Übernahme mit Folgen: Was durch die Fusion von O2 und E-Plus droht

Übernahme mit Folgen: Was durch die Fusion von O2 und E-Plus droht

Bild vergrößern

Drei statt vier: Nach der Fusion mit E-Plus soll O2 lukrative Frequenzen räumen

von Jürgen Berke

Die Fusion von O2 und E-Plus könnte den Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt schwächen und Preise steigen lassen. Dass das nicht unwahrscheinlich ist, zeigt das Beispiel Österreich.

Jochen Homann, der mächtige Präsident der Bundesnetzagentur, lässt sich ungern in die Karten schauen. Als beim TK-Gipfel am 26. März im Düsseldorfer Airporthotel ein neugieriger Manager wissen wollte, wie denn seine Behörde die Fusion von Telefónica Deutschland (Marke: O2) und E-Plus beurteile, blieb er eine klare Antwort schuldig. Er habe „keine konkreten Indizien“, welche Auflagen es geben könnte, lächelte der Behördenchef den Fragesteller verschmitzt an. „Im Prinzip ist das eine offene Entscheidung.“

Gut geblufft, Herr Präsident. Schon fünf Tage später lüftete Homann sein so streng gehütetes Geheimnis. Telefónica, mit 19,4 Millionen Kunden die Nummer vier auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, wird wohl grünes Licht für die Übernahme von E-Plus bekommen. Die kürzlich verkündeten Pläne der Bundesnetzagentur für eine neue Frequenzordnung im Mobilfunk lassen nur diese Schlussfolgerung zu.

Anzeige

In enger Absprache mit der EU-Kommission hat die Bundesnetzagentur zugleich beschlossen, ein Oligopol mit nur noch drei fast gleichstarken Mobilfunkbetreibern unter sehr strengen Auflagen zuzulassen. Die Gefahr ist allerdings groß, dass die ins Leere laufen und durch die Fusion der Preiswettbewerb doch ausgehebelt wird, wie der Fall Österreich zeigt.

Telekom-Austria-Chef "EU fördert Markteintritt für Trittbrettfahrer"

Hannes Ametsreiter, Vorstandschef von Telekom Austria, will den Wettbewerb im Mobilfunk auf drei Anbieter beschränken und ärgert sich über das Vorgehen der europäischen Kommission.

Hannes Ametsreiter Quelle: dpa Picture-Alliance

Die wichtigste Auflage betrifft die üppige Ausstattung mit Mobilfunkfrequenzen einer vereinigten O2-/E-Plus-Gruppe. Beide Betreiber, so der jetzt vorgestellte Plan der Bundesnetzagentur, sollen einen Teil ihres wegen der guten Ausbreitungseigenschaften besonders wertvollen Spektrums in den Frequenzbändern 900 und 1800 Megahertz vorzeitig räumen. Zusammen mit anderen Frequenzen sollen sie möglichst noch 2014 versteigert werden. „O2/E-Plus könnten ihre ohnehin starke Kundenbasis stark ausbauen“, befürchtet die Bundesnetzagentur. Auch ein Neueinsteiger soll die Chance bekommen, diese Frequenzen zu erwerben.

Die EU-Kommission, die bis zum 14. Mai ihr Votum zu O2/E-Plus verkünden muss, sieht die Gefahr einer Schieflage auf dem bisher prächtig funktionierenden deutschen Mobilfunkmarkt. Durch die Übernahme von E-Plus, ließ die Kommission schon bei der ersten Voruntersuchung anklingen, würde der derzeit preisaggressivste Wettbewerber wegfallen. Das Risiko steige, das die verbleibenden drei großen Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone und O2/E-Plus ihr Wettbewerbsverhalten abstimmten und die Preise erhöhten.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%