US-Suchmaschinenmarkt: Yahoo holt gegenüber Google auf

US-Suchmaschinenmarkt: Yahoo holt gegenüber Google auf

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Die Webseiten der Internet-Suchmaschinen Google, Yahoo, bing und Ask.

von Niklas Dummer

Yahoo konnte Google in den USA Anteile auf dem Suchmaschinenmarkt wegnehmen. Das liegt vor allem an der Kooperation mit Mozilla Firefox. Ob diese Yahoo auf Dauer nach vorne bringt, ist allerdings fraglich.

Seit November vergangenen Jahres suchen US-Nutzer des Web-Browsers Firefox nicht mehr mit Google, sondern mit Yahoo - zumindest wenn sie nichts anderes einstellen. Zuvor war Google die voreingestellte Suchmaschine im Firefox-Web-Browser.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer kündigte im November bereits an, dass es Planungen für eine langfristige internationale Zusammenarbeit gebe. Aktuell beschränkt diese sich auf den amerikanischen Markt.

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In Anbetracht der aktuellen Zahlen zum Suchmaschinenmarkt in den USA könnte sich Mayer in ihrer Strategie bestätigt fühlen: Yahoo hat im Dezember den größten Zuwachs verzeichnen können, seitdem der amerikanische Analysedienst StatCounter Daten zur Suchmaschinennutzung erfasst. Gleichzeitig musste Google den größten Einbruch hinnehmen.

Ausgewählte Randaktivitäten von Google

  • Calicio

    Geschäftsfeld: Biotech-/Gesundheits-Start-up

  • Skybox Imaging

    Geschäftsfeld: Satelliten-Betreiber

  • Alta Wind Energy Center

    Geschäftsfeld: Windenergiepark

  • Atlantic Wind Connection

    Windenergiepark

  • Makani Power

    Geschäftsfeld: Windturbinenhersteller

  • Titan Aerospace

    Geschäftsfeld: Drohnenhersteller

  • SolarCity

    Geschäftsfeld: Solarpanelhersteller

In Zahlen ausgedrückt: Googles Marktanteile sanken von 77,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 75,2 Prozent, während Yahoo im gleichen Zeitraum um drei Prozentpunkte auf 10,4 Prozent zulegen konnte. Das Ergebnis hängt wohl vor allem mit dem Firefox-Deal zusammen.

Allein in den USA haben 13 Prozent der Nutzer den Firefox-Browser installiert – ein Großteil von ihnen suchte im Dezember statt mit Google mit Yahoo. Aber wie nachhaltig ist die Neuverteilung der Marktanteile?

„Google liefert die besseren Ergebnisse“

Thomas Zeithaml, Experte für Suchmaschinenoptimierung, glaubt nicht daran, dass Yahoo die Nutzer langfristig überzeugen kann. Zumal sie nur wenige Klicks brauchen, um Google wieder standardmäßig mit Google zu suchen.

„Yahoos Problem ist, dass Google bessere Suchergebnisse liefert“, sagt Zeithaml. Und das aus einem einfachen Grund: „Yahoo fehlt einfach die Nutzermasse.“

Hier dominiert Google den Suchmaschinenmarkt

  • Europa

    In Europa hat Google sage und schreibe 92,8 Prozent des Suchmaschinenmarkts inne.„Aussichtsreichster“ Konkurrent ist mit 2,5 Prozent die Microsoft-Suchmaschine Bing, gefolgt von Yahoo mit 2,1 Prozent.

  • Deutschland

    In Deutschland hält Google einen Marktanteil von 94 Prozent. Bing ist auch hier der größte Konkurrent – und liegt weit abgeschlagen mit zwei Prozent Marktanteilen auf Platz zwei. T-Online, eine der am meisten besuchten deutschen Webseiten, hat gerade einmal 1,1 Prozent des Suchmaschinenmarkts inne.

  • Italien

    Google vereint in Italien 95 Prozent der Marktanteile auf sich. Yahoo und Bing verfügen insgesamt über vier Prozent des Markts. Ask, die viertgrößte Suchmaschine der USA nach Google, Yahoo und Bing kommt in Italien auf 0,3 Prozent der Marktanteile.

  • Großbritannien

    Googles Marktmacht ist für Google Verhältnisse relativ gering. Lediglich 90 Prozent des Markts hat der US-Konzern inne. Bing und Yahoo beanspruchen gemeinsam acht Prozent des Markts für sich – für europäische Verhältnisse ein vergleichsweise hoher Wert.

  • Polen

    Polen hat seine eigene Suchmaschine – Onet. Die hält allerdings nur 0,4 Prozent der Marktanteile – Google dagegen kommt auf einen Wert von 97 Prozent. Yahoo und Bing vereinen 1,8 Prozent auf sich.

Wie wichtig diese Masse für das Ergebnis ist, zeigt ein einfaches Beispiel: Sucht man nach „Kredit“, kann es durchaus vorkommen, dass Spamseiten oben in den Suchergebnissen aufkreuzen, weil sie auf die Kriterien der Suchmaschinen zugeschnitten sind. Merken die Algorithmen, dass die Nutzer diese Seiten nicht annehmen, verschwinden die Spamseiten auf die hinteren Seiten der Ergebnisse. Obwohl Yahoo seit 2009 mit Microsofts Suchmaschine Bing kooperiert und beide dieselben Ergebnisse liefern, kommt Yahoo nicht annährend an Googles Nutzerzahlen heran.

„Yahoo muss eine Woche Daten sammeln, um festzustellen, dass es sich bei diesem Ergebnis um Spam handelt“, sagt Zeithaml. „Google braucht dafür nur wenige Stunden.“

Chrome ist Googles Trumpf

Auch andere Experten glauben nicht, dass sich aus dem Wechsel von Mozilla von Google auf Yahoo für den Suchmaschinenriesen ein großes Problem ergibt. Google kontrolliert mit seinem eigenen Browser, Google Chrome, den amerikanischen Markt – gut ein Drittel der Amerikaner nutzen ihn. Aus Sicht von Marcus Tandler, einem Experten für Suchmaschinen, liegt darin die Zukunft Googles. „Chrome ist das Zugangstor zum Internet“, sagt er. Und daraus kann Google wertvolle Daten generieren.

Während die Suchmaschine nur verfolgen kann, was der Nutzer sucht und welche Ergebnisse er schließlich anklickt, bietet Chrome Google einen Überblick über sämtliche Bewegungen des Nutzers im Netz – auch außerhalb des Google-Universums.

„Aktuell können via Chrome aggregierte Daten dabei helfen, herauszufinden, welches wirklich das beste Ergebnis für einen Suchenden ist“, sagt Tandler. „Mit diesen Daten kann Google seine Suchergebnisse verfeinern.“ Die Daten ermöglichen stärker personalisierte Suchergebnisse – Seiten, die der Nutzer häufiger aufruft, erscheinen künftig in den personalisierten Suchergebnissen weiter oben, da Google davon ausgehen kann, dass der Nutzer diesen Seiten vertraut.

Die Daten dürften trotzdem helfen, Googles Vorsprung gegenüber Yahoo und Bing auszuweiten. Für Tandler steht jedenfalls fest: „Google ist auf keinen Kooperationspartner angewiesen, denn niemand alleine ist in der Lage, Google signifikante Marktanteile abspenstig zu machen.“ Was passiert aber, wenn andere Kooperationspartner nachziehen?

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