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kolumneValley Talk: Hewlett-Packard wagt gefährlichen Spagat

Kolumne von Matthias Hohensee

Ob es Meg Whitman gelingt, Hewlett-Packard zu altem Glanz zurückzuführen, entscheidet sich fernab des Kerngeschäfts – im Internet.

Seit einem halben Jahr ist Meg Whitman Chefin des IT-Giganten Hewlett Packard - Und viele fragen sich, ob sie wirklich eine gute Wahl war. Ihre jüngste Entscheidung birgt jedenfalls einige Risiken für das Unternehmen. Quelle: REUTERS
Seit einem halben Jahr ist Meg Whitman Chefin des IT-Giganten Hewlett Packard - Und viele fragen sich, ob sie wirklich eine gute Wahl war. Ihre jüngste Entscheidung birgt jedenfalls einige Risiken für das Unternehmen. Quelle: REUTERS

Vor einem halben Jahr haben sie Léo Apotheker mit Schimpf, Schande und einer dicken Abfindung für nur elf Monate Arbeit als Vorstandschef beim Silicon-Valley-Giganten Hewlett-Packard (HP) aus dem Amt gejagt. Ersetzt hat den einstigen SAP-Chef die Ex-Chefin des Online-Handelshauses Ebay, Meg Whitman. Sie hatte im HP-Verwaltungsrat den Tornado verfolgen können, den Apotheker mit seinem Schlingerkurs an der Spitze entfesselt hatte.

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Auch ein halbes Jahr nach dem Rauswurf aber fragt sich mancher im Silicon Valley noch, ob Whitman die richtige Wahl ist? Kann jemand, dessen Karriere vor allem in auf Konsumenten fokussierten Firmen wie Ebay oder dem Spielzeughersteller Hasbro verlief, eines der weltweit größten Technologieunternehmen führen, das große Teile seines Umsatzes mit Unternehmen erzielt?

Zwar hat sich die Moral unter der resolut, aber fürsorglich wirkenden Managerin verbessert. Aufwind gab auch, dass HP im ersten Quartal weltgrößter PC-Produzent blieb, während Konkurrent Dell stagnierte. Doch in der Branche weiß man, dass HP die Marktanteilsgewinne vor allem mit Preissenkungen erkauft hat.

Die 1966 gegründeten HP Labs gehören zu den größten privaten Technologieforschungszentren der Welt. 600 Wissenschaftler zahlreicher Disziplinen beschäftigen sich hier vor allem mit der Frage, wie Technologien in Zukunft den Alltag bestimmen werden und welche Geschäftschancen sich daraus ergeben. In diesen Fragen beraten sie auch die Entscheider der verschiedenen Unternehmenssparten des Technologiekonzerns, die wiederum über eigene Etwicklungsetats verfügen.

Angefangen hatte aber alles in dieser Garage in Silicon Valley.

Texte: Matthias Hohensee, Denise Peiffer

Bild: HP

Doppelt riskant

Mehr noch: Seit Ex-Chef Apotheker aus dem Geschäft mit Tablet-PCs und Smartphones ausstieg, hat HP keine Antwort mehr auf Apples iPad, iPhone oder Googles Android-Handys. Auch Whitman nicht. Das ist doppelt riskant, weil der Vormarsch der mobilen Geräte nicht nur das PC-Geschäft gefährdet. Er schmälert zudem HPs bisher profitabelste Einnahmequelle – den Absatz von Tintenpatronen und Toner. Denn immer mehr Menschen drucken ihre Fotos nicht mehr aus. Sie präsentieren sie auf Smartphones und Tablets.

Fraglich ist zudem, ob Whitmans jüngste Entscheidung richtig ist, die PC-Sparte mit dem Druckergeschäft zu vereinen. Das hatte bereits Vorgängerin Carly Fiorina versucht, ihr Nachfolger Mark Hurd dann aber wieder rückgängig gemacht, weil der kombinierte Verkauf von PCs und Druckern nicht richtig zündete. Mit der erneuten Kombination hat Whitman die größten Konzern-Sorgenkinder nun unter der Obhut von PC-Spartenchef Todd Bradley vereint. Der muss nun beweisen, dass die Fusion beide Bereiche voranbringt.

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