 8 Millionen weniger als im Vorjahr. Vor allem Vergütungen für Mitarbeiter in Form von Aktienpaketen und Optionen machen sich bemerkbar.

  • Zaghaft im Werbegeschäft

    Twitter hatte bis vor drei Jahren noch kein Werbegeschäft. Die Gründer verzichteten in der Anfangszeit bewusst auf Anzeigen, um die Nutzer nicht zu verschrecken. Im Frühjahr 2010 starteten erste Versuche mit Werbung zwischen den Tweets. Inzwischen ist das Geschäft beträchtlich angewachsen. Im zweiten Quartal 2015 stammten von den 502 Millionen Dollar Umsatz fast 90 Prozent aus dem Geschäft mit mobilen Anzeigen auf Smartphones oder Tablets. Die Werbeeinnahmen nahmen im vergleich zum Vorjahr um 63 Prozent auf 452 Millionen Dollar zu.

  • Mehr als 270 Millionen Nutzer

    Twitter ist für die mobile Ära gerüstet. Ein Großteil der Werbeerlöse wird auf Smartphones und Tablet-Computern erwirtschaftet. Insgesamt hat Twitter mehr als 316 Millionen Nutzer pro Monat.

  • Twitter-Aktionäre sind gleichberechtigt

    Twitter versucht nicht, den Einfluss der Gründer durch eine Aktienstruktur mit zwei Klassen zu sichern. Andere Internet-Unternehmen wie Google oder Facebook haben bei ihren Börsengängen den Investoren Papiere angeboten, die weniger Stimmrechte haben als die Aktien von Gründern und Spitzen-Managern. Bei Twitter sind alle Anteilseigner gleich, die Ausgabe von Vorzugsaktien ist nur als Möglichkeit für die Zukunft vorgesehen.

Dorsey gilt als ein zentraler Erfinder des Twitter-Konzepts und war bereits der Chef in den Anfangsjahren der 2006 gestarteten Firma. Schon 2008 wurde er allerdings durch Evan Williams, einen anderen Mitgründer, ersetzt. Danach gründete Dorsey Square, das mit Hilfe von Karten-Lesegeräten Smartphones und Tablets zu Kassen-Geräten macht. Laut Medienberichten will Square bis Ende des Jahres an die Börse gehen.

Das Top-Manager zwei Unternehmen auf einmal führen, ist selten, aber kommt vor. So steht Carlos Ghosn seit Jahren an der Spitze der Autohersteller Renault und Nissan. Steve Jobs führte gleichzeitig Apple und das Animationsstudio Pixar, das ihm gehörte, bis er es an Disney verkaufte.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%