United Internet: Kampf um den elektronischen Brief

United Internet: Kampf um den elektronischen Brief

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De-Mail soll durch verschlüsselte E-Mails mit beglaubigtem Absender die Kommunikation mit Behörden erleichtern. Auch die Bundesregierung will in der Verwaltung mit De-Mail arbeiten.

von Nele Hansen

Noch ist der elektronische Brief für United Internet ein Verlustbringer. Doch das könnte sich bald ändern – zum Ärger der Deutschen Post.


Auf den ersten Blick sind die Deutsche Post und Internetanbieter United Internet keine großen Konkurrenten. Der eine verschickt unter anderem E-Mails, der andere echte Briefe und Pakete. Doch inzwischen versendet die Post ihre Briefe auch elektronisch und die United-Internet-Tochter 1&1 verschickt neben E-Mails auch Dokumente sicher und rechtsverbindlich, die früher nur mit der Post versendet werden konnten.

Der Vorteil von 1&1: Das Unternehmen bietet mit der De-Mail eine elektronische Kommunikation nach den Standards des E-Government-Gesetzes an, um digital mit den Behörden kommunizieren zu können. Der Standard erlaubt eine sichere Kommunikation mit den Ämtern, und soll vielen den Gang zur Behörde sparen. Vergleichbar ist De-Mail mit einem Einschreiben. Die Deutsche Post hat ihren eigenen Standard, den E-Postbrief, entwickelt. Der kann durch verschiedene Zusatzanwendungen mehr als die De-Mail. So lassen sich beispielsweise Rechnungen einscannen und automatisch bezahlen.

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Doch als Behördenbrief zugelassen ist er nicht. Der Grund: Beim Post-Identverfahren zur persönlichen Identifikation wird unter anderem die Personalausweisnummer gespeichert – zu viel findet der Bundesdatenschutzbeauftragte und verweigerte die Lizenz für den Behördenbrief. Die Post wiederum lehnte es ab, ihr Post-Identverfahren zu ändern. Auch eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission und ein Brandbrief von Post-Vorstand Jürgen Gerdes an die Ministerpräsidenten blieben ohne Erfolg: Das E-Government-Gesetz erlaubt nur den De-Mail Standard als Behördenkommunikation.

Seit rund einem Jahr bietet 1&1 De-Mail an. 210.000 aktive Nutzer verzeichnet das Unternehmen im vergangenen Jahr. Bislang ist De-Mail für United Internet allerdings ein Verlustbringer. 26,2 Millionen Euro Minus machte das Unternehmen bei der De-Mail im vergangenen Geschäftsjahr. Für 2014 plant United Internet eine kostenlose De-Mail-Integration bei Web.de und GMX.

Für dieses Jahr erwartet Jan Oetjen, Chef von WEB.de und GMX, eine Million De-Mail-Nutzer zu erreichen. Etwa zwei Drittel der Unternehmen planten demnach bereits mit De-Mail. Die hohen Briefkosten fänden zunehmend Aufmerksamkeit, sicher auch durch die Portoerhöhungen der Deutschen Post, sagte Oetjen in der FAZ.

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Doch auch die Post steckte viele Millionen in die Entwicklung ihres E-Post-Briefes. Er brachte im vergangenen Geschäftsjahr immerhin 100 Millionen Euro Umsatz. Wie viele den E-Post-Brief tatsächlich nutzen, verschweigt sie aber.

Zwischenzeitlich sah es so aus, als wolle die Post doch noch auf den De-Mail-Zug aufspringen. „Wir befinden uns in sehr vielversprechenden Gespräche über die De-Mail-Zertifizierung“, sagte ein Sprecher Ende letzten Jahres gegenüber der FAZ. Daraus ist bisher nichts geworden. „Wir haben uns noch nicht akkreditieren lassen und sehen zurzeit keine Veranlassung dazu“, sagte ein Postsprecher gegenüber der WirtschaftsWoche. „Bislang hat noch kein Kunde nach De-Mail gefragt.“

Zurzeit mischen im Geschäft um den E-Postbrief neben 1&1 zwei weitere Anbieter mit. Der kleinste Anbieter Frankotyp Postalia  konnte bereits die Deutsche Rentenversicherung und die Süddeutsche Krankenversicherung als Kunden gewinnen.

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