Unister: Datenschützer prüfen möglichen Adress-Missbrauch

Unerlaubte Werbe-Mails?: Datenschützer prüfen möglichen Adress-Missbrauch bei Unister

Bild vergrößern

Laut einem Bericht hat Unister unberechtigt E-Mail-Adressen für den Newsletter-Versand verwendet.

Mehr als 13 Millionen E-Mail-Adressen könnte Unister laut einem Bericht unberechtigt für den Versand von Newslettern genutzt haben. Datenschützer überprüfen nun einen potenziellen Datenmissbrauch.

Der sächsische Datenschutzbeauftragte verlangt von Unister Auskunft über einen möglichen Missbrauch von E-Mail-Adressen. Die „Bild am Sonntag“ hatte berichtet, dass Unister Millionen E-Mail-Adressen unerlaubt für den Versand von Werbung benutzt haben könnte.

Ein Datenschutzbeauftragter des Unternehmens habe schon 2015 auf das Problem aufmerksam gemacht und eine Löschung der Adressen verlangt. Ein Sprecher des vorläufigen Unister-Insolvenzverwalters Lucas Flöther sagte am Montag, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass bei Unister 13,2 Millionen E-Mail-Adressen unberechtigt verwendet wurden oder werden. Deshalb habe Flöther den Versand von Newslettern durch Unister-Gesellschaften einstellen lassen.

Anzeige

Der sächsische Datenschutzbeauftragte Andreas Schurig habe sich an Unister und den vorläufigen Insolvenzverwalter gewandt, sagte ein Sprecher des Datenschutzbeauftragten. „Wir hoffen, das Gutachten des betrieblichen Datenschutzbeauftragen zu erhalten.“ Dieses müsse dann geprüft werden. Ein Anfangsverdacht auf den massenhaften Missbrauch von Daten scheine gegeben zu sein.

Die Unister-Insolvenz - Ein Wirtschaftskrimi?

  • Das Unglück

    Der Fall ist mysteriös - und klingt nach einem Wirtschaftskrimi: Selfmade-Millionär und Gründer des Leipziger Internetunternehmens Unister, Thomas Wagner, stürzt am 14. Juli 2016 mit einer Privatmaschine in Slowenien ab. An Bord Bargeld. Kurz darauf meldet die Holding Insolvenz an, ebenso ein Tochterunternehmen. Schon seit Jahren wird über wirtschaftliche Schwierigkeiten spekuliert. Viele Fragen sind offen.

    Quelle: dpa

  • Was ist bislang über den Flugzeugabsturz bekannt?

    Zum Absturz könnte Vereisung an der einmotorigen Maschine beigetragen haben. Entsprechende Probleme hatte der 73-jährige Pilot der slowenischen Flugkontrolle gemeldet. Slowenische Medien spekulierten, dass die gecharterte Privatmaschine deutlich oberhalb der für diesen Typ üblichen Flughöhe von 5000 Metern unterwegs gewesen sein dürfte. Die Untersuchungen des Wracks laufen noch, auch unter Beteiligung deutscher Behörden.

  • Wer befand sich an Bord?

    Neben Firmengründer und Unister-Hauptanteilseigner Wagner (38) auch der Mitgesellschafter Oliver Schilling (39), ein 65-jähriger Mann und der Pilot.

  • Was war der Grund der Reise?

    Wagner und sein Kompagnon wollten sich in Venedig mit potenziellen Investoren treffen, wie Unister mitgeteilt hat. Dabei sollen sie betrogen worden sein. Die slowenische Polizei berichtete von Dokumenten an Bord der Unglücksmaschine, die darauf hinwiesen, dass Wagner „um eine größere Summe geschädigt wurde“. In Medienberichten wird über die Investoren und untergeschobenes Falschgeld spekuliert, offiziell bestätigt ist nichts. Auch die Herkunft der an der Unglücksstelle gefundenen 10.000 Schweizer Franken in bar ist unbekannt.

  • Warum geriet der Konzern durch dem Tod Wagners in Schieflage?

    Wagner galt zeitweise als ostdeutscher Vorzeige-Unternehmer, später gerieten Geschäftspraktiken von Unister immer wieder in die Kritik. Die letzte veröffentlichte Bilanz der Unister Holding stammt von 2011. Ihr alleiniger Geschäftsführer war Wagner, der alle Fäden in den Händen hielt. 2002 hatte er Unister als 23-Jähriger in Leipzig ursprünglich als Studententauschbörse gegründet und das Start-up auf einen rasanten Wachstumskurs geführt. 2015 war dann von Stellenstreichungen die Rede, 30 Millionen Euro pro Jahr sollten eingespart werden.

  • Wie war der Konzern strukturiert?

    Unter dem Dach der Unister Holding GmbH fand sich eine Vielzahl von Firmen, die mehr als 40 Internetportale unter anderem zu den Themen Reisen, Nachrichten, Immobilien oder Partnervermittlung betreiben - darunter beliebte Seiten wie fluege.de, ab-in-den-urlaub.de, news.de oder partnervermittlung.de. Insgesamt arbeiteten mehr als 1000 Beschäftigte für die Unternehmensgruppe.

  • Wem gehört was?

    Bis zu seinem Tod hielt Wagner rund 40 Prozent der Anteile und war damit Hauptgesellschafter Unister Holding. Der Rest verteilt sich nach Firmenangaben auf die vier Mitgründer - darunter Schilling, der ebenfalls beim Absturz ums Leben kam - sowie eine Firma namens Opus30 Vermögensverwaltungsgesellschaft.

  • Immer wieder gab es Ermittlungen. Worum ging es da?

    2012 geriet Unister ins Visier der Justiz. Wagner und drei weitere Manager wurden unter anderem wegen unerlaubter Versicherungsgeschäfte und Steuerhinterziehung angeklagt. Unister wies die Vorwürfe stets zurück. Zum Prozess kam es bisher nicht, weil das Landgericht Leipzig derzeit eine weitere Klage prüft.

Für Werbemails dürfen die Adressen nur verwendet werden, wenn die Kunden zugestimmt haben. Ob das bei den fraglichen Adressen der Fall war, und ob an diese tatsächlich Newsletter versandt wurden, sei nicht dokumentiert. Deswegen werde das jetzt überprüft, sagte der Sprecher von Flöther.

Der vorläufige Insolvenzverwalter habe zudem den betrieblichen Datenschutzbeauftragen von Unister beauftragt, mit dem sächsischen Datenschutzbeauftragten zusammenzuarbeiten. Zudem sei bei Unister eine Task Force gegründet worden, um die möglichen Datenschutzprobleme aufzuklären.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%