US-Unternehmen: Apple setzt neuen Börsenrekord

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US-Unternehmen: Apple setzt neuen Börsenrekord

von Matthias Hohensee

Apple hat als erstes US-Unternehmen den Börsenwert von 700 Milliarden Dollar übersprungen. Konzernchef Tim Cook beeindrucken große Zahlen nicht, wie er bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte beteuerte.

Schöner Stoff für Verschwörungstheoretiker: Die frohe Kunde, dass Apple am Dienstagnachmittag als erstes US-Unternehmen überhaupt den Börsenwert von 700 Milliarden Dollar übertrifft, erfährt Apple-Chef Tim Cook ausgerechnet von Cary Cohn, dem Operativchef der US-Investmentbank Goldman Sachs, die einige für die dunkle Macht der Wall Street halten.
Als in New York die Börse schließt und Apple 710 Milliarden Dollar wert ist, befindet sich Cook gerade als Ehrengast von Goldman Sachs auf deren jährlichen Technologiekonferenz in San Francisco. Im überfüllten Großen Ballsaal des Palace Hotel lässt er sich unter den bewundernden Blicken von Geldverwaltern über seine Wachstumsstrategie befragen. Oder vielmehr alle paar Minuten von Cohn lobpreisen und feiern. “Ich kriege gerade die Nachricht, dass Apple als erstes US-Unternehmen die 700 Milliarden Dollar Marke übersprungen hat”, sagt Cohn und neckt Cook: “Sie werden sich nun immer daran erinnern, wo Sie in dem Moment gerade waren.”
Natürlich hat ihm nicht nur Goldman Sachs diesen Moment beschert. Sondern die Anleger, die Apple weiter ihr Geld anvertrauen. Obwohl die Aktie auf historischen Höchststand steht und der kalifornische Unterhaltungselektronikkonzern bereits das wertvollste US-Unternehmen ist. Trotzdem halten viele Aktionäre weiter die Treue. Wie der US-Großinvestor Carl Icahn, der überzeugt ist, dass Apple auch den Kurs von 200 Dollar nehmen wird. Am Dienstag waren es 122 Dollar.

Die Köpfe hinter Apple

  • Tim Cook: Apple-Chef

    Cook schlug zum Start als Apple-Chef mit dem Tod von Jobs im Oktober 2011 einige Skepsis entgegen. Denn er war zwar schon zuvor für das Tagesgeschäft zuständig und hatte den Gründer immer wieder mal während der Auszeiten wegen dessen Krebserkrankung vertreten.

    Der 55-jährige Manager hat Apple in den vergangenen Jahren seinen Stempel aufgedrückt. Der Konzern achtet mehr auf Umweltaspekte, Datenschutz sowie die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern, kommuniziert offener als in der Jobs-Ära und schüttet Milliarden Dollar an Aktionäre aus. Zuletzt wagte Cook eine Konfrontation mit der US-Regierung um Verschlüsselung beim iPhone.

  • Angela Ahrendts: Apple Store

    Die Marketingexpertin interessierte sich früh für Kleidung. Sie heuerte beim Modelabel Donna Karan an. Zwischen 2002 und 2006 war die gebürtige US-Amerikanerin für die Marke Liz Claiborne verantwortlich und sanierte dann das Londoner Modehaus Burberry.

  • Jimmy Iovine: iTunes

    In den Siebzigerjahren arbeitete Iovine als Toningenieur mit Stars wie John Lennon und stieg zum Plattenboss bei Interscope Geffen A&M auf. 2006 gründete er mit Dr. Dre Beats. Parallel wirkte er bei der US-TV-Talentshow "American Idol" mit.

  • Kevin Lynch: Internet der Dinge

    Lynch startete im Elektronischen Visualisierungslabor der Universität von Chicago. Später ging er zur US-Softwarefirma Macromedia. Als Adobe diese 2005 kaufte, wurde er Technikchef. Mit Apple- Gründer Jobs stritt er, weil der die Adobe-Flash-Technik hasste.

  • Dr. Dre (André Young): iTunes

    Young war als Teenager DJ, rappte in der Hip-Hop-Gruppe N.W.A und gründete 1991 das Musiklabel Death Row Records. Er verpflichtete die späteren Megastars Eminem und 50 Cent. 2006 startete er mit Jimmy Iovine den Kopfhörerbauer Beats.

Zum einen, weil sie in Zeiten des lockeren Kapitals nicht mehr wissen, wo sie es gewinnbringend parken können. Zum anderen, weil Cook aus ihrer Sicht schlüssig darstellen kann, warum Apple trotz des jüngsten Quartalsumsatzrekords von 74 Milliarden Dollar – der höchste, den jemals ein US-Unternehmen erzielt hat - noch immer seine besten Zeiten vor sich hat.
“Wir glauben nicht an Gesetze wie das Gesetz der großen Zahlen”, sagt Cook und meint damit das Problem, dass es immer schwerer wird, bestehende Rekordumsätze signifikant zu übertreffen. Neue Produkte wie die Apple Watch müssen deshalb Milliardenumsätze erzielen, wenn sie nicht als Flop gelten sollen.

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