US-Senat: Apple-Chef Cook verteidigt sich im Steuerstreit

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US-Senat: Apple-Chef Cook verteidigt sich im Steuerstreit

Apple-Chef Tim Cook hat die Kritik zurückgewiesen, der iPhone-Hersteller nutze ein ausländisches Firmengeflecht zum Steuersparen. „Wir sind stolz darauf, ein amerikanisches Unternehmen zu sein und unseren Beitrag zur Gesellschaft zu leisten“, sagte er vor einem Senatsausschuss.

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Vor dem US-Senat in Washington gab Apple-Chef Tim Cook zu, dass 70 Prozent der Geldreserven im Ausland liegen.

Der Konzern habe Mitarbeiter in allen Bundesstaaten. „Wir haben uns dafür entschieden, das Design und die Entwicklung der Geräte hier in den USA zu lassen.“ Apple sei der größte Steuerzahler unter allen US-Unternehmen, wiederholte Cook frühere Aussagen. Er räumte aber auch ein, dass 70 Prozent der Geldreserven im Ausland lägen. "Wir nutzen das Geld, um unser Auslandsgeschäft zu betreiben.“ Es sei zu teuer, das Geld bei einem Steuersatz von 35 Prozent in die USA zu holen. "Unser Steuersystem benachteiligt uns gegenüber unseren ausländischen Konkurrenten."

Steuervermeidung Googles Steuerpraxis am Pranger

Google, Apple, Amazon und Starbucks suchen sich dank ausgefeilter Steuerstrategie aus, in welchem Land sie ihre Gewinne versteuern – und sparen so Milliardenbeträge. Doch es formiert sich Widerstand.

Googles neues Hauptquartier in Paris, Frankreich. Der Suchmaschinenkonzern hat jedoch keine steuerpflichtige Niederlassung in Frankreich. Quelle: REUTERS

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Die Kritik der Politik richtet sich besonders gegen irische Tochtergesellschaften mit geringen oder gar keinen Steuerzahlungen. „Der Fakt, dass unsere Tochterfirmen in Irland nicht steuerpflichtig sind, hat keinen Einfluss auf unsere US-Steuern“, sagte Finanzchef Peter Oppenheimer in der gleichen Anhörung. Die Firmenstruktur mache es schlicht einfacher, das Geschäft zu führen. „Unser Unternehmen ist etwas größer als das, was Steve Jobs vor vierzig Jahren in der Garage seiner Eltern gegründet hat“, sagte Cook.

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Apple steht wegen seiner Steuerpraxis in der Kritik. So lieh sich das Unternehmen beispielsweise jüngst am Kapitalmarkt 17 Milliarden Dollar (13,2 Mrd Euro), um für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe nicht auf seine Reserven zurückgreifen zu müssen. Denn die liegen größtenteils im Ausland und Apple hätte 35 Prozent Steuern zahlen müssen, wenn das Unternehmen das Geld heimgeholt hätte. Der Satz sei unangemessen hoch, hatte Cook bereits in einem Interview in der vergangenen Woche gesagt.


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