Überraschung beim Softwarekonzern: SAP-Technikvorstand Sikka tritt zurück

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Überraschung beim Softwarekonzern: SAP-Technikvorstand Sikka tritt zurück

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Vishal Sikka

von Michael Kroker

Vishal Sikka galt als rechte Hand von SAP-Übervater Hasso Plattner. Jetzt tritt der Technikvorstand überraschend zurück. Möglicherweise geht der Inder zur Konkurrenz.

Immer wieder sonntags: Der Softwarekonzern SAP hat offenbar ein Faible dafür, wichtige Personalien am Wochenende zu verkünden. Als der glücklose Vorstandschef Léo Apotheker Anfang 2010 vor die Tür gesetzt wurde, flatterte die Mitteilung pünktlich zum "Tatort" in die Postfächer. Gestern war es sogar noch später am Abend, als die Walldorfer völlig überraschend den Abgang ihres Technikvorstands Vishal Sikka bekanntgaben. Sikka gehe aus persönlichen Gründen, und zwar mit sofortiger Wirkung, heißt es in der offiziellen SAP-Meldung.

Auf Nachfrage der WirtschaftsWoche wollen die Walldorfer die Personalie nicht näher kommentieren. Doch sie räumen ein, dass der Abgang möglicherweise mit einem Konkurrenzangebot zusammenhängen könnte. Ein profilierter Mann wie Sikka werde gewiss an prominenter Stelle in der IT-Industrie wieder auftauchen, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

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Der Abgang des 46-jährigen Inders kommt für den weltgrößten Anbieter von Unternehmenssoftware denkbar ungünstig. SAP steckt mitten in einer wichtigen Umbauphase. Auf der Hauptversammlung am 21. Mai rückt SAP-Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe - wie Ende Juli 2013 angekündigt - in den Aufsichtsrat. Dann regiert sein bisheriger Kompagnon Bill McDermott den Konzern allein. Auch jene Meldung verschickte SAP übrigens an einem Sonntag.

Zwar betonen die Walldorfer, durch die Personalie werde das Management nicht geschwächt. Denn nun seien mit Vertriebschef Rob Enslin und Anwendungsentwicklungschef Bernd Leukert zwei erfahrene SAPler neu in den Vorstand beordert worden.

Fakt ist aber auch: Sikka war in den vergangenen Jahren maßgeblich verantwortlich für die Entwicklung der Hochleistungsdatenbank Hana – bis heute das am schnellsten gewachsene Produkt in der Geschichte der Walldorfer. Längst ist Hana das zentrale Produkt in der gesamten SAP-Strategie und zu einer Plattform aufgebohrt worden, auf der andere SAP-Softwarelösungen laufen.

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Allein aus diesem Grund ist Sikkas Abgang – allen Beteuerungen aus Walldorf zum Trotz – ein herber Verlust für SAP. Zumal Sikka als rechte Hand von SAP-Mitgründer und -Aufsichtsratschef Hasso Plattner galt, ja fast so etwas wie ein Ziehsohn. Stundenlang konnten sich Sikka und Plattner über die neuesten IT-Trends und Datenbank-Technologien austauschen. Bei einer jener Sitzungen vor ein paar Jahren kamen die beiden auch auf die Grundidee für Hana.

"Vishal hat einen entscheidenden Beitrag geleistet, um SAP in diese Position zu bringen", sagt Plattner in der SAP-Meldung. "Und dafür möchte ich mich bei ihm persönlich bedanken. Unsere Freundschaft wird auch in Zukunft bestehen bleiben."

Mal sehen, ob das auch noch gilt, falls Sikka nun eine Top-Position bei einem SAP-Rivalen übernimmt.

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