Valley Talk: Skeptisch bleiben bei Valley-Investitionen

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Das Startup Uber soll 3 Milliarden Dollar wert sein. Wie kommt das?

Kolumne von Matthias Hohensee

Mal zählen im High-Tech-Tal Visionen, mal Profit. Aktuell dominieren Visionäre, wie die milliardenschwere Bewertung des Startups Uber zeigt.

Im März 1999 flog ich von San Francisco nach Frankfurt. Mein Sitznachbar jammerte, weil er eigentlich mit seinem Chef, Sun-Microsystems-CEO Scott McNealy, im Firmenjet direkt nach Hannover düsen wollte. McNealy sollte dort die Eröffnungsrede zur Computermesse Cebit halten. Doch im Firmenjet war dann doch kein Platz für ihn.

Ich erzählte, dass ich erst ein paar Monate im Silicon Valley lebe und mich über die hohen Bewertungen neu gegründeter Startups wie Webvan oder Pets.com wundere. Mein Nachbar fand, so könne nur ein Silicon-Valley-Frischling denken. Wichtig sei, sich mit der zündenden Idee eine möglichst große Scholle im Wachstumsmarkt Internet zu sichern. Umsatz oder gar Profit seien nachrangig. Das Platzen der Dotcom-Blase war da noch ein Jahr entfernt.

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An die Episode dachte ich, als kürzlich im Silicon Valley die Nachricht für Aufsehen sorgte, das Startup Uber habe gerade eine Finanzierungsrunde über immerhin 258 Millionen Dollar abgeschlossen. Das entspricht etwa dem Preis, zu dem Amazon-Gründer Jeff Bezos die renommierte "Washington Post" gekauft hat.

Uber hingegen ist zwar ein innovatives Unternehmen, dank dessen fast jeder mit seinem Auto nebenbei als Chauffeur arbeiten kann. Aber im Grunde ist es bloß ein Taxi-Vermittler, der von Vermittlungs- und Servicegebühren lebt. Uber-Chef Travis Kalanick ist charismatisch, und Google-Gründer Larry Page soll persönlich veranlasst haben, dass der Wagniskapitalfonds seines Unternehmens bei der Runde dabei war. Wohl auch weil Google vom Internet geprägte Logistikdienste für wichtig hält.

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Alternative Finanzierungsformen für Startups machen Risikokapitalgebern das Leben schwer. Quelle: dpa

Toll, aber mit Schatten

Trotzdem überrascht, wenn Uber mit geschätzten drei Milliarden Dollar bewertet wird. Man kann ein Startup toll finden - und doch Bauchschmerzen bei dessen Bewertung haben. Ähnlich bei Airbnb, ebenfalls ein gut positioniertes Startup. Eine moderne Zimmervermittlung - angeblich zehn Milliarden Dollar wert. Pinterest - die moderne Pinnwand - mindestens drei Milliarden Dollar. Viel lässt sich mit den bevorstehenden Börsengängen erklären. Geld ist dank der Notenpresse derzeit im Überfluss vorhanden. Bekannte Unternehmen wie Uber können sich ihre Geldgeber aussuchen. Wer auf die Scholle will, legt mehr auf den Tisch.

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