Umsatzrückgang: Facebook-Optimisten geraten in Erklärungsnot

Umsatzrückgang: Facebook-Optimisten geraten in Erklärungsnot

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Mitte Mai will Facebook an die Börse gehen - Vorher sollte Mark Zuckerberg allerdings noch ein paar Trümpfe in petto haben, um die hohe Bewertung zum Börsengang zu rechtfertigen.

von Christof Schürmann

Facebook investiert mächtig, wächst aber nur noch schmächtig. Das stellt die erhoffte hohe Bewertung zum Börsengang infrage.

Wer Facebook zum Börsengang im Mai einen Wert von 100 Milliarden Dollar andichten will, kommt langsam in Erklärungsnöte. Im Vergleich zum letzten Quartal 2011 schrumpfte der Umsatz des sozialen Netzwerkes in den ersten drei Monaten 2012 um sechs Prozent, netto an Gewinn blieben zwölf Prozent weniger hängen. Bei 1,06 Milliarden Dollar an Erlösen und einem Überschuss von 205 Millionen Dollar ergibt sich eine Nettogewinnmarge von 19,3 Prozent. Das sind neun Prozentpunkte weniger Marge als Apple im vierten Quartal 2011 erzielte – in wesentlich reiferen Märkten und in einer völlig anderen Umsatzdimension von 46,3 Milliarden Dollar. Ob Apple seine Traumzahlen im ersten Quartal 2012 gehalten hat, wird sich am heutigen Dienstagabend zeigen: um 23 Uhr werden die Ergebnisse erwartet.

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Patente sollen Umsatz je Nutzer stärken

Bei Facebook drücken höhere Aufwendungen zur Nutzergewinnung auf die Erträge. 677 Millionen Dollar gab Facebook-Chef Mark Zuckerberg dafür aus und ergatterte damit 56 Millionen neue Kunden. 901 Millionen Menschen weltweit sollen Facebook inzwischen mehr oder weniger mögen. Immerhin hat Zuckerberg, einen Börsenwert von 100 Milliarden Dollar unterstellt, den Wert pro Kunden seit Ende Dezember von 118 auf 110,9 Dollar gesenkt. Das hilft aber solange nichts, bis er nicht auch den Umsatz je Nutzer stärker steigert als zuletzt. Helfen sollen dabei Patente, die Microsoft kürzlich von AOL erwarb und jetzt an Facebook für 550 Millionen Dollar weiterreicht.

Details zu den Patenten sind nicht bekannt.  Es soll sich um Techniken zu Nachrichtenversand,  Online-Suche, Bildverarbeitung und Internet-Telefonie handeln. Kürzlich erst kaufte man für eine Milliarde Dollar den Fotodienst Instagram mit 30 Millionen Nutzern. Facebook versucht sich also auf mehreren Feldern für die Zukunft zu rüsten ­– und lässt sich das ordentlich was kosten.

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Gemessen an dem zuletzt schwachen Wachstum (im Quartal plus 45 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal nach plus 88 Prozent zu Beginn des Jahres 2011) und den gewinnmindernden Zukunftsinvestitionen braucht Zuckerberg vor dem Börsengang eigentlich ein paar Trümpfe, um Anleger in Massen in die Aktie zu locken. Wächst der Umsatz des Netzwerkes nicht bald wieder schneller, gehören die Papiere nach Stand der Dinge nicht ins Depot – es sei denn der Preis läge deutlich unter der aktuellen vorbörslichen Bewertung von 44 Dollar je Aktie oder 102,61 Milliarden Dollar Unternehmenswert.

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