Umfrage des Weltenergierates: Cyberattacken bereiten Energiekonzernen Sorge

exklusivUmfrage des Weltenergierates: Cyberattacken bereiten Energiekonzernen Sorge

von Angela Hennersdorf

Die Energiewirtschaft fürchtet gezielte Attacken auf ihre IT-Systeme. Die Versorger müssten sich mit neuen Bedrohungsszenarien beschäftigen, sagte der Chef des Weltenergierates in Deutschland, Uwe Franke, WirtschaftsWoche online.

Die Top-Entscheider in der Energiewirtschaft in Europa und Nordamerika fürchten Hackerangriffe auf ihre Informationstechnik. Das ergab die jährliche Umfrage des Weltenergierates. In der neuesten Ausgabe des „World Energy Issues Monitors“, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt, nennen die Energiemanager die Angst vor Cyberangriffen als zweitwichtigstes Thema, das sie derzeit umtreibt.

Noch größere Sorgen bereitet der Branche nur Russland. Wegen des Konfliktes zwischen der Ukraine und Russland und den westlichen Sanktionen gegen Russland, sorgt sich die Branche darüber, wie zuverlässig die Gasimporte aus Russland noch sind.

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Der Weltenergierat gründete sich vor 90 Jahren als Netzwerk von Managern, Politikern und Wissenschaftlern. In der diesjährigen Umfrage sind mehr als 1200 Entscheider in der Energiewirtschaft aus über 90 Ländern befragt worden. Die erhöhte Sorge über Cyberattacken bei den Energie-Managern wird in dem aktuellen World Energy Issues Monitor 2016 mit der Debatte über europaweite Regelungen zu Cybersecurity in Verbindung gebracht.

Verbrechen 4.0 - das ist möglich

  • Die Effizienz von Hackern

    Rund 75 Prozent aller Computer können heute innerhalb von Minuten gehackt werden.

  • Facebook

    Jeden Tag werden 600.000 Nutzerkonten attackiert, wie das Unternehmen 2011 selbst einräumte. Eine Zahl, die seitdem eher gestiegen ist.

  • Pleiten

    Fast 90 Prozent aller Kleinunternehmen, deren Kundenkartei gestohlen wurde, müssen innerhalb von drei Jahren ihr Geschäft aufgeben.

  • Manipulieren von GPS-Informationen

    Mittels manipuliertem GPS-Signal locken Gangster Lastzüge mit Waren oder Luxusyachten in Hinterhalte.

Eine neue EU-Richtlinie soll die Betreiber von „essentiellen Dienstleistungen“ in den Bereichen Energieversorgung, Transport, Bankenwesen, Gesundheit, Wasserversorgung und digitale Infrastruktur zu mehr Sicherheitsvorkehrungen verpflichten. Schwerwiegende Vorfälle müssen an die Aufsichtsbehörden gemeldet werden. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen die entsprechenden Akteure in ihren Ländern identifizieren, für die diese neue Verordnung gelten soll.

Die Cyber-Bedrohung nimmt zu

Vor allem wegen der Einführung von intelligenten Stromnetzen („Smart Grids“) und intelligenten Systemen zur Strommessung („smart meter“) werde das Thema Cyberattacks in Deutschland als kritisches Thema wahrgenommen, sagt Uwe Franke, Präsident des Weltenergierates Deutschland WirtschaftsWoche online.

„Die Energiebranche befindet sich durch die Energiewende in einem tiefgreifenden Wandel und erfährt mit der Digitalisierung eine weitere Umwälzung. Intelligente Netze und Messeinrichtungen, spielen dabei eine wesentliche Rolle. Je digitaler die Energiewirtschaft wird, desto wichtiger wird der Schutz von Daten, Systemen und Infrastrukturen vor Cyberattacken“, erklärt Franke.

Organisationen und Unternehmen müssten umfassende, länderübergreifende und mehrstufige Sicherheitsstrategien entwickeln, damit die europäische Energieinfrastruktur nachhaltig sicher bliebe „Die europäischen und deutschen Sicherheitsstandards in der Energiewirtschaft sind heute schon sehr hoch, aber man wird sich in Zukunft immer wieder mit neuen Bedrohungsszenarien beschäftigen müssen. Immer professionellere Cyberattacken sind ein Beispiel dafür“, sagt Franke.

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